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Gaslieferstopp aus Russland: Tausende Arbeitsplätze in der Region gefährdet

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Von: Marten Kopf

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Ein Stopp russischer Gaslieferungen kostet Tausende Jobs. In Ludwigshafen, in Germersheim, in Mannheim und anderswo. Das Leibniz-Institut in Halle hat das für alle Städte und Regionen ausgerechnet:

„Ziel in der Europäischen Union ist es, sich so schnell wie möglich unabhängig von russischen Energieimporten zu machen“, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erst am Mittwochmorgen (27. April) erklärt. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Wegen des Kriegs in der Ukraine stehen Europa möglicherweise schon sehr bald Versorgungsengpässen beim Erdgas bevor.

EnergieträgerErdgas
Verwendungz. B. als Wärmelieferant, zur Stromerzeugung oder als Treibstoff
Länder mit der höchsten FörderrateUSA, Russland, Iran

Gaslieferstopp: „Kurzfristig nicht vollständig zu ersetzen“

Schon Ende März hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aktiviert. Trotz allem sieht die Bundesnetzagentur aktuell noch keinen Grund zur Panik. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei derzeit weiter gewährleistet, sagt ein Behördensprecher ebenfalls am Mittwoch, betont aber auch: „Wir beobachten die Lage genau.“ In einer möglichen Notfallstufe könnte Gas gar rationiert werden.

Dass das über kurz oder lang womöglich unumgänglich sein könnte, rechnet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) nun in einer am 26. April veröffentlichten Studie vor. Denn „sollte es zu einem vollständigen Stopp für Lieferungen russischen Gases in die Europäische Union kommen, wären diese kurzfristig nicht vollständig zu ersetzen und die Gaspreise würden nochmals stark steigen“.

Gas-Kürzungen: Möglicher BIP-Rückgang um rund 2 Prozent

Falls die privaten Haushalte und, solange die Vorräte reichen, auch die Unternehmen nicht rationiert würden, dürften ab dem Jahreswechsel 2022/2023 die Speicher aufgezehrt sein, so die Forscher. Durch dann notwendige Kürzungen entstünden Wertschöpfungsverluste, die auch auf die übrigen Wirtschaftsbereiche ausstrahlten. Im kommenden Jahr wäre dann mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um rund 2 Prozent zu rechnen.

„Wie sehr die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland davon betroffen wären, kann anhand der Wirtschaftsstruktur der einzelnen Kreise abgeschätzt werden“, heißt es in der Studie. Für Baden-Württemberg prognostiziert das IWH dabei einen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 7,7 Prozent, das entspräche einem Realwert von gut 35,4 Milliarden Euro. Insgesamt 443.100 Arbeitsplätze könnten der Schätzung nach im Südwesten betroffen sein.

Rezession durch Gas-Engpässe: So viele Arbeitsplätze wären betroffen

Und auch die Auswirkungen für die Region wären enorm. So könnte die Wertschöpfung in Mannheim um 7,5 Prozent bzw. rund 1,359 Milliarden Euro zurückgehen, betroffen wären dann rein rechnerisch allein in der Quadratestadt 15.748 Arbeitsplätze (-6,5 Prozent). Für die Stadt Heidelberg geben die IWH-Forscher ein Minus von 5,7 Prozent (das entspräche 455 Millionen Euro) bzw. ein Minus um 5,1 Prozent der Erwerbstätigen (6.395) an.

Mit minus 7 Prozent (1,223 Milliarden Euro) und minus 6,5 Prozent Erwerbstätigen (15.843) käme übrigens auch der Rhein-Neckar-Kreis kaum „glimpflicher“ davon. Besonders düster allerdings wären die Aussichten für die rheinland-pfälzischen Nachbarn in Ludwigshafen: Deren Wertschöpfungsrückgang nämlich läge mit 10,8 Prozent (1,282 Milliarden Euro) und einem Minus von 8,2 Prozent der Erwerbstätigen (10.452) relativ betrachtet noch einmal ein gutes Stück höher. (mko/IWH/dpa)

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