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„Uns wurde ein Familienmitglied genommen“: Mehrere Hunde sterben qualvoll an Giftködern

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Von: Sina Alonso Garcia

Ein Hund schnüffelt am Boden.
In Weingarten bei Karlsruhe wurden mehrere Giftköder platziert (Symbolbild). © picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa

Innerhalb weniger Wochen sind im Raum Weingarten vier Hunde an Giftködern gestorben. Betroffene Besitzer teilen ihre Erfahrung - und warnen.

Weingarten - Für Hundebesitzer ist es das absolute Albtraum-Szenario: Der geliebte Vierbeiner tappt in eine Giftfalle und stirbt urplötzlich unter brutalen Schmerzen. In Weingarten bei Karlsruhe wurde der Albtraum jetzt zur Realität. Jennifer Christoph und ihr Lebensgefährte Philippe Reger haben ihre Hündin Lilly von einem auf den anderen Tag verloren. Wie die Besitzer gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten berichten, geriet die Hündin auf der Strecke zwischen Untergrombach und dem Baggersee Weingarten auf der Höhe der Kleingärten an einen Giftköder. Eigentlich ist die Gegend dort sehr idyllisch, der Weingartensee gehört sogar zu den schönsten Badeseen in Baden-Württemberg (BW24* berichtete). Nun ist das Naturparadies zur Todesfalle für Hunde geworden.

„Uns wurde ein vollwertiges Familienmitglied genommen“, erzählt Besitzerin Jennifer Christoph unter Tränen den Badischen Neuesten Nachrichten. Die erst zweieinhalbjährige Staffordshire-Terrier-Hündin Lilly war nicht mehr dieselbe, als sie aus einem Gebüsch zurückkam, wo offenbar der Giftköder lag. Bereits nach wenigen Minuten, als sie mit ihrem Frauchen vom Spaziergang zurückkam, zeigte sie erste Symptome. Die Besitzerin berichtet davon, dass Lillys Kopf gewackelt und ihre Beine nachgegeben haben. Dann sei die Hündin auf der Treppe zusammengebrochen.

Giftköder im Raum Weingarten - schockierende Auswirkungen auf Hunde

Als die Besitzerin dann mit Lilly zum Tierarzt fuhr, verschlechterte sich der Zustand des Tiers dramatisch. Offenbar konnte sie ihren Stuhlgang nicht mehr kontrollieren und verlor Blut. Wegen des Verdachts auf Vergiftung gaben die Ärzte ihr eine Spritze, damit sie sich erbricht. „Ihr Mageninhalt hat nach Benzin und Gasen gerochen“, sagt Frauchen Jennifer Christoph. Weil sich die Lippen der Hündin blau färbten, musste sie in ein Sauerstoffzelt gebracht werden. Vier Stunden später stand fest: Sie hat keine Überlebenschance. Die Hündin starb noch, bevor sie eingeschläfert werden sollte.

Lillys Schicksal ist kein Einzelfall. Im Gespräch mit den Badischen Neuesten Nachrichten spricht Jennifer Christoph von vier Hunden, die in den vergangenen Wochen im Raum Weingarten durch Vergiftungen zu Tode gekommen sind. Auch der Besitzer eines Labradors, der anonym bleiben möchte, ist betroffen. Auf einem Feldweg beim Kieswerk, ebenfalls nahe des Baggersees in Weingarten, habe sein Hund einen Giftköder gefressen. Auch er musste nach drei Tagen eingeschläfert werden.

Giftköder: Hundehasser platzieren sie bewusst - so kann man sich schützen

Bei Giftködern handelt es sich um Leckerlis oder beispielsweise Wurststückchen, die von Hundehassern absichtlich mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen versehen und an Orten platziert werden, wo viele Hunde anzutreffen sind. Ziel ist es den Vierbeinern zu schaden. Hundert prozentig schützen kann man seinen Hund vor den bösen Giftfallen nicht. Es gibt jedoch spezielle Giftköder-Schutznetze, mit denen man die Vierbeiner absichern kann. Gerät der Hund dennoch in einen Köder, sollte man ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen.

Menschen, die Hunde verabscheuen, treiben leider immer wieder ihr Unwesen. So fassten Hundehasser im vergangenen Jahr einen perfiden Plan*, als Rettungshunde einen Vermissten suchten. Sie lockten die Polizei durch Hinweise absichtlich in ein bekanntes Giftködergebiet, um den Rettungshunden zu schaden. Völlig skrupellos gingen auch Hundehasser in der Landeshauptstadt Stuttgart* vor, die die Heckklappe eines fremden Autos schlossen, in dessen Inneren ein wehrloser Hund saß*. Bei hohen Außentemperaturen erlitt das Tier einen Hitzschlag und starb später beim Tierarzt. *BW24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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