Kriminalstatistik 2019

Weniger Straftaten, aber mehr Verkehrstote

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis - Die Zahl der Straftaten in der Metropolregion sind im letzten Jahr weiter gesunken. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik 2019:

  • Straftaten in der Metropolregion Rhein-Neckar gehen weiter zurück. 
  • Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik 2019 hervor.
  • Allerdings steigt die Zahl der Verkehrstoten weiter an:

In Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis sind 2019 weniger Straftaten begangen worden als im Vorjahr. Das zeigt die Kriminalstatistik 2019 (PDF), die das Polizeipräsidium Mannheim am Donnerstag (2. April) veröffentlicht hat. „Jede Straftat ist eine zu viel, aber objektiv betrachtet bewegt sich die Kriminalitätsentwicklung des Jahres 2019 konstant auf einem sehr guten Niveau“, sagt Polizeipräsident Andreas Stenger. Das Polizeipräsidium ist für über eine Million Menschen in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zuständig. 

Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Mannheim und Heidelberg gesunken. Das zeigt sich in der „Häufigkeitszahl“, die die Anzahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner abbildet. In Mannheim lag sie 2019 bei 10.124, in Heidelberg bei 9.117. Im Rhein-Neckar-Kreis ist die Wahrscheinlichkeit zwar minimal gestiegen, liegt mit 4.415 Straftaten aber immer noch unter dem Landesschnitt (5.184).

Kriminalstatistik 2019: Insgesamt weniger Straftaten, aber mehr Computerkriminalität

Mit 70.115 Straftaten ist die Zahl der im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums angezeigten Delikte abermals gesunken - im Vergleich zum Vorjahr um über fünf Prozent. In Mannheim wurden laut Kriminalstatistik mit 31.321 Straftaten fast 2.000 weniger verzeichnet als 2018. Einen markanteren Rückgang gab es allerdings in Heidelberg: Über zwölf Prozent weniger Straftaten wurden in der Universitätstadt angezeigt (14.619). Lediglich im Rhein-Neckar-Kreis gab es einen leichten Anstieg auf 24.175 (2018: 24.015). Bei der Aufklärungsquote lag das Polizeipräsidium Mannheim mit 59,4 Prozent knapp unter dem Landesschnitt (60,8 %). 

Signifikante Rückgänge gab es bei Falschen Polizeibeamten (-22,9 %), Raub/Erpressung (-22,1 %), Straftaten gegen das Leben (-13,5 %), Straßenkriminalität (-11,6 %) und Wohnungseinbrüchen (-11,0 Prozent). 

Allerdings haben sich Straftaten verstärkt ins Internet verlagert: „In einigen Bereichen registrieren wir aber auch Anstiege. Vor allem die prosperierende Computerkriminalität und die Entwicklung bei den Betrugsdelikten sind besorgniserregend“, gibt Polizeipräsident Stenger zu Bedenken. Mit fast 50 Prozent hat vor allem das Deliktfeld Computerkriminalität stark zugenommen, ebenso Waren- und Warenkreditbetrug (+23,2 %) und Cybercrime (+18,7 %). Und auch die Zahl der Sexualdelikte ist - wenn auch leicht - weiter angestiegen. 

Kriminalstatistik 2019: Weniger Wohnungseinbrüche

Bei den Wohnungseinbrüchen setzte sich die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fort. „Beim Wohnungseinbruch haben wir eine sehr positive Verlaufskurve zu verzeichnen“, bilanziert Polizeivizepräsident und Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg Siegfried Kollmar. Von rund 1.500 Einbrüchen im Jahr 2015 haben sich die Fälle auf mittlerweile 746 fast halbiert. „In allen drei Zuständigkeitsbereichen, und das ist erfreulich, haben wir gute Rückgänge (HD: -12,9 %, MA: -13,5 % und RNK: - 8,5 %) bei den Fallzahlen zu verzeichnen“, zeigt sich Kollmar zufrieden.

Inzwischen registriert die Polizei Mannheim in ihrem Zuständigkeitsbereich nur noch knapp zwei Einbrüche pro Tag, von denen fast die Hälfte im Versuchsstadium bleibt. Dazu haben laut Polizei unter anderem auch „konsequente Bekämpfungsstrategie, verhaltensorientierte Präventionsarbeit und sicherungstechnische Beratung“ beigetragen. 

Kriminalstatistik 2019: Jugendliche schicken mehr Pornos herum

Um 1,3 Prozent sind Sexualstraftaten angestiegen (803 Fälle). Allerdings gab es 2017 und 2018 noch deutlich zweistellige Zuwächse. In Mannheim sanken die Sexualstraftaten um 7,5 Prozent, in Heidelberg um fast 2 Prozent. Im Rhein-Neckar-Kreis hingegen musste das Polizeipräsidium Mannheim hingegen einen Zuwachs von über 11 Prozent feststellen. Sexuelle Straftaten im öffentlichen Raum sind fast um ein Viertel zurückgegangen - 301 auf 229 Fälle. Die Aufklärungsquote konnte nochmals gesteigert werden - auf 82,8 Prozent. Damit lag sie deutlich über dem Vorjahreswert von 77,6 Prozent.

Die Gesamtstatistik wird durch eine Steigerung beim besonders perfiden Deliktsbereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern um 23 Fälle getrübt“, ergänzt Kollmar. Und auch die starke Zunahme im Bereich „Verbreitung pornografischer Schriften“ bereitet der Polizei „Sorgen“: 2019 wurden 89 Fäller zur Anzeige gebracht, ein Plus von 69 Prozent. „Besonders auffällig sind die Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit durch Eltern, Schule und polizeiliche Prävention notwendig, denn viele sehen oft die Konsequenz ihres Handelns nicht, wenn über Messenger-Dienste, wie z. B. WhatsApp, Instagram oder den Facebook Messenger Bilder oder Videos verschickt werden", so Kollmar.

Kriminalstatistik 2019: Weniger Rauschgiftdelikte in Mannheim, mehr in Heidelberg und im Kreis

Drogendelikte sind leicht auf 6.614 (-2,3 %) zurückgegangen. Besonders in Mannheim dien Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz deutlich gesunken (-13,5 %). Dafür legte das Deliktfeld in Heidelberg (+8,4 %) und dem Rhein-Neckar-Kreis (+13,8 %) stärker zu. 

Präsidiumsweit registrierte die Polizei 2019 insgesamt 17 Drogentote: 9 in Mannheim (-4), wie im Vorjahr einen Drogentoten in Heidelberg und 7 im Rhein-Neckar-Kreis (+3). Landesweit hat Mannheim die höchsten Fallzahlen an Rauschgiftdelikten, was laut Polizei mit dem hohen Kontrolldruck durch die beamten zusammenhängt.

Drogenkontrolle der Mannheimer Polizei.

Kriminalstatistik 2019: Falsche Polizeibeamte - nur 1 Prozent der Betrugsversuche erfolgreich

Die Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter“ hat sich in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis offenbar weitgehend herumgesprochen. Fast 99 Prozent der Betrugsversuche, bei dem Täter ihre zumeist älteren Opfer teils stundenlang am Telefon festhalten und massiv unter Druck setzen, waren laut Kriminalstatistik 2019 fast in 99 Prozent der Fälle erfolglos. Nur in 14 Fällen erreichten die Täter ihr Ziel.

Unfallstatistik 2019: Gleich viele Unfälle, aber mehr Verkehrstote

Mit 30.673 Unfällen blieb die Gesamtzahl fast auf dem gleichen Niveau - 2018 gab es 14 Unfälle mehr. Allerdings ist die Zahl der Verkehrstoten auf ein 5-Jahres-Hoch gestiegen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim starben 2019 28 Menschen bei Unfällen. 2018 waren waren 19 Personen bei Unfällen ums Leben gekommen. Die Zahl der Schwerverletzten nahm um 77 Personen auf 596 (-12,9 %) ab, die Anzahl der Leichtverletzten blieb mit 3.192 Personen fast gleich.

Von den 28 Verkehrstoten waren 19 Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger. Unter den weiteren Unfalltoten waren acht Autofahrer und ein Beifahrer. Im Rhein-Neckar-Kreis starben letztes Jahr 20 Menschen bei Unfällen, in Mannheim 6 und in 2 Personen in Heidelberg

Unfallstatistik 2019: Mehr Unfälle mit Radfahrern

Auch bei Unfällen mit Radfahrern verzeichnete die Polizei 2019 einen neuen 5-Jahres-Höchststand. Die Anzahl stieg auf 1.345 (+3,5 %) zu. 11 Radfahrer kamen letztes Jahr bei Unfällen ums Leben, 2018 waren es noch sechs Fahrradfahrer. Fünf davon starben bei alleinbeteiligten Stürzen, vier verschuldeten den Verkehrsunfall durch Verletzung der Vorfahrt. Zwei Radfahrer wurden unverschuldet durch Verletzung der Vorfahrt getötet. Acht dieser Unfälle ereigneten sich innerorts, drei außerorts.

Insgesamt 1.043 (2018: 1.033) Radfahrer zogen sich Verletzungen zu, 145 (im Vorjahr 164) davon trugen schwere Verletzungen davon, dies entspricht einem Rückgang um 11,5 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Radfahrverkehr in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Damit steigt auch die Unfallbeteiligung von Radfahrern.

rmx

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Robin Eichelsheimer

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