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Gift-Anschlag an der TU Darmstadt – Fahnder finden K.O.-Tropfen

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Darmstadt - Am 23. August kommt es in der TU zu einem Giftanschlag mit – sieben Menschen müssen ins Krankenhaus. Jetzt gibt die Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse zum verwendeten Giftstoff bekannt:

Update vom 27. August, 13:35 Uhr: Nach dem Gift-Anschlag an der TU Darmstadt geben Staatsanwaltschaft und Hessisches Landeskriminalamt nun weitere Einzelheiten bekannt. Am Montag vergangener Woche müssen sieben Menschen mit Vergiftungserscheinungen notärztlich behandelt werden, ein 30-jähriger Student schwebt kurzzeitig sogar in Lebensgefahr. Die Opfer klagen über Unwohlsein und bläuliche Hautverfärbungen an Armen und Beinen. Fahnder weisen daraufhin in einer frei zugänglichen Teeküche im Gebäude „L2.01“ auf dem Unigelände in mehreren Wasserbehältern und Milchpackungen einen gesundheitsschädlichen Stoff nach. Zur Art des gefundenen Stoffs will die Staatsanwaltschaft zunächst keine näheren Angaben machen, um kein Täterwissen preiszugeben.

Gift-Anschlag an der TU Darmstadt – Fahnder finden K.O.-Tropfen!

Inzwischen aber ist klar, dass es sich bei dem Stoff wohl um sogenanntes 1,4-Butandiol (kurz: BDO) handelt, eine Substanz, wie sie in ähnlicher Form unter anderem aus K.O.-Tropfen bekannt ist. In der Drogenszene wird BDO als Ersatz für Liquid Ecstasy und als Vergewaltigungsdroge gehandelt. Neben BDO finden Ermittler auch Bromphenol und Dicyclohexylamin, beide ebenfalls toxisch. Die Gifte können Ermittlerangaben zufolge bei Einnahme akute Sauerstoffarmut im Blut auslösen. Einer Notärztin sei es nach dem Anschlag mit der Gabe eines Gegenmittels zügig gelungen, den Vergifteten Linderung zu verschaffen, sagt TU-Sprecher Jörg Feuck gegenüber dem SPIEGEL.

Giftanschlag TU Darmstadt: Soko ermittelt – Bislang keine Hinweise auf den oder die Täter

Alle Opfer müssen indes nicht mehr in einem Krankenhaus behandelt werden. „Nach unserer Kenntnis sind alle aus der Klinik raus“, so ein Sprecher der TU am vergangenen Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Anschlag wegen Mordversuchs. Die 40-köpfige Sonderkommission „Licht“ des Hessischen Landeskriminalamts prüft derzeit, wer Zugang zum Gebäude „L2.01“ auf dem TU-Campus hatte. Derweil ist der Hintergrund der Tat weiter völlig unklar. Hinweise auf den oder die Täter gibt es bislang nicht. Weder sei ein Bekennerschreiben eingegangen noch habe ein Erpressungsversuch stattgefunden, so die Staatsanwaltschaft.

Polizei und Universitätspräsidium raten weiterhin, alle Lebensmittel und Getränke, die im Tatzeitraum in Räumlichkeiten des Campus Lichtwiese gelagert waren, nicht mehr zu verzehren.

Gift-Anschlag an TU Darmstadt: Opfern geht es besser – „Große Erleichterung“

Update vom 25. August, 8 Uhr: Gute Nachrichten nach dem mutmaßlichen Giftanschlag an der TU Darmstadt. „Große Erleichterung! Allen Vergiftungsopfern geht es besser“, heißt es am Dienstagabend (24. August) auf dem Twitter-Kanal der Universität. Auch die letzten beiden Betroffenen könnten noch am selben Tag die Klinik verlassen. Ein 30 Jahre alter Studierender befand sich zunächst in einem kritischen Zustand, der sich laut Polizei aber stabilisierte. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Robert Hartmann, hatte vorübergehend akute Lebensgefahr bestanden!

Gift-Anschlag an TU Darmstadt: Nachgewiesene Substanz kann tödlich sein

Update vom 24. August, 13:03 Uhr: Bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag nannte Oberstaatsanwalt Robert Hamann weitere Details zum mutmaßlichen Giftanschlag. „Es wurde eine Substanz nachgewiesen, die gesundheitsschädlich sein kann, sogar tödlich sein kann“, wird Hartmann bei BILD zitiert. Welches Gift genau in den Lebensmitteln an der TU Darmstadt nachgewiesen wurde, erklärte er nicht – weil es sich dabei um mögliches Täterwissen handle. Es gebe weiterhin keine Hinweise auf ein Motiv oder einen Täter. Die 40-köpfige Mordkommission „Licht“ hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bei der weiteren Suche in Gebäuden auf dem Campus Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt seien laut Hessischem Kriminalamt keine weiteren verdächtigen Gegenstände gefunden worden. Bis Dienstagmorgen hätten sich auch keine weiteren Menschen mit Vergiftungserscheinungen gemeldet. Die Ermittler hatten am Montag mitgeteilt, dass nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Milchpackungen und Wasserbehälter mit einem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt worden seien. Die Polizei riet erneut dringend dazu, auf dem Campus Lichtwiese nur Lebensmittel zu verzehren, die jederzeit unter Aufsicht aufbewahrt worden seien. Es gebe aber keine akute Gefährdung mehr.

Gift-Anschlag an TU Darmstadt: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

Update vom 24. August, 10:15 Uhr: Unfall oder Anschlag? Diese Frage stellen sich die Ermittler an der TU Darmstadt aktuell. Eine 40-köpfige Sonderkommission mit dem Namen „Licht“ soll darauf die Antwort bringen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat zudem ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts des versuchten Mordes eingeleitet. „Wir können nicht ausschließen, dass es sich hier um ein versuchtes Tötungsdelikt handelt. Nichts ist auszuschließen, wir ziehen alles in Betracht“, sagt Oberstaatsanwalt Robert Hartmann gegenüber der BILD.

Die Polizei hat im Laufe der vergangenen Nacht vorsorglich weitere Gebäude auf dem Campus der TU Darmstadt abgesucht. Bei den Überprüfungen wurden bislang keine weiteren für das Geschehen relevanten Gegenstände aufgefunden. Nach Erkenntnissen der Polizei liegt derzeit keine akute Gefährdung mehr vor. Die Beamten appellieren in diesem Zusammenhang aber an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen und raten dringend dazu, nur Lebensmittel zu konsumieren, die man direkt bei sich führt und die jederzeit unter Aufsicht aufbewahrt wurden. Bislang haben sich keine weiteren Betroffenen mit entsprechenden Symptomen oder Vergiftungserscheinungen bei den Ermittlern gemeldet. Zeugen sollen sich unter der Nummer 06151/96942191 melden.

TU Darmstadt: 7 Menschen vergiftet – Uni spricht von mutmaßlichem Giftanschlag!

Update vom 24. August, 09:25 Uhr: Nach den Vergiftungserscheinungen bei mindestens sieben Menschen an der Technischen Universität Darmstadt spricht die Uni von einem mutmaßlichen Giftanschlag. „Wir sind erschüttert angesichts der offensichtlichen Straftat, die sich an unserer Universität ereignet hat“, teilte die Präsidentin der Hochschule, Tanja Brühl, am Dienstag mit. Nach ersten Ermittlungen der Polizei seien die Betroffenen vermutlich Opfer eines Giftanschlags geworden. „Ich werde so schnell wie möglich mit ihnen persönlichen Kontakt aufnehmen, sofern es ihr Zustand erlaubt.“

Am Montag waren nach Angaben der Polizei mehrere Menschen mit Vergiftungserscheinungen wie Unwohlsein und Verfärbungen in Kliniken gebracht worden. Um welchen Stoff es sich handelt, soll eine Laboranalyse zeigen. Auch weitere Lebensmittel und Getränke, die auf dem Campus Lichtwiese waren, werden untersucht. Die Polizei geht davon aus, dass mehrere Milch-Packungen und Wasserbehälter im Gebäude L201 auf dem Campus zwischen Freitag und Montag mit dem Stoff versetzt wurden.

TU Darmstadt: 7 Menschen vergiftet – Ermittler haben Milch im Verdacht

Update vom 23. August, 21:45 Uhr: Die Polizei vermutet, dass ein gesundheitsschädlicher Stoff in mehreren Milch-Packungen und Wasserbehältern bei Menschen an der Technischen Universität Darmstadt Vergiftungserscheinungen hervorgerufen hat. Die Behälter seien nach derzeitigem Stand im Laufe des vergangenen Wochenendes mit dem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt worden. Besonders auffällig soll der beißende Geruch der betroffenen Flüssigkeiten sein. Um welchen gesundheitsschädlichen Stoff es sich genau handelt, ist noch in der Abklärung. Sechs Menschen mussten am Montag in einem Krankenhaus versorgt werden. Alle hätten zuvor im Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese etwas gegessen oder getrunken, so ein Polizeisprecher.

In diesem Zusammenhang raten Polizei und das Präsidium der Technischen Universität, alle Lebensmittel und Getränke, die im Tatzeitraum in Räumlichkeiten des Campus Lichtwiese gelagert waren, nicht mehr zu verzehren!

UniversitätTU Darmstadt
AdresseKarolinenplatz 5, 64289 Darmstadt
Studentenzahl25.355 (2020)
PräsidentinTanja Brühl

TU Darmstadt: Mehrer Menschen vergiftet – Polizei räumt das Gelände weiträumig

Die ersten Personen sind mit Vergiftungserscheinungen, wie Unwohlsein und Verfärbungen an den Extremitäten um die Mittagszeit in Kliniken gebracht worden. Der Gesundheitszustand eines 30 Jahre alten Studenten, der sich in Lebensgefahr befand, ist weiterhin kritisch. Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurde daraufhin das gesamt Gebäude „L2.01“ bereits am Mittag geräumt und der Nahbereich gesperrt. Alle Räume sind nach Lebensmitteln und Getränken durchsucht worden, um dem Ursprung des noch unbekannten Stoffes, der die Vergiftungserscheinung hervorgerufen hat, auf die Spur zu kommen. Dafür sind auch zahlreiche Lebensmittel- und Wasserproben für eine labortechnische Untersuchung genommen worden.

Weiträumig abgesperrt ist das Areal um das Gebäude L201 auf dem Campus der Technischen Universität.
Weiträumig abgesperrt ist das Areal um das Gebäude L201 auf dem Campus der Technischen Universität. © Alexander Rau/dpa

Die Beamten raten allen, die im Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese am Montag etwas getrunken oder gegessen haben und sich unwohl fühlen oder bläuliche Verfärbungen der Extremitäten aufweisen, sich umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben. Im Fall von Verfärbungen solle man sich möglichst nicht bewegen und sofort den Notarzt anrufen. Auch über die App Katwarn wurden am Abend die Menschen in Hessen gewarnt, die an der TU Darmstadt gegessen haben.

TU Darmstadt: 7 Menschen vergiftet – Polizei steht vor Rätsel

Update vom 23. August, 19:50 Uhr: An der Technischen Universität in Darmstadt haben sich am Montag sieben Menschen möglicherweise durch Lebensmittel teilweise schwere Vergiftungen zugezogen, sechs Personen liegen im Krankenhaus. Bei einer sei der Gesundheitszustand zwischenzeitlich kritisch gewesen, habe sich mittlerweile aber wieder stabilisiert. Am Abend sind Ermittler weiter dabei, „relevante Gegenstände“ zu sichern, die einer Analyse unterzogen werden sollen, sagt ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur. Dabei handele es sich hauptsächlich um Lebensmittel und Getränke, die in den dortigen Räumlichkeiten konsumiert worden sein könnten. Bisher gebe es noch keinen Hinweis darauf, was der Grund für die Vergiftungserscheinungen sei.

Vergiftungen an der TU Darmstadt: Ermittler fokussieren sich auf Teeküche

Der Fokus der Ermittler liege auf einer „Art Teeküche“, in der auch Gegenstände gelagert würden - zum Beispiel in einem Kühlschrank. Diese Räumlichkeiten seien frei zugänglich. Ob die Ermittlungen räumlich weiter ausgedehnt werden müssten, sei noch offen. Bis zum Abend (Stand 18:47 Uhr) haben sich keine weiteren Personen wegen Unwohlseins oder Vergiftungserscheinungen gemeldet. Im Fall einer bläulichen Verfärbung der Extremitäten sollten sich Betroffene nicht mehr bewegen und sofort einen Krankenwagen rufen. Auch über Katwarn wurden am Abend alle Hessen gewarnt, die an der TU Darmstadt gegessen haben.

Darmstadt: 7 Menschen an TU vergiftet – bei diesem Symptom sofort Krankenwagen rufen

Erstmeldung vom 23. August, 17:30 Uhr: Großeinsatz der Polizei am Montag an der Technischen Universität Darmstadt: Aus bisher noch unbekannten Gründen haben sich sieben Personen an der Technischen Universität Darmstadt (TU) schwere Vergiftungen zugezogen. Sechs Menschen mussten im Krankenhaus versorgt werden. Bei einer Person sei der Gesundheitszustand vorübergehend kritisch gewesen, habe sich mittlerweile aber wieder stabilisiert.

Die Polizei bittet alle, die am Montag (23. August) auf dem Campus Lichtwiese im Gebäude L201 etwas gegessen oder getrunken haben, sich unwohl fühlen oder bläuliche Verfärbungen an Armen und Beinen haben, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Im Fall einer bläulichen Verfärbung sollte man sich nicht mehr bewegen und sofort einen Notarzt rufen.

Darmstadt: Lebensmittel wohl mit Chemikalie durchsetzt – Ermittlungen der Polizei laufen

Erste Ermittlungen der Polizei hätten ergeben, dass sich die Betroffenen im Institut für Materialwissenschaft aufgehalten und dort Lebensmittel zu sich genommen hätten, die mit einer noch nicht identifizierten Chemikalie durchsetzt gewesen seien.

Ob die Lebensmittel aus der Teeküche oder einem Automaten stammen, ist noch unklar. Die Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sind vor Ort um die Quelle auszumachen. Das berichtet hessenschau.de. Personen, die Hinweise zu dem Fall geben können, werden gebeten sich mit der Polizei (K 10) in Verbindung zu setzen. Dafür ist unter der Rufnummer 06151 / 969-42191 ein Hinweistelefon eingerichtet worden. (kp mit dpa)

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