Nach Corona-Lockdown

Schwimmen in der Region – diese Freibäder haben wieder offen!

Heidelberg/Mannheim – Seit dem 6. Juni dürfen Freibäder in Baden-Württemberg wieder aufmachen – doch die meisten Schwimmbäder haben jetzt noch geschlossen. Welches Bad in der Region wann öffnen will:

  • Nach Schließung wegen Corona: Freibäder in Baden-Württemberg dürfen seit dem 6. Juni wieder öffnen
  • Da die Corona-Hygieneauflagen erst recht spät veröffentlicht wurden, werden die meisten Schwimmbäder erst in den kommenden Tagen und Wochen öffnen
  • Wann die Schwimmbäder in der Region Heidelberg und Mannheim wieder öffnen:

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat beschlossen, dass Frei-, Hallen-, Thermal- und Spaßbäder sowie Badeseen nach einer Corona-bedingten Schließung am 6. Juni wieder ihre Tore für Gäste öffnen dürfen. Zufrieden ist die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen damit jedoch nicht und bemängelt, dass die Länder sich zu viel Zeit bei den Vorgaben gelassen haben. Auf die genauen Hygieneauflagen der Landesregierung mussten die Schwimmbad-Betreiber im Südwesten bis zum 4. Juni warten. 

Freibäder in der Corona-Krise: Das sind die neuen Regeln und Einschränkungen

Bei alle Frei-, Hallenbädern und Seen hängt die Zahl der zugelassenen Badegäste von der Wasserfläche ab: Pro zehn Quadratmeter darf sich nur eine Person aufhalten. Im Nichtschwimmerbecken ist es eine Person pro vier Quadratmeter. Alternativ können die Bäder die einzelnen Bahnen unterteilen. Pro 50-Meter-Bahn sind laut Landesregierung zehn Schwimmer zugelassen. Außerdem sei ein Einbahnsystem einzuführen auf den Bahnen einzuführen. Auch die Zahl der Sonnenanbeter auf den Liegewiesen sowie die der Gäste insgesamt im Freibad sind beschränkt. Außerdem muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Toiletten und Umkleiden sollen so eingerichtet werden, dass wenige Menschen miteinander Kontakt haben.

Obwohl Schwimmbäder schon ab dem 6. Juni wieder geöffnet haben dürfen, sind die meisten noch geschlossen. (Symbolbild)

Wie auch schon in Restaurants müssen Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen, damit Infektionsketten nachvollzogen werden können. Um den Besucherstrom zu lenken, werde der Einlass vielerorts nur nach Online-Ticketverkauf und Namenserfassung möglich sein. Spontanbesuche ohne Anmeldung sind dann nicht möglich. Die Freibadsaison dauert in der Regel von Mai bis September. Doch wann öffnen die Freidäder in der Region im Heidelberg und Mannheim wieder ihre Tore?

Schwimmbäder in der Corona-Krise: Wann öffnen die Bäder in Heidelberg?

Wie die Stadtwerke Heidelberg auf Anfrage Anfang Juni mitteilten, sollte das Tiergartenbad Heidelberg voraussichtlich am Mittwoch, den 17. Juni 2020, öffnen. Die Eröffnung verschiebt sich nun jedoch wahrscheinlich auf Ende der Woche, wie die Stadtwerke am Montag (15. Juni) in einer Mitteilung erklären. Der Grund für die leicht verzögerte Eröffnung liegt bei dem Online-Reservierungssystem. „Allerdings gibt es bei den Dienstleistern für das Kassensystem aktuell erhebliche Engpässe“, so Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Bäder. Zahlreiche andere Bäderbetreiber benötigten aktuell ebenfalls deren Unterstützung. „Wir bedauern das sehr“, betont er, „und können gleichzeitig die Situation dort gut nachvollziehen. Wir bleiben am Ball und gehen davon aus, dass sich die Eröffnung nur kurz verschiebt.

„Auch wenn der Umfang des Angebots eingeschränkt und die Bedingungen herausfordernd sind, möchten wir unseren Gästen in diesem Ausnahmejahr ein attraktives Sport- und Freizeitangebot bieten. Wichtig ist uns, dabei einen möglichst umfassenden Infektionsschutz sicherstellen.“

Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Bäder

Zudem werden voraussichtlich einige Bereiche des Tiergartenbades gesperrt oder begrenzt zugänglich sein. Wie die Online-Buchung und der Eintritt genau funktionieren und welche weiteren Regeln gelten werden, veröffentlichen die Stadtwerke Heidelberg rechtzeitig vor der Eröffnung des Bades. Für die Corona-Badesaison werden besondere Eintrittspreise gelten. Gültige Eintrittsmedien wie Jahres-, Saison- und Geldwertkarten sowie Mehrfach- und Einzeltickets werden entsprechend verlängert. Eine Verlängerung kann bei der Bäderverwaltung unter baeder@swhd.de beantragt werden.

Am 14. Juli startet das Thermalbad in die Corona-Sommersaison. Wie auch im Tiergartenbad wird ein Sonderbetrieb mit deutlich begrenzter Besucherzahl und vorheriger Online-Reservierung stattfinden. Um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu reduzieren, wird die Anzahl der Besucher, die gleichzeitig im Bad sind, deutlich reduziert. Darum ist auch für das Bergheimer Freibad eine Online-Reservierung Voraussetzung für den Besuch. Pro Zeitblock können 100 Gäste gleichzeitig das Bad besuchen. Um möglichst vielen Besuchern täglich den Einlass zu gewähren, sind die Zeitblöcke auf jeweils 90 Minuten zuzüglich 30 Minuten Einlasszeit zu Beginn eines jeden Blocks begrenzt. Die Buchungszeiten sind täglich 8-10 Uhr, 10.30-12.30 Uhr, 13-15 Uhr, 15.30-17.30 Uhr und 18-20 Uhr.

In der ersten halbe Stunde des gebuchten Zeitblocks können Badegäste ihre Reservierung derzeit noch an den Kassen des Bades gegen ein Eintrittsticket eintauschen. Um das Bad am Ende der gebuchten Zeit pünktlich verlassen zu können, ist genug Zeit für das Ankleiden nach dem Verlassen der Becken einzuplanen. Sobald das Bad leer ist, wird es gereinigt, bevor der nächste Block beginnt.

Freibäder in Mannheim: Die Schwimmbecken werden schon geheizt

Im Mannheim werden schon die Schwimmbecken geheizt sowie die Aufenthaltsbereiche gereinigt und für den Publikumsverkehr vorbereitet. Sofern es die Corona-Verordnung von Baden-Württemberg zulässt, sollen die vier Mannheimer Freibäder in der KW 25 (Woche ab dem 15. Juni) wieder für die Badegäste öffnen. Am 10. Juni bestätigt die Stadt Mannheim: Die vier Freibäder dürfen ab dem 16. Juni öffnen. Allerdings gelten strenge Hygieneauflagen: Nach den einzelnen Zeitfenstern muss das Bad von der entsprechenden Personengruppe verlassen werden. So werden Senioren von Montag bis Freitag täglich von 9 bis 11 Uhr schwimmen können. Familien mit Familienpass und vorangemeldete Jugendgruppen (unter pädagogischer Leitung) können die Bäder montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr besuchen sowie am Wochenende von 9 bis 18 Uhr. Täglich von 18:30 bis 20 Uhr haben alle sportlichen Schwimmer die Gelegenheit, ihre Bahnen zu ziehen. Um 20 Uhr schließt das Bad für den öffentlichen Betrieb. 

Ab dem 14. Juli wird das Herzogenriedbad wieder für Frühschwimmer seine Pforten öffnen. Dienstags und donnerstags zwischen 7 und 9 Uhr wird das 50-Meter-Becken der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Der Eintritt kostet 2 Euro. Auch die Jahreskarte ist für das Frühschwimmen nutzbar.

Die Abstands- und Hygieneregelungen der Verordnung sehen vor, dass die Personaldaten erfasst werden müssen. Um Wartezeiten vor Ort zu vermeiden, können ein Formular hierfür bereits zu Hause herunterladen, ausdrucken und ausfüllen. Im Eingangs- und Kassenbereich sowie auf den Toiletten gilt die Maskenpflicht. Der in Baden-Württemberg übliche Mindestabstand von 1,5 Metern für Personen aus verschiedenen Haushalten ist sowohl auf der Liegewiese als auch in den Becken einzuhalten. Es soll einen Sondertarif in Höhe von 2 Euro geben, der sowohl am Vormittag als auch am Abend gilt. Darüber beschließt der Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung am 16. Juni. Der Sondertarif begründet sich im Wesentlichen in der eingeschränkten Nutzungszeit für die Bäder, Senioren morgens 2 Stunden beziehiungsweise abends sportliche Schwimmer 1,5 Stunden. Familien erhalten ausschließlich mit dem Mannheimer Familienpass Zugang zum Freibad (hier sind sowohl die Gutscheine für die Freibäder wie auch für die Hallenbäder gültig).

Wegen Corona wochenlang geschlossen: Wann öffnet das Aquadrom Hockenheim wieder?

Wie Christoph Henninger von der Stadtverwaltung Hockenheim auf Anfrage mitteilt, könnte das Aquadrom mit „erheblichen Einschränkungen“ wieder öffnen. An einen normalen Betrieb ist jedoch noch nicht zu denken, da sich die Gäste an viele Vorgaben halten müssen. Zu diesen zählt dann auch ein sogenannter Time-Slot von drei Stunden, länger könnte man die Gäste nicht ins Bad lassen. Verteilt über den Tag würde sich so die Möglichkeit ergeben, dass man drei Optionen zum Besuch des Bades hat.

Tickets für das Aquadrom sollen online gebucht und dann am Eingang einscannen werden. Weitere Einschränkungen sind auch im Bad selbst vorzufinden, denn auch hier muss ein Mindestabstand eingehalten werden. Dieser Mindestabstand wird anhand von Quadratmetern vorgegeben. Sowohl das Wellenbecken, als auch die Schwimmbecken sollen durch eingezogene Schwimmlinien unterteilt werden.

Ansonsten wird das Aquadrom gewährleisten, dass die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden und sein ausgearbeitetes Hygienekonzept von den Gästen umgesetzt wird. Ein konkretes Eröffnungsdatum für das Aquadrom in Hockenheim steht noch nicht fest, da es noch eine gewisse Vorlaufzeit brauche. Außerdem müsse ein städtisches Gremium erst noch entscheiden ob die Wirtschaftlichkeit des Bades unter diesen Einschränkungen noch gewährleistet ist.

Freibad in Brühl: Bürgermeister Göck ist noch vorsichtig

Wann das Freibad Brühl nach der Corona-Pause öffnen wird, steht noch nicht fest. Wie Bürgermeister Dr. Ralf Göck auf Anfrage mitteilt, sei die Pandemie noch nicht vorbei. Obwohl eine Ansteckung im Wasser eher unwahrscheinlich ist, könnte sich jederzeit jemand auf der Liegeweise, in den Umkleiden oder Toiletten mit dem Coronavirus anstecken. Das neue Corona-Konzept würde zusätzliche Kosten verursachen. Durch die zusätzlichen Reinigungskräfte und Security würden die Kosten für die verbleibenden 60 Öffnungstage um 200.000 Euro steigen – und das in Zeiten wegbrechender kommunaler Einnahmen. Diese Risiken könne der Bürgermeister nicht selbst abwägen. Der Gemeinderat werde zeitnah über eine Öffnung des Freibades Brühl entscheiden. Das Eröffnungsdatum könnte um den 1. Juli herum sein.

Öffnung des Freibades Neckargemünd nicht vor dem 20. Juni

Am 29. Juni um 9:00 Uhr öffnet das Terrassen-Freischwimmbad in Neckargemünd seine Pforten für die verspätete Badesaison. Wer das Freibad besuchen möchte, muss vorab über ein Online-Buchungssystem, ansteuerbar über die städtische Homepage www.neckargemuend.de/Freibad, ein Ticket lösen. Die Vorreservierung ist frühestens zwei Tage im Voraus möglich und startet am 26. Juni. Damit gegebenenfalls Infektionsketten über das Gesundheitsamt nachverfolgt werden können, besteht die Verpflichtung, bei der Reservierung den Namen, Vornamen sowie die Telefonnummer oder Adresse anzugeben. Diese Daten werden datenschutzkonform erfasst, für vier Wochen gespeichert und anschließend gelöscht. Reservieren kann man für zwei Zeitabschnitte: Frühschwimmer können von 9 bis 13 Uhr ins kühle Nass (Einlass: 9 – 12 Uhr, Badschließung 13:30 Uhr). Im zweiten Abschnitt darf von 15 bis 19 Uhr (Einlass: 15 – 18 Uhr, Badschließung 20 Uhr) geschwommen werden. Vorab und während der Mittagspause wird das Bad mit sämtlichen Handläufen und Gerätschaften gereinigt und desinfiziert. 

Auch für das Freibad in Ketsch gibt es noch kein festes Eröffnungsdatum. Die Stadt überarbeite aktuell unter Einbeziehung der nunmehr geltenden Regularien das bereits vorab erstellte Konzept einer möglichen Wiederinbetriebnahme der örtlichen Badanlagen. „Ob und inwieweit auf Grundlage dieses Konzeptes dann jedoch auch ein tatsächliche Öffnung erfolgt, bleibt eines gesonderten Beschlussfassung vorbehalten“, so Sandra Alber von der Gemeindeverwaltung Ketsch. Ähnlich sieht es in Waibstadt aus: Dort werde man die Umsetzung der in der Verordnung enthaltenen Regelungen eingehend prüfen und  „auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, die Entscheidung treffen, ab wann das Hallen-Freibad Waibstadt wieder geöffnet werden kann“, so Bürgermeister Joachim Locher.

Das Hallenbad Edingen-Neckarhausen soll Anfang Juli öffnen. „Bis dahin sind auch unsere jährlichen Wartungsarbeiten, die wir dieses Jahr wegen Corona vorgezogen haben, abgeschlossen. Insofern hat sich bei uns nichts geändert“, so Bürgermeister Simon Michler auf Anfrage. Schneller geht es mit der Öffnung im Freibad Sinsheim, das öffnet schon am 9. Juni wieder.

Trotz Corona-Verornung für Schwimmbäder: Bei miramar-Geschäftsführer sind noch einige Fragen offen

Auch nach der Veröffentlichung der Corona-Verordnung für Schwimmbäder bleiben für miramar-Geschäftsführer Marcus Steinhart noch einige Fragen offen. „Unsere Gäste erwarten bei uns ein erholsames Angebot, einen Tag Urlaub, aber sie erwarten auch Sicherheit. Wir haben ein umfangreiches Konzept seit Wochen erarbeitet, passen das an, aber es gibt aktuell an die politischen Entscheider noch viele offene Fragen, bei denen wir eine rechtlich belastbare Rückmeldung benötigen“, so Steinhart in einer Pressemitteilung. „Wenn allerdings Unklarheiten bleiben, muss ich abwägen, ob eine Öffnung ohne klare Vorgaben mehr Risiko bedeutet, als Chance. Wir planen die Wiedereröffnung für den 22.06.2020, aber nur wenn die rechtlichen Vorgaben eindeutig sind. Sinnfreie Einschränkungen verhindern, dass unsere Gäste einen Tag Urlaub im miramar genießen können und wir müssten das Bad geschlossen lassen“.

kp

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/picture-alliance/dpa

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