„Wo Atmen krank macht“

Erschreckende Abgas-Werte: So schlecht ist unsere Luft!

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Erschreckende Werte von Dieselabgas Stickstoffdioxid in Mannheim (Symbolfoto).

Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen - Gemeinsam mit hunderten Helfern hat die Deutsche Umwelthilfe die Luft in deutschen Städten gemessen – mit einem erschreckenden Ergebnis:

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlicht am Dienstag (28. August) die Ergebnisse ihrer zweiten bundesweiten ,Citizen Science Messaktion' „Decke auf, wo Atmen krank macht“. Dabei ist Stickstoffdioxid (NO2) in Atemhöhe von Kindern gemessen worden. 

Denn: Besonders Kinder, Schwangere und alte oder kranke Menschen sind durch die giftigen Abgase gefährdet. Gesundheitsschäden können bereits ab einer Belastung von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter auftreten. „In Ruhe atmen Erwachsene zwischen 15 und 20 Mal pro Minute. Kinder – je nachdem wie alt sie sind, je kleiner, desto höher ist die Atemfrequenz – atmen in Ruhe bis zu 40 Mal. Gleichzeitig sitzen Kinder natürlich deutlich seltener so still wie Erwachsene“, erklärt Thomas Lob-Corzilius, Lungenfacharzt für Kinder und Jugendliche. Auch eine höhere Asthmagefahr bestehe. 

Erschreckendes Ergebnis

Die DUH nimmt im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 1. Juli an insgesamt 431 Stellen in 232 Städten und Kommunen Luftproben und lässt diese auswerten. Dabei liegt der Grenzwert für NO2 bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Selbst bei sommerlichen Temperaturen zeigen 74 Prozent der Messstellen mit Werten über 20 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gesundheitlich bedenkliche Belastungen der Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid“, so die DUH. 

Die Ergebenisse für die Metropolregion Rhein-Neckar

Auch in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und weiteren Städten der Metropolregion Rhein-Neckar wird die Luft an verschiedenen Stellen gemessen. Diese Durchschnittswerte (Mikrogramm pro Kubikmeter) erreichen die Städte:

  • Mannheim: 41
  • Ludwigshafen: 32
  • Heidelberg: 30
  • Leimen: 29
  • Schwetzingen: 33
  • Hockenheim: 23
  • Walldorf: 28
  • Sinsheim: 34
  • Speyer: 35

Zur Erinnerung: Alle Werte unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter gelten als sauber, ab 30 oder sogar ab 40 als extrem belastet. 

Die schlechtesten Messewerte

Bei den Sommermessungen der DUH wurden die höchsten NO2-Werte in Bonn (77), Stuttgart (67), Kiel (60), Düsseldorf (59) und Hamburg (62) gemessen. In Stuttgart (67) wird in der Pragstraße, unmittelbar am Tierpark, ein Wert von 67,8 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen.

Wir haben in Deutschland ein flächendeckendes Problem mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid in unserer Atemluft. Unsere Citizen Science Messungen haben die Anzahl der Städte mit Grenzwertüberschreitungen auf 115 anwachsen lassen“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

pm/jol

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