72-Jähriger ist polizeibekannt

Hanau-Attentäter Tobias R.: Vater nach Tat in Psychiatrie

Hanau - Tobias R. tötete neun Menschen, bevor er seine Mutter und sich selbst richtete. Die Polizei fand seinen Vater unverletzt in der Wohnung. Jetzt wurde er in eine Psychiatrie eingeliefert!

  • Terror-Nacht am 19. Februar: Todesschütze Tobias R. tötet 9 Menschen an zwei Tatorten in und vor zwei Shisha-Bars.
  • In seiner eigenen Wohnung erschießt er seine Mutter und sich selbst. 
  • Welche Rolle spielte der Vater vom Tobias R. bei den Terror-Plänen?
  • Vater von Tobias R. in Psychiatrie.

Update vom 24. Februar: Nach Informationen der „Bild“ ist der Vater von Tobias R. noch in der Terror-Nacht von Hanau abgeführt worden und wird seitdem in einer Psychiatrie behandelt. Gegenüber der Zeitung erklärt der Pressesprecher der Bundesanwaltschaft, dass die genauen Gründe für die Einweisung nicht bekannt seien. Da es aber keine Kenntnisse über eine schwere psychische Erkrankung des 72-Jährigen gebe, könnte es mit der psychische Belastung durch die Tat seines Sohnes zusammenhängen. Zudem werde der Vater nicht als Beschuldigter geführt und stehe wohl auch nicht in Verbindung zur gewaltsamen rechten Szene. 

Terror in Hanau: Vater verbot Kontakt zu Ausländern

Update vom 22. Februar, 11:30 Uhr: Nach wie vor ist unklar, was in der Terror-Nacht von Hanau im Haus von Tobias R. passierte, das nur der Vater des Terroristen lebend verließ. Wie die BILD am Samstag berichtet, gingen die Ermittler allerdings nicht davon aus, dass der Vater etwas mit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes zu tun hatte. Es werde allerdings geprüft, ob er auf den Terror-Anschlag von Hanau „tatbegünstigend“ gewirkt hätte. Laut BILD-Bericht sei der Vater des Terroristen unter anderem wegen Erpressung und übler Nachrede polizeibekannt. Er habe seinem Sohn außerdem in dessen Jugend verboten, sich mit Migranten anzufreunden. 

Nur wenige Tage nach dem Terror-Anschlag in Hanau fallen wieder Schüsse an einer Shisha-Bar. Unbekannte Täter schießen in Stuttgart auf ein Gebäude – die Bar hat noch geöffnet. Die Schüsse treffen die Fensterscheiben, verletzt wird niemand. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. 

Terror in Hanau: Tobias R. tötete 10 Menschen – Wie viel wusste sein Vater? 

Erstmeldung vom 21. Februar: Am Mittwochabend gegen 22 Uhr tötet Schütze Tobias R. in der Shisha-Bar „Midnight“ in Hanau fünf Menschen. Mit seinem Auto fährt er weiter zum nächsten Tatort, der „Arena & Bar Café“. Auch dort eröffnet er das Feuer – vier Menschen sterben. Nach diesen grausamen Taten fährt er in seine Wohnung im Stadtteil Kesselstadt und tötet seine Mutter und sich selbst. 

Das SEK stürmt einige Stunden später die Wohnung des Todesschützen und findet die beide Leichen. Der Schock sitzt tief nach der Terror-Nacht von Hanau. Viele Fragen zum Todesschützen Tobias R. sind noch offen. Eine davon: Wo war der Vater von Tobias R. zu diesem Zeitpunkt

Terror in Hanau: Wusste der Vater von Tobias R. von seinen Anschlagsplänen? 

Wie jetzt bekannt wird, hat sich auch der Vater von Tobias R. zur Tatzeit in der Wohnung in Hanau aufgehalten. Die Einsatzkräfte der Polizei treffen den Vater von Tobias R. körperlich unversehrt neben den Leichen an, teilt der Generalbundesanwalt Peter Frank am Freitag (21. Februar) mit. Obwohl er sich zum Tatzeitpunkt mit dem Todesschützen Tobias R. und seiner Mutter in der Wohnung aufgehalten hat, gilt er nicht als Verdächtiger im laufenden Ermittlungsverfahren. Damit dementiert Frank die Gerüchte, dass der Vater von Tobias R. in der Zwischenzeit verhaftet worden sei. Er sei lediglich ein Zeuge im Verfahren. 

Bisher gehen die Ermittler nicht davon aus, dass der Terror-Schütze von Hanau jemandem etwas von dem Terror-Anschlag erzählt hat oder jemanden um Unterstützung bei der Ausführung gebeten hat. Dies sei aber noch Gegenstand der Ermittlungen. Ein Austausch hätte jedoch auch virtuell erfolgen können. 

Hanau: Vater von Tobias R. war in der Nachbarschaft gefürchtet  

Der Vater von Tobias R. sei in der Vergangenheit wegen seines Kontakt mit den Behörden aufgefallen. Er soll einige Beschwerdebriefe geschrieben haben. Über den Inhalt dieser Schreiben liegen jedoch keine Informationen vor. Ansonsten ist über den Vater von Tobias R. wenig bekannt: Der Vater von Tobias R. soll Hans-Gerd heißen, Rentner und 72 Jahre alt sein. 2011 habe er der Betriebswirt für den Ortsbeirat Kesselstadt kandidiert. 

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll Hans-Gerd R. eine schwierige Persönlichkeit gehabt sein. Er soll den Nachbarn vorgeschrieben haben, wo sie ihre Mülltonnen abzustellen hätten und hätte die Gemeinschaftsparkplätze mit Schrottautos zugestellt, die er sammeln würde. Der Hanauer Anzeiger geht sogar noch weiter: Hans-Gerd R. soll der Schrecken der Nachbarschaft gewesen sein. Anfang des Jahres soll er Mülltonnen umgeworfen und den Müll auf den Parkplätzen der Nachbarn verteilt haben.

Hanau: Mutter (†72) von Terror-Schütze Tobias R. soll an Demenz gelitten haben 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, dass die Mutter an Demenz und Parkinson gelitten haben soll. Tobias R. hätte sie hingebungsvoll gepflegt, besonders als sie das Haus in letzter Zeit nicht mehr verlassen konnte. Eine Nachbarin des Todesschützen vermutet, dass Tobias R. seine Mutter getötet hat um sie nicht alleine zu lassen.

War den Behörden die rechtsextreme und gefährliche Einstellung vom Todesschützen von Hanau längst bekannt? Laut BILD hätte Tobias R. bereits im November eine „Strafanzeige gegen eine geheimdienstliche Organisation“ an den Generalbundesanwalt geschickt.

Am Rosenmontag rast ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge des Fastnachtumzugs. Dabei werden zahlreiche Personen verletzt. Der Fahrer soll mit Absicht gehandelt haben.

kp

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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