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Gift-Anschlag an TU Darmstadt: SOKO prüft 1.000 Hinweise – heiße Spur dabei?

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Von: Marten Kopf

Darmstadt - Am 23. August kommt es in der TU zu einem Giftanschlag – sieben Menschen müssen ins Krankenhaus. Jetzt geht die SOKO über 1.000 Spuren nach:

Knapp drei Wochen nach dem mutmaßlichen Giftanschlag an der Technischen Universität in Darmstadt werten die Ermittler inzwischen mehr als 1.000 Spuren aus. Am 23. August müssen sieben Menschen mit Vergiftungserscheinungen notärztlich behandelt werden, ein 30-jähriger Student schwebt kurzzeitig sogar in Lebensgefahr. Die Opfer klagen über Unwohlsein und bläuliche Hautverfärbungen an Armen und Beinen. Fahnder weisen daraufhin in einer frei zugänglichen Teeküche im Gebäude „L2.01“ auf dem Uni-Gelände in mehreren Wasserbehältern und Milchpackungen toxische Stoffe nach.

Zur Art des gefundenen Stoffs will die Staatsanwaltschaft zunächst keine näheren Angaben machen, um kein Täterwissen preiszugeben, einige Tage später aber wird bekannt, dass es sich wohl um eine Substanz handelt, wie sie auch in K.O.-Tropfen verwendet wird.

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Giftanschlag an der TU Darmstadt: „Noch ganz viel Arbeit“

Jetzt stehen die Ermittler vor der Herkulesaufgabe, die inzwischen über 1.000 Spuren auszuwerten. „Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns“, sagte ein Sprecher am Donnerstag (16. September) der Nachrichtenagentur dpa.

Schwierigkeiten bereiten den 50 Beamten der eigens eingerichteten Mordkommission „Licht“ demnach vor allem die vielen Menschen, die Zugang zur Universität hatten. „Das ist eine fast nicht überschaubare Menge an Personen“, so der Sprecher weiter. Einen konkreten Hinweis auf den oder die Täter gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nach wie vor nicht.

Gift-Alarm an der TU Darmstadt: Unfall oder Anschlag?

Selbst die Frage, ob es sich nur um einen Unfall oder eben doch um einen gezielten Anschlag handelt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. „Wir können nicht ausschließen, dass es sich hier um ein versuchtes Tötungsdelikt handelt. Nichts ist auszuschließen, wir ziehen alles in Betracht“, sagt Oberstaatsanwalt Robert Hartmann am Tag nach dem Vorfall gegenüber der BILD.

Glücklicherweise können die sieben Opfer das Krankenhaus schon nach wenigen Tage wieder verlassen. „Nach unserer Kenntnis sind alle aus der Klinik raus“, so ein Sprecher der TU. (mko)

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