Wohnen in den Universitätsstädten

(K)Ein Heim für Studenten

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Klingelanlange eines Studentenwohnheims: immer voll besetzt

Eine Wohnung in der Nähe der Ausblindungsstätte - für viele Studenten heutzutage nicht mehr bezahlbar. Der Wohnraum ist knapp, der Wettbewerb groß und die Studentenheime überfüllt.

Im September 2012 wurde der geplante Neubau eines Studentenwohnheims in der Schwetzinger Oststadt noch groß angekündigt. Doch bis heute ist noch lange kein Grundstein gelegt. Auf dem Gelände, das auch als "Hundewiese" bekannt ist, steht Gras und Unkraut Meter hoch. 

Dabei drängt die Zeit. Der bisherige Fachlehrgang für Gerichtsvollzieher wird ab 2016 durch ein dreijähriges Hochschulstudium an der Fachhochschule Schwetzingen ersetzt, was die Wohnraumsituation weiter verschärfen wird.
Was passiert also mit den Hundertschaften der Studierenden, die dann in die Stadt strömen? Probleme, die nicht nur die künftigen Studierenden der FH Schwetzingen beschäftigen. 

Wohnraum in Studentenstädten wird unbezahlbar

Die Mietspiegel für die Städte Mannheim (2012) und Heidelberg (2013) zeigen die finanzielle Belastung der Studierenden: In Mannheim werden für eine Wohnung in "einfacher Wohnlage" - also ohne ein eigenes Bad, ohne Sammelheizung, mit schlechter Infrastruktur, Belästigung durch Immissionen, Gewerbe, Gaststättenlärm, mit sehr enger Bebauung und wenig Grünanlagen - im Schnitt 5,73 Euro fällig. 
Eine etwas bessere Ausstattung - also mit dazugehörigem Bad oder einer Sammelheizung, jedoch bei gleichbleibendem Wohnstandard - kostet bereits 7,33 Euro pro Quadratmeter im Schnitt. Das wären dann bereits fast 300 Euro Kaltmiete. Mit einem 450Euro Mini-Job bereits nicht mehr zu bezahlen.

In der Universitätsstadt Heidelberg spitzt sich diese Notlage für die Studenten  beträchtlich zu: Die Basismiete für Wohnungen zwischen 20-40qm liegt hier zwischen 6,81 Euro und stolzen 10,47 Euro. Eine Kaltmiete von 418,80 Euro für 40qm ist demnach keine Seltenheit.

Ausweg Studentenwohnheim?

Wie sieht es also mit den Studentenwohnheimen in den begehrten Universitätsstädten aus? MANNHEIM24/HEIDELBERG24 hat recherchiert und Nora Gottbrath, Referentin der Geschäftsführerin des Studentenwerks Heidelberg, befragt: Nach Gottbrath sei die Zahl der wohnungssuchenden Studieren jedes Jahr stetig gestiegen. Im vergangenen Wintersemester standen rund 6.200 Bewerber 2.900 Wohnheimplätzen gegenüber - die Hälfte der Wohnungssuchenden muss auf anderen Wegen bezahlbaren Wohnraum ausfindig machen.
Für besonders schwierige Fälle stellt das Studentenwerk kurzfristig Notquartiere in den Gemeinschaftsräumen der Wohnheime zur Verfügung. "Sie sind für die Zeit der Wohnungssuche gedacht und stehen bei Bedarf von Anfang September bis Ende November zur Verfügung, da der Andrang zu Beginn des Wintersemesters erfahrungsgemäß besonders stark ist.", so Gottbrath. 

Insbesondere für Auslandssemester und Zugezogene problematisch

Insbesondere die Stundierenden, die für die Wohnungssuche nicht vor Ort sein könnten, hätten erfahrungsgemäß die größten Probleme bei der Wohnungssuche. "Weitere Schwierigkeiten bereiten das hohe Mietpreisniveau Heidelbergs und für ausländische Studierende häufig Sprachprobleme." So gehen oft gerade die Studenten leer aus, die auf keine familiäre oder soziale Unterstützung vor Ort hoffen können.

mk

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