„Beistehen statt rumstehen“

Attacke in Bus: Ehrung für mutigen Helfer (19)

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Von links: Christian Zacherle, Reiner Greulich, Maksimilian Shusel, Wolfgang Erichson, Ralf Giese.

Heidelberg – Für sein couragiertes und aufmerksames Verhalten wurde Maksimilian Shusel (19) aus Heidelberg am Mittwochabend im Rahmen der Initiative „Beistehen statt rumstehen“ geehrt.

Es ist der 28. November 2014. Ein 27-jähriger Frankfurter steigt an der Haltestelle Schlierbacher Landstraße in den Linienbus 33. Als der Busfahrer seinen Fahrschein sehen möchte, zeigt er einen Studentenausweis der Uni Frankfurt vor, der im Netz der RNV keine Gültigkeit hat.

Als der Fahrer ihn darauf aufmerksam macht, wird der alkoholisierte Mann plötzlich aggressiv, beleidigt ihn und versucht ihn zu schlagen!

Alle Versuche den Pöbler des Busses zu verweisen sind vergeblich – da schreitet Maksimilian Shusel ein. Er ist alleine unterwegs und zieht den Mann sofort aus dem Bus. Es entsteht ein Gerangel, wobei Shusel ins Gesicht geschlagen und am Knie verletzt wird.

Erst als klar wird, dass der mutige Helfer kaum noch laufen kann, schreiten einige der anderen Fahrgäste ein.

Der 27-Jährige kann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung. Der Busfahrer stand unter Schock, nahm seinen Dienst aber schnellstmöglich wieder auf.

Lobende Worte für schnelles Einschreiten

Im Büro von Bürgermeister Wolfgang Erichson (Grüne) versammeln sich am Mittwoch Polizeirat Christian Zacherle, Rolf Giese von der RNV und Reiner Greulich, Geschäftsführer des Vereins „Sicheres Heidelberg e.V.“ , um den 19-Jährigen für sein Handeln zu ehren.

Rolf Giese (RNV) überreicht dem mutigen Helfer ein kleines Präsent.

Erichson äußert ein großes Lob, aber auch seine Erschütterung darüber, dass nur Shusel in den Vorfall einschritt: „Es ist inakzeptabel, dass die Leute in solch einer Situation nicht einschreiten. Wenn schon jemand aktiv wird, dann sollte der Rest auch aktiv werden!“

Polizeirat Zacherle bestätigt dies: „ Die Erfahrung zeigt: Je mehr Personen anwesend sind, desto geringer die Gefahr.“ Schon eine gemeinsame verbale Verteidigung gegen einen Angreifer könne helfen.

Shusel schätzt, dass etwa 25 weitere Menschen im Bus saßen, als die Situation eskalierte: „Anfänglich kam keiner zu Hilfe, die Leute wirkten eher nicht interessiert einzugreifen.“

„Beistehen statt Rumstehen“

Die Initiative der Präventionsvereine Sicheres Heidelberg (SicherHeid) e.V., Prävention Rhein-Neckar e.V. und Sicherheit in Mannheim (SiMa) e.V., richtet sich inhaltlich an der bundesweiten Aktion „TU WAS“ aus. Die Aktion soll innerhalb der Bevölkerung den Gedanken der Solidarität und des Helfens fördern.

Die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einem Präsent erhalten Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis, in Heidelberg oder in Mannheim couragiert handeln.

Die Verletzungen von Maksimilan Shusel sind mittlerweile verheilt und er bereut sein mutiges Eingreifen nicht:

„Ich würde es wieder tun!“ 

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>>>www.sicherheid.de

>>>www.praevention-rhein-neckar.de

>>>www.aktion-tu-was.de

>>>www.polizei-beratung.de

kab

Quelle: Heidelberg24

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