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Gegen Verkehrspolitik! 200 Demonstranten vor Rathaus

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Von: Peter Kiefer

Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei.
Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei. © HEIDELBERG24/Peter Kiefer

Heidelberg-Altstadt – Rund zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall vor einer Grundschule ziehen 200 Bürger mit einem stillen Protest gegen die städtische Verkehrspolitik vors Rathaus.

Nach dem tragischen Unfall-Tod des jungen Ben (9) am 15. Januar vor der Friedrich-Ebert-Grundschule hat die Stadt zwar reagiert und Bremsschwellen in der Theaterstraße montiert – doch das ist besorgten Eltern und Anwohner nicht genug!

Der stille Protest am 28. Januar vorm Rathaus: Um Punkt 16 Uhr versammeln sich die Bürger auf dem Marktplatz, um eine Stunde lang ihre Trauer und ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen.

Wir wollen gegen gravierende Defizite und Versäumnisse in der städtischen Verkehrspolitik protestieren. OB Würzner und seine Behörden müssen endlich handeln! Der tödliche Unfall geschah in einer Spielstraße zwischen Grundschule und Kinderspielplatz – ein Ort mit sehr hohem Gefährdungspotenzial, der entsprechend zu sichern ist. Genau dies ist aber nicht geschehen“, erklärt Mit-Initiator Hans-Peter Gruber.

Was die ‚Demonstranten‘ fordern:

Wichtig ist den Protestlern, dass es nicht nur um die Theaterstraße geht! Erhöhte ‚Gefahrenlage‘ herrscht auch in Bienenstraße, Hauptstraße, Blumenstraße, Franz-Knauff-Straße, Kleingemünder Straße, Unterer Fauler Pelz, Oberer Fauler Pelz und vielen anderen Straßen.

Rückblick

Der lebenslustige Ben, begeisterter Rugby-Spieler und Saxofonist, spielt nach Schulschluss gegen 12:30 Uhr mit Freunden. Als er auf die verkehrsberuhigte Straße läuft, wird er vom Mercedes-Sprinter eines 56-Jährigen überrollt und dabei tödlich verletzt.

Bitter: Obwohl das zuständige Amt für Verkehrsmanagement wiederholt auf die Sicherheitsdefizite in der Theaterstraße aufmerksam gemacht wurde (inklusive konstruktiver Verbesserungsvorschläge), wurden nicht genug Vorkehrungen getroffen, die Bens Tod hätten verhindern können.

Uns allen ist klar, dass tödliche Verkehrsunfälle nie ganz ausgeschlossen werden können. Man kann aber viel tun, um diese Gefahren zu minimieren – insbesondere in den verkehrsberuhigten Bereichen, Fußgängerzonen und Spielstraßen der Stadt“, so Gruber.

Bürgermeister Wolfgang Erichson (Grüne): „Wir nehmen das Problem sehr ernst, müssen aber auch die Ergebnisse der Sachverständigen abwarten, wie sich der tragische Unfall tatsächlich zugetragen hat. Wir als Stadt werden thematisieren, wie wir künftig mit verkehrsberuhigten Straßen umgehen. Dennoch kann man solche Unglücksfälle leider nicht immer verhindern.

Den Vorwurf, dass der Gemeindevollzugsdienst (zuständig für ruhenden Verkehr) nicht genug Präsenz zeigen und kontrollieren würde, lässt man im Rathaus nicht auf sich sitzen.

Unser GVD ist täglich in der Altstadt unterwegs, hat dort allein im letzten Jahr 24.000 Strafzettel verteilt. Es ist eine Frage des Geldes, ob der Gemeinderat einer Aufstockung des Personals zustimmt“, so Rathaus-Sprecher Achim Fischer.

HEIDELBERG24 meint: Bedenklich und traurig, dass immer erst etwas Schreckliches passieren muss, damit Behörden tätig werden.

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pek

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