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Hanau-Attentat: Vater des Schützen wegen Beleidigung vor Gericht - „wilde Fremde“

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Von: Tobias Becker

Hanau - Tobias R. schockierte mit einem Attentat in Hanau Anfang 2020 ganz Deutschland. Nun steht der Vater vor Gericht und sieht sich mehreren Vorwürfen ausgesetzt.

Der 19. Februar 2020 ist aus einem traurigen Grund in die Geschichtsbücher eingegangen und schockiert ganz Deutschland. In Hanau erschießt Tobias R. neun Menschen. Im Anschluss fährt er nach Hause und bringt erst seine Mutter, dann sich selbst um. Deutschland trauert um die Opfer des Attentats von Hanau. Nun, rund eineinhalb Jahre später, steht der Vater des Attentäters vor Gericht. Grund dafür ist jedoch nicht das Attentat von 2020.

Es geht um den Vorwurf der Beleidigung in mehreren Fällen. Deshalb muss der Vater des Attentäters am heutigen Mittwoch (06. Oktober) vor das Amtsgericht Hanau treten. Dennoch weckt der Gerichtstermin großes Interesse und wird deshalb auch in eine andere Örtlichkeit verlegt.

Hanau: Vater von Attentäter vor Gericht: Das wird ihm vorgeworfen!

Der Vater des Attentäters von Hanau soll zunächst mehrere Menschen in einer Strafanzeige als „wilde Fremde“ bezeichnet haben. Grund dafür, sei eine Versammlung der Menschen vor seinem Haus gewesen, bei der das Motto lautete: „Wir warten nicht auf einen neuen rassistischen Anschlag“. An der Versammlung haben wohl auch mehrere Angehörige der Opfer von Tobias R., dem Sohn des Angeklagten, teilgenommen.

NameHanau
BundeslandHessen
Bevölkerung93.382 (Stand: April 2015)

Auch geht es um zwei Schreiben an Behörden, die der Vater des Hanau-Attentäters verfasst haben soll. So hat er im Januar 2021 an den Generalbundesanwalt geschrieben. Darin bezeichnete der Vater von Tobias R. das SEK aus Frankfurt, das kurz nach dem Anschlag seines Sohnes bei ihm zu Hause war, als „Terrorkommando“ und „Terroreinheit“, wie die Rhein-Zeitung schreibt. Der Bundesgeneralanwalt hatte die Ermittlung bereits in der Tatnacht an sich genommen.

Ein weiteres Schreiben ging an das Amtsgericht Hanau, in dem er dem Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky der „Wählertäuschung“ bezichtigt.

Vater von Hanau-Attentäter vor Gericht: „Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Der Vater des Attentäters von Hanau überlebte die Tragödie unverletzt, obwohl er zuhause war als Tobias R. sich und seine Mutter erschoss. Bereits vor dem Hanau-Anschlag soll er einige Beschwerdebriefe geschrieben haben, wie MANNHEIM24 berichtete. Ebenso hieß es, dass der Rentner eine schwierige Persönlichkeit habe und in der Nachbarschaft gefürchtet wurde.

Prozess im Congress Park
Der Gerichtstermin wurde in den Congress Park Hanau verlegt. © Sebastian Gollnow

Nun steht der ältere Mann also selber vor Gericht, aber: Das Amtsgericht wies darauf hin, dass es sich bislang nur „um vorläufige Beschreibungen handelt“. Zudem gilt derzeit die „Unschuldsvermutung zugunsten der angeklagten Person“ und auch die Beweisaufnahme muss zunächst durch das Gericht überprüft werden. (tobi)

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