Erstes Geständnis

Schmiergeldaffäre: Angeklagter belastet Harder!

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Jürgen Harder (2.vr) wartet mit seinen Verteidigern Daniel Travers (r) und Daniel M. Krause (3.vr) auf den Beginn des Prozesses.

Frankfurt/Main – Mit einem umfangreichen Geständnis beginnt der Prozess um den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Das belastet auch Franzi van Almsicks Lebensgefährten Jürgen B. Harder schwer.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der beteiligte Immobilienmanager des Flughafenbetreibers Fraport finanziell an den Geschäften beteiligt werden wollte, sagte der Angeklagte. „Ich habe in der Aussicht, sehr viel Geld zu verdienen, die völlig falsche Entscheidung getroffen.“ 

Der 54 Jahre alte Gewerbemakler Uwe-Günter S. gibt am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Erbbaugrundstücken seit dem Jahr 2006 in der Cargo City Süd zu.

Unter den Angeklagten sitzen die bekannten Immobilienentwickler Ardi Goldman und Jürgen Harder. Sie kündigten zum Prozessauftakt ebenfalls Erklärungen an, die voraussichtlich in den kommenden Sitzungen verlesen werden. Ihnen wirft die Anklage Bestechung vor, also die verlangten Schmiergelder bezahlt zu haben. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Lediglich der frühere Fraport-Angestellte wollte sich zunächst nicht äußern, wie sein Anwalt erklärte.

Aussage belastet Harder

Der Makler Uwe-Günter S. äußerte sich in der von seinem Anwalt verlesenen Erklärung auch zu dem ebenfalls angeklagten Partner Harders: Dieser habe zur Abwicklung der illegalen Zahlungen eine "saubere Lösung" über Liechtenstein vorgeschlagen, die schon in der Vergangenheit gut funktioniert habe. Dazu habe eine dort ansässige Firma Scheinrechnungen über angebliche Beratungsleistungen gestellt.

Dem Investor Goldman seien die geplanten Schmiergeldzahlungen an den Fraport-Beschäftigten "nicht recht gewesen", sagte der Makler. Er habe ihm aber zu verstehen gegeben, dass er erledigen solle, was notwendig sei, um das Geschäft zu machen. Ohne das Fachwissen des Fraport-Managers wäre ein Zugang zu den Flughafengrundstücken seiner Einschätzung nach nicht möglich gewesen.

Für die Investoren waren die Grundstücke auf der ehemaligen US-Airbase extrem wertvoll. Nach Vertragsabschluss mit der Fraport errichteten sie auf den Erbbaugrundstücken Frachthallen, die sie an namhafte Airline-Kunden vermieteten und letztendlich an große Immobilienfonds verkauften. Allein Goldmans Firma Cargoport soll laut Anklage mit ihrem Grundstück 15 Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Den exakten Schaden bezifferte die Staatsanwaltschaft nicht.

>>> Ab 10. Februar in Frankfurt: Franzi-Lebensgefährte Jürgen Harder vor Gericht!

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