Nach Ausfall der Richterin

Babymord-Prozess neu aufgerollt: Kein Geständnis zu erwarten

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Der Angeklagte David L. (34) versteckt sich bei der Verhandlung hinter einem Ordner. (Archivbild)

Frankenthal - Ab Dienstag (12. Dezember) geht ein erschütternder Mordprozess in die zweite Runde. Durch eine schwere Erkrankung der Richterin sind die Verhandlungen vertagt worden:

Vor dem Landgericht Frankenthal wird erneut verhandelt. Hat David L. sein eigenes Baby Senna tatsächlich getötet?

Nach einem Streit mit seiner Freundin soll er den zwei Monate alten Säugling vom Balkon im zweiten Stock geworfen haben. 

Ein erster Prozess begann bereits im November 2016, ist aber durch die längere Erkrankung der Richterin Ende September 2017 vorerst „geplatzt“. Durch den Ausfall der Vorsitzenden konnte die Frist für eine maximal zulässige Verhandlungsunterbrechung nicht eingehalten werden.

Jetzt muss das Verfahren neu aufgerollt werden. Bis 20. März 2017 sind zehn weitere Termine für den Prozess angesetzt.

Anklage Mord! David L. (32) hat Baby Senna getötet

Der Fall sorgt für Entsetzen

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der extrem eifersüchtige Angeklagte seiner Freundin vorgeworfen, zu viel Zeit mit dem Kind zu verbringen.

In der Nacht zum 14. Mai 2016 habe er in der Annahme, sie betrüge ihn, auf die Schlafende eingestochen. Sie konnte zwar aus der Wohnung in Frankenthal flüchten. Um sich an der Mutter zu rächen, habe David L. jedoch die eigene Tochter vom Balkon geworfen. Sie wurde bei dem Sturz tödlich verletzt.

Der Angeklagte soll außerdem gedroht haben, die zwei weiteren Töchter zu verletzen. Er habe einer in den Bauch gestochen, bevor Beamte die Wohnung stürmten und ihn überwältigten. Das Mädchen konnte in einer Not-Operation gerettet werden.

Kein Geständnis zu erwarten

Mit einem emotionalen Auftritt des heute 34-Jährigen begann der erste Prozess. „Ich habe meine eigene Tochter - unser kleines süßes Baby - mit eigenen Händen umgebracht“, hieß es damals in einer Erklärung, die der Anwalt Alexander Klein für seinen Mandanten verlas. 

Ich trage schwer an meiner Schuld und bereue meine Tat zutiefst.“ Nach Darstellung von Rechtsanwalt Klein geht aus diesen Sätzen nicht hervor, dass der Mann das Kind absichtlich tötete. 

Der Verteidiger verweist darauf, dass sein Mandant das Geschehen als furchtbaren Unfall dargestellt habe. „Er hat bei der Ermittlungsrichterin von einem Unglück gesprochen und dass das Kind vom Balkon gefallen sei.“ 

Ein Geständnis im Sinne eines Mordes oder einer vorsätzlichen Tötung werde es auch diesmal nicht geben

Eine weitere Rolle spielt bei dem Verfahren der Drogenkonsum des Mannes. Er soll vor der Tat Kokain genommen haben. Ein Gutachter geht deshalb von verminderter Steuerungsfähigkeit aus. Ein abschließendes Gutachten liegt noch nicht vor.

Mehr zu dem Thema:

>>> Babymord-Prozess geplatzt! Richterin schwer krank

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dpa/hew

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