Erste Ermittlungserfolge

Neckarwiesen-Randale: 3 Tatverdächtige ermittelt! Haftbefehl gegen 18-jährigen Karlsruher

Randalierer wüten demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese in Heidelberg-Neuenheim.
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Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese.

Heidelberg: Nach den Krawallen an der Neckarwiese beginnt für die Polizei die Puzzlearbeit. Jetzt kann die Polizei erste Ermittlungserfolge verkünden:

Update vom 1. Juni: Erste Ermittlungserfolge nach den heftigen Ausschreitungen am Pfingstwochenende auf der Neckarwiese in Heidelberg! Wie das Polizeipräsidium Mannheim und die Staatsanwaltschaft Heidelberg in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, führten diverse Videoaufzeichnungen aus der Nacht der Randale, die in den sozialen Medien die Runde machten, zur Identifizierung erster Beschuldigter.

Am Dienstagmorgen durchsuchten Beamte der Ermittlungsgruppe „Neckarwiese“ die Wohnungen von drei Tatverdächtigen im Alter von 17 und 18 Jahren aus dem Landkreis Karlsruhe und aus Mannheim. Dabei stellten die Polizisten Tatkleidung und Mobiltelefone sicher, die nun von der Zentralen Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ausgewertet werden.

Die drei Beschuldigten stehen im Verdacht, einen Zeltpavillon für Corona-Schnelltests erheblich beschädigt zu haben. Einer der beiden 17-Jährigen soll den Pavillon mit einem Holzpfahl demoliert haben. Der andere 17-Jährige soll mit dem Fuß gegen den Pavillon getreten und mehrfach mit den Fäusten gegen die Jalousie geschlagen haben.

Neckarwiesen: Haftbefehl gegen 18-jährigen Randalierer aus Landkreis Karlsruhe

Der 18-Jährige aus dem Landkreis Karlsruhe steht unter dringendem Verdacht, mit einem Holzpfahl und einem E-Scooter auf den Pavillon eingeschlagen sowie eine Flasche auf einen vorbeifahrenden Streifenwagen geworfen haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg erließ ein Richter Haftbefehl gegen den jungen Mann wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Sachbeschädigung – der 18-Jährige wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Ermittlungen werden „mit umfassendem Einsatz fortgesetzt“, um weitere der zahlreichen Randalierer identifizieren und der Strafverfolgung zuführen zu könne, so die Polizei.

„Wir stehen auf der Seite derer, die das Neckarvorland als tolle Freizeitoase nutzen und dort friedlich ihren Spaß haben wollen. Kommunikation, Toleranz und Fingerspitzengefühl stehen hier bei der Polizei im Vordergrund. Wir beobachten aber weiterhin, dass Besucher, die in unserem Fokus stehen, aus einem weiten Umkreis nach Heidelberg kommen. Es sind vornehmlich Jugendliche und Heranwachsende, teilweise auch Personen aus der Auto-Poserszene. Wir werden daher auch in den kommenden Tagen mit starken Kräften vor Ort sein und niederschwellig einschreiten, damit sich Krawallszenen wie am Pfingstwochenende nicht wiederholen“, so der aktuelle Leiter des Polizeipräsidiums Mannheim, Polizeivizepräsident Siegfried Kollmar.

Neckarwiesen-Randale an Pfingsten – Ermittler sichten Videos im Netz

Erstmeldung vom 26. Mai: Wenige Tage nach den Krawallen auf der Neckarwiese in Heidelberg steht für die Polizei akribische Detektivarbeit an. Bei den gewaltsamen Ausschreitungen in der Nähe der Theodor-Heuss-Brücke in Neuenheim demolierten mehrere dutzend Personen eine Schausteller-Bude und eine Corona-Teststation. Auf einem Internetvideo ist zu sehen, wie mehrere Männer die Scheiben der Teststation einschlagen, sogar ein E-Roller wird durch die Scheibe geworfen. Auch Toilettenanlagen, Tische und Sitzbänke an der Neckarwiese wurden beschädigt. Zudem bewarfen Randalierer Polizisten und Polizeiautos mit Flaschen, drei Beamte wurden verletzt.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Bei der Stadt Heidelberg reagierte man geschockt auf die nächtliche Randale. Auch Lokalpolitiker verurteilten die Krawalle an Pfingsten. Als Reaktion wurde die Neckarwiese von Montag (24. Mai) auf Dienstag (25. Mai) nachts gesperrt. In Absprache mit der Polizei hat die Stadtverwaltung entschieden, dass ab Donnerstag (27. Mai) zwischen 21 Uhr und 6 Uhr am Folgetag ein Aufenthaltsverbot für die Neckarwiese und die angrenzende „Kastanienallee“ gilt. Auch in der kommenden Woche ist die nächtliche Neckarwiesen-Sperre von Mittwoch (2. Juni) bis Montag (7. Juni) in Kraft.

Heidelberg: Polizei sichtet Internet-Videos auf Suche nach Randalierern

Oberbürgermeister Prof Dr. Eckart Würzner betonte, die meisten Täter seien nicht aus Heidelberg, sondern wurden „über die sozialen Medien aus einem weiten Umkreis mobilisiert.“ Das bestätigte ein Sprecher der Polizei Mannheim auf Anfrage von HEIDELBERG24. Die festgestellten Personen kamen „aus dem Pfälzischen, Hessischen und Teilen Baden-Württembergs“, erklärte der Sprecher. Aktuell werte eine neunköpfige Ermittlungsgruppe Bild- und Videomaterial vom Pfingstwochenende aus. Details könne man noch nicht nennen.

Polizeikontrolle unter der Theodor-Heuss-Brücke an der Neckarwiese.

Gegenstand der Ermittlungen sei auch, ob sich Randalierer über soziale Medien verabredet hätten. Über die Anzahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren und die Zahl der Beschuldigten gibt es keine näheren Angaben. Wegen der Ausschreitungen wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Im Lauf des Polizei-Einsatzes der Krawallnacht wurden 67 Personalien und zehn Fahrzeuge festgestellt.

Polizeireviere in Heidelberg beschädigt

Unterdessen wurden in der Nacht auf Mittwoch (26. Mai) an zwei Polizeidienststellen in Heidelberg Fensterscheiben durch Steinwürfe beschädigt. Wie die Polizei mitteilt, sind die Dienstgebäude der Kriminalpolizeidirektion und des Polizeireviers Heidelberg-Mitte in der Römerstraße sowie das des Verkehrsdienstes Heidelberg in der Rohrbacher Straße betroffen. In der Rohrbacher Straße wurde zudem ein „polizeikritischer Schriftzug“ angebracht.

Ein Polizist fotografiert eine kaputte Fensterscheibe am Polizeirevier-Mitte in Heidelberg.

Gegen 1:15 Uhr am frühen Mittwochmorgen wurden die Beschädigungen bemerkt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Mannheim. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sollen unter 0621/174-4444 bei der Kriminalpolizei Heidelberg oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. (rmx)

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