Nibelungen Festspiele 2017 

Fotos: ‚GLUT. Siegfried von Arabien‘

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‚GLUT. Siegfried von Arabien‘ – Nibelungen-Festspiele 2017 feiern Premiere in Worms
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‚GLUT. Siegfried von Arabien‘ – Nibelungen-Festspiele 2017 feiern Premiere in Worms

Worms - ‚GLUT. Siegfried von Arabien‘ heißt die diesjährige Inszenierung der Nibelungen Festspiele. Im Stück geht es um Dschihad, die Nibelungen und auch Wagners Oper. Wie das zusammenpasst: 

Dschihad - der Heilige Krieg - und Deutschland - diese Verbindung kann man nicht nur in der heutigen Zeit herstellen, sie beschreibt auch ein oft vergessenes Kapitel der Geschichte. Im Jahr 1915 unterstützen die Deutschen unter Kaiser Wilhelm II. diesen Heiligen Krieg, nutzen ihn als Waffe gegen ihre Feinde. Eben dieses Kapitel schlägt Autor Albert Ostermaier in seiner dritten Inszenierung ‚GLUT. Siegfried von Arabien' wieder auf.

Doch was hat das mit dem Stoff der Nibelungen zu tun?

Auf den ersten Blick einmal nicht sehr viel. Doch Ostermaier gelingt es, das Epos und die Geschichte geschickt miteinander zu verweben und zudem noch eine Brücke zur Neuzeit zu schlagen. 

Er geht dem Zusammenhang von Deutschen Politikern und Strategen als Förderern des Dschihads nach, den auch die Terroristen von heute propagieren. „Es ist wichtig, dass man auch unsere Verbindungen zu den Wurzeln des Terrorismus sieht", so Ostermaier vor der Premiere. Terrorismus sei auch immer eine Folge der Politik

In Glut 'Siegfried von Arabien' geht es um deutsche Offiziere, die im Kriegsjahr 1915 als Gaukler getarnt mit dem Zug durch den Nahen Osten fahren. Das Ziel der Geheim-Mission „Notung", benannt nach Siegfrieds Schwert: Die von den Briten kontrollierten Ölfelder in Persien angreifen - und die Muslime zum Dschihad anzustacheln um den Briten noch mehr Ärger zum machen.

Neben den getarnten Offizieren um Hauptmann Klein (Heio von Stetten) finden sich weitere Vertreter der Kriegsmächte im Zug wieder: der Franzose Monsieur Vulture (David Bennent), der türkische Polizeichef (Oscar Ortega Sánchez), der Russe Prinz Igor (Ismail Deniz) und der englische Major Lord Lawrence Hawk (Waldemar Kobus) reisen in der 1. Klasse mit. Als Doppelagentin Lady Adler steht Valerie Koch auf der Bühne. Sie alle folgen der Einladung von Scheich Omar (Mehmet Kurtulus) und seiner Gräfin Falke (Dennenesch Zoudé). 

Sex, Drugs und Wagner

Schrill, bunt und laut ist die diesjährige Inszenierung unter der Regie von Nuran David Calis. Die Reise mit dem „Bagdad-Zug" durch das Islamische Reich ist geprägt von wilden Tänzen, lauter Musik, Wodka und Opium. In den rasant aufeinanderfolgenden Dialogen und Monologen wird der Dom gerne mal als „Moschee" bezeichnet und der türkische Polizist erinnert im Drogenrausch doch sehr an Erdogan. 

Im Gegensatz zu den wilden Exzessen steht die Oper: Zum ersten Mal in der Geschichte der Nibelungen Festspiele wird vor dem Dom Richard Wagners ‚Der Ring des Nibelungen‘ gesungen. Dafür sind Opernstar Nadja Michael und Tenor Bassem Alkhouri zuständig.  

Das Bühnenbild - erst der Zug, dann ein riesiges Beduinen-Zelt im Wüstensand - steht zunächst im Gegensatz zu der Kulisse des Wormser Doms. Doch wenn die Nibelungen-Sage nach und nach mit dem Schicksal der Soldaten verschmilzt, passt es dann irgendwie doch. 

Als nach dem großen Showdown der Vorhang fällt, gibt es dafür Standing Ovations aus dem Publikum. Noch bis zum 20. August findet das Spektakel vor dem Dom statt. 

Letzte Spielzeit für Ostermaier

Für drei Stücke hatte Festspielintendant Nico Hofmann Albert Ostermaier verpflichtet, jetzt geht die Spielzeit des Autors zu Ende. Das Stück für das kommende Jahr wird das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel schreiben. 

Auf seine Zeit bei den Festspielen blickt Ostermaier nicht ohne Wehmut zurück. „Ich werde auf jeden Fall Entzugserscheinungen haben", sagt er. Es sei eine sehr intensive Zeit und eine große Herausforderung gewesen. „Wenn sie mich jetzt fragen würden, ob ich noch einmal drei Jahre mache, würde ich sofort sagen: ja.“ 

Ostermaiers erstes Nibelungen-Stück ‚Gemetzel‘ (2015) spielte nach seiner Darstellung in einer mythischen Zeit und war eng an das Nibelungenlied und dessen Entstehung angelehnt. 

Nibelungen-Festspiele: Möge das "Gemetzel" beginnen!

Das zweite Stück ‚Gold‘ (2016) drehte sich um ein Filmteam, das in der „Jetzt-Zeit" vor dem Wormser Dom den Nibelungenstoff verfilmt. 

„GOLD.“: Spektakuläre Festspiel-Inszenierung am Dom

 ‚Glut`sei nun das Roadmovie, das in einer historisch genau definierten Zeit – 1915 – spiele und von Wagners Nibelungen-Interpretation geprägt sei. Mit dem Stoff ist Ostermaier jetzt aber noch lange nicht fertig: Er will ihn nun zu einem Roman verarbeiten.

kab/dpa

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