Archiv ist seit Jahren im Gespräch

Hip-Hop-Museum in Heidelberg: Viele Befürworter – doch keine Bewegung!

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Die Grünen-Politiker Derek Cofie-Nunoo (links) und Felix Grädler (rechts) zusammen mit Hip-Hop-Legende Toni-L.

Schon seit Jahren gibt es Pläne für ein Hip-Hop-Museum in Heidelberg, das die Anfänge des Genres aufzeigen soll. Dafür setzen sich auch Politiker der Partei „Die Grünen“ ein:

Nach seinem Aufstieg in den 80er und 90er Jahren ist der Hip-Hop heute nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch bis das Genre so bekannt und beliebt wie heute wurde, waren viel Zeit und Arbeit nötig. Gerade in Heidelberg wurde viel dafür getan, um die Musikrichtung zu etablieren – weshalb die Stadt auch als Wurzel des Hip-Hops in Deutschland gilt. Rapper wie Frederik „Torch“ Hahn und Toni Landomini aka „Toni-L“, die einst der Band „Advanced Chemistry“ angehörten und mit Songs wie „Fremd im eigenen Land“ und „Blauer Samt“ Musik-Deutschland durchschüttelten, zählen zu den großen Wegweisern. 

Hip-Hop-Museum soll Geschichte des Deutsch-Raps erklären

Kein Wunder also, das seit Jahren über ein Hip-Hop-Museum diskutiert wird, das in Heidelberg angesiedelt werden soll. Weit ist man mit der Idee aber noch nicht gekommen. Klar ist allerdings, dass Torch und Toni-L ihre Sammlungen zur Verfügung stellen wollen!

Nun setzen sich auch Politiker der Partei „Die Grünen“ für ein solches Archiv ein, in dem die Geschichte des Deutsch-Raps gezeigt werden soll. In einem solchen Museum könnten Zeitzeugnisse archiviert und ausgestellt werden. Als möglichen Ort schlagen die Politiker einen Teil des Karlstorbahnhof-Gebäudes vor. 

Rapper bieten Sammlungen mit einzigartigen Stücken für Archiv an

Es ist eine Ehre und einmalige Chance, dass Torch und Toni-L der Stadt für ein Hip-Hop-Museum ihre einzigartigen Sammlungen von Fotos, Texten, Musik und Videos zur Verfügung stellen wollen. Die Stadt Heidelberg sollte diese Geschenk annehmen. Hip-Hop ist Heidelberg - Heidelberg ist Hip-Hop! Die Wiege des deutschen Hip-Hops verdient endlich ihr Museum“, erklärt Felix Grädler von den Grünen. 

Auch Parteimitglied Derek Cofie-Nunoo setzt sich für einen solchen Ort ein, der zum einen die Anziehungskraft der Stadt verbessern und zum anderen den Besuchern die Hip-Hop-Kultur lebendig näher bringen würde.   

Hip-Hop war und ist in Heidelberg lebendig. Die deutsche Hip-Hop-Geschichte braucht in ihrer Geburtsstadt einen würdigen Ort. Die Zeit ist reif für ein Hip-Hop-Museum in Heidelberg!“ sagt Grädler. Eine Stadtführung mit Toni-L am Sonntag (28. April) habe zudem gezeigt, dass das Interesse an dem Thema ungebrochen sei. 

Auch aus dem Bundestag stößt ein Museum auf Zustimmung. Laut der Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner sei die Idee die Chance, die kulturelle Vielfalt Heidelbergs zu stärken. Der Abgeordnete Danyal Bayaz erzählt, dass er durch den Rap schließlich auch zur Politik gekommen sei.

Impressionen vom Hip-Hop-Symposium in der Popakademie

Torch und Rolf Stahlhofen setzen sich für Hip-Hop-Museum ein

Wie wichtig es ist sich über die Musik, ihre Auswirkungen und Einflüsse zu unterhalten, zeigte ein Hip-Hop-Symposium, das im Dezember 2018 an der Mannheimer Pop-Akademie stattfand. Ausrichter des Events war Torch, der sich auch zu einem möglichen Archiv äußerte.

Einen Austausch zwischen Hip-Hop-Forschern, der Szene und der akademischen Welt. Dass auch Institutionen für das Thema sensibilisiert werden und man Mittel und Aufträge bekommt, um das langfristig zu tun. Dass zum Beispiel das Land Baden-Württemberg einen Hip-Hop-Forschungsverein in Heidelberg forschen lässt. Die Stadt will ja auch ein Hip-Hop-Archiv, da braucht es Fachleute und Ideen – Ich bin bereit dafür! Die Ergebnisse sollen dann in Ausstellungen und Buchpublikationen gezeigt werden. Dafür soll das Symposium eine Inspiration sein.

Auch Rolf Stahlhofen von den Söhnen Mannheims machte sich dafür stark und betonte, dass es endlich Zeit für ein Museum sei. Schließlich sei Hip-Hop ein mächtiges Kulturgut. Das Genre solle in seinen Augen auch ein Weltkulturerbe sein.

pm/dh

Quelle: Heidelberg24

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