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Heidelberg: Hopp-Firma bekommt Millionen für Forschung an Corona-Medikament

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Von: Florian Römer

Heidelberger Biotech-Firma Apogenix erhält Förderung (Montage)
Heidelberger Biotech-Firma Apogenix erhält Förderung (Montage) © HEIDELBERG24/Florian Römer/Montage

Heidelberg/Berlin - Sechs Unternehmen erhalten Bundes-Fördergelder zur Entwicklung von Covid-Medikamenten. Millionen fließen auch an die Heidelberger Firma Apogenix:

Mit 150 Millionen Euro fördern das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten. Wie beide Ministerien am Montag (6. September) mitteilten, sollen entsprechende Forschungsprojekte der Firmen AdrenoMed, Atriva Therapeutics, CORAT Therapeutics, InflaRX und der DRK Baden-Württemberg-Hesse unterstützt werden. Über eine hohe Fördersumme darf sich auch das Heidelberger Biotech-Unternehmen Apogenix freuen, das im Neuenheimer Feld beheimatet ist.

Nach Angaben der Ministerien geht es um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften. „Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine Covid-19-Erkrankung haben“, hieß es in einer Mitteilung. „Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

StadtHeidelberg
Fläche108,8 km²
Einwohnerzahl161.485 (2020)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Apogenix forscht an Corona-Medikament

Apogenix ist eine Ausgründung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Hauptinvestor des Unternehmens ist die dievini Hopp BioTech Holding von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. Dievini ist unter anderem auch an dem Tübinger Pharma-Unternehmen CureVac beteiligt, das einen mRNA-Impfstoff gegen Corona erforscht. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 entwickelt Apogenix eigenen Angaben zufolge eine Vielzahl von Wirkstoffen zur Behandlung von Krebs und Viruserkrankungen. Diese Proteinwirkstoffe sollen bei Krebspatienten die Immunabwehr gegen Tumore wiederherstellen oder bei Virusinfektionen den Mangel an Lymphozyten und den Zelltod durch Entzündungen verringern.

Apogenix hat zur Behandlung von Tumoren „Asunercept“ entwickelt. Bei bestimmten Hirntumoren (Glioblastom) befindet sich bereits eine zulassungsrelevante Phase II/III-Studie in Planung, heißt es. Der Wirkstoff könne aber auch bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen eingesetzt werden. Deshalb will Apogenix das Mittel „bei Krankenhaus-Patienten mit mittelschweren bis schweren Fällen von COVID-19 evaluieren.“ In Spanien und Russland werden bereits Phase II-Studien über den Einsatz von Asunercept zur Verhinderung von Lungenschäden bei Covid-Patienten durchgeführt.

Heidelberg: Apogenix erhält Millionen für Forschung an Covid-Medikament

Die ersten Ergebnisse seien „vielversprechend“, verriet Apogenix-Vorstandschef Thomas Höger der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Man habe die Resultate auch schon mit dem Paul-Ehrlich-Institut besprochen, das für die Zulassung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln zuständig ist. Jetzt sollen weitere Untersuchungen des Wirkstoffs folgen. Mit einer Zulassung rechnet Höger aber nicht vor 2024. Wie hoch die Fördersumme genau ist, steht noch nicht fest. Sollten die Fördergelder gleich verteilt werden, würde Apogenix 25 Millionen Euro erhalten.

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Laut Friedrich von Bohlen, einer der dievini-Geschäftsführer, habe Asunercept in der Onkologie bereits gute Ergebnisse gebracht, sagte Friedrich von Bohlen der „RNZ“: „Es spricht vieles dafür, dass es in gewissen Phasen einer Covid-Erkrankung die Sterblichkeit reduzieren kann.“ Mit der Förderung wolle man weitere Studien durchführen, um den Wirkstoff möglichst schnell Corona-Patienten zur Verfügung stellen zu können. (rmx)

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