Verhandlungen gescheitert

Heidelberger Herbst ohne ‚Alternative‘: Aus für „Herbst/Zeit/Lose“

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Kunst beim Heidelberger Herbst 2012: Die Herbst/Zeit/Lose veranstalten ein Live-Painting auf dem Friedrich-Ebert-Platz

Heidelberg – Nun ist es entschieden: Der „Alternative Herbst“ wird kein Teil des Heidelberger Herbstes mehr sein. Die Veranstalter hätten sich trotz intensiver Verhandlungen nicht einigen können.

„Leider müssen wir euch mitteilen, dass die HERBST/ZEIT/LOSE 2015 auf dem Friedrich–Ebert–Platz nicht stattfinden wird.“

Mit diesem Facebook-Post machen die Veranstalter des „Alternativen Herbstes“ den Stand der Dinge klar: Die Verhandlungen mit der Heidelberg Event GmbH sind gescheitert. „Wir haben den ‚Herbst/Zeit/Losen‘ wirklich ein schönes Angebot gemacht.“, kommentiert Vera Cornelius, Geschäftsführerin der Heidelberg Event, die Zusammenarbeit. Auch einer der Hauptorganisatoren des  „Alternativen Herbst“, Patrick Forgacs, bezieht auf Nachfrage von HEIDELBERG24 Stellung: „Die Verhandlungen liefen gut ab.“ Man sei auf „emotionaler Ebene“ sehr gut klargekommen, erzählt er. 

Stadt und Heidelberg Event erteilen dem Fest auf dem Friedrich-Ebert-Platz jedoch eine Absage. Ein Sprecher der Stadt verweist auf die „großen Probleme“, die es in den vergangenen Jahren rund um den Platz gegeben hätte. Besonders, dass durch den großen Besucherandrang wichtige Flucht- und Zufahrtswege verstopft würden, sei aus Sicht der Stadt und der Polizei ein zu großer Risikofaktor. 

„Herbst/Zeit/Lose“ bieten mehr

Forgacs kann das nachvollziehen, trotzdem fühlt er sich nicht richtig verstanden. 

Bei der Debatte würde vergessen, dass die „Herbst/Zeit/Lose“ den Friedrich-Ebert-Platz ja nicht nur abends mit wilden Partys und Konzerten bespielen, sondern auch tagsüber ein vielfältiges Programm auf die Beine stellen. Das sei auch von Familien gut besucht gewesen. Forgacs versteht daher nicht, dass die Heidelberg Event jetzt mit einem besonders familiengeeigneten Programm auf dem Platz aufschlagen will.

„Wir waren vier Jahre lang nichts anderes, als ein Familienplatz beim Heidelberger Herbst“, sagt er. Außerdem sei die Verantstaltung immer eine ganz wichtige Präsentations- und Austauschplattform für die Heidelberger Kreativwirtschaft gewesen. 

Das Angebot von Cornelius, die „Herbst/Zeit/Lose“ daher auf dem Gelände des Dezernat 16 in Bergheim unterzubringen, entspreche jedoch nicht ganz seinen Vorstellungen und sei zwecks Sponsorenanfrage zu kurzfristig. Das sei seitens der Veranstalter (aus gegebenem Anlass mittlerweile nur noch „/Zeit/Lose“) nicht nur finanziell ein größeres Risiko, sondern auch aus sicherheitstechnischen Gründen nicht optimal. Die Zugeständnisse von Heidelberg Event seien einfach nicht ausreichend gewesen, sagt er.

Keine Einigung möglich

Die „Herbst/Zeit/Lose“ nur noch mit einem ruhigen Abendprogramm auf dem Friedrich-Ebert-Platz bestehen zu lassen, ist aus Forgacs Sicht auch ein zu großes Risiko. „Wir haben uns natürlich größtenteils durch den Getränkeverkauf während der Abendveranstaltungen finanziert.“, erklärt er und merkt an, dass man nie versucht habe, Gewinn mit der Veranstaltung zu machen.

Vera Cornelius von Heidelberg Event hält an ihrer Sicht der Dinge fest: Man hätte sich bemüht den Organisatoren einen alternativen Ort sowie finanzielle und organisatorische Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Sie bedauert, dass es den „Alternativen Herbst“ nicht mehr geben wird.

Besonders für junge Besucher jährlich stattfindenden Altstadtfestes gibt es, außer der Konzerte und Party am Marstallhof, dann nur wenige interessante Möglichkeiten.

Forgacs will den enttäuschten „Herbst/Zeit/Lose“-Fans aber keine endgültige Absage erteilen. „Vielleicht gibt es ja noch einen Plan B.“ Bei Facebook schreiben die Veranstalter, dass es möglicherweise „privat ein kleines 5-Jahres-Jubiläum“ geben wird.

>>> Grüne fordern Runden Tisch zu „Herbst/Zeit/Lose“!

>>> Aus droht! Alternativer Herbst sucht neue Heimat

sag

Quelle: Heidelberg24

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