Spargelkönig ist natürlich dabei

Fotos: Schwetzingen feiert „350 Jahre Spargelanbau“

Schwetzingen feiert „350 Jahre Spargelanbau“
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Schwetzingen feiert „350 Jahre Spargelanbau“

Schwetzingen -  Der Spargel wird seit 350 Jahren in Schwetzingen und Umgebung angebaut, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Am Samstag kommen dafür zahlreiche Besucher vorbei:

Perfektes Spargelwetter, eine kräftige Prise Rock 'n' Roll und der beste Koch Deutschlands!

In Schwetzingen wird am Samstag (21. April) offiziell die Spargelsaison angestochen und kräftig gefeiert, denn der Spargel wird hier seit genau 350 Jahren angebaut. Somit ist Schwetzingen das älteste Spargelanbaugebiet Deutschlands.

„Es ist mit eine Ehre, ein Gemüse an einem der schönsten Flecken Deutschlands anzustechen“, sagt Joachim Wissler, derzeit bester Koch Deutschlands, der eigens aus Bergisch Gladbach angereist ist. „Ich hoffe, ich stelle mich nicht zu ungeschickt an“. 

Der Koch, der seit 2004 drei Sterne im Guide Michelin und 19,5 Gault Millau-Punkte hat, erhält eine Anleitung von Spargelkönigin Janine Renkert. Nach ein paar Handgriffen und dem charakteristischen Knacken beim Schneiden, präsentiert Wissler stolz den Spargel. 

Mit Gästen aus Schrobenhausen, Karlshuld und Wachenheim sowie dem baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Peter Hauck ist der Spargelanstich nicht nur gut, sondern auch hochkarätig besucht. „Die Baden-Württemberger wissen zu leben“, freut sich der Minister.

Spargel-Leckerein dürfen nicht fehlen

Bei der mediterranen Kochgesellschaft gibt es die „Kurpfälzer Jumelage“: Hopfensprossenpesto auf Spargel in Bier-Karamell-Marinade. Die sehr gelungene Verbindung von Spargel und Bier zeigt, dass es eben nicht immer Wein zum Spargel sein muss. 

Der Schwetzinger Starkoch Tommy Möbius – ein früherer Schüler von Joachim Wissler – bereitet leckeren „Spargel to go“. Außerdem gibt es am Stand von Metzger Heinrich Back Spargelbratwurst und Spargelfrikadelle am Stand von. Und als Dessert dürfen die Spargelcupcakes bei Bäcker Michael Utz nicht fehlen.

Übrigens: Bis zum 24. Juni gibt es die leckeren weißen Stangen. Und beim derzeitigen perfekten Spargelwetter kommen die Ernter garnicht mit dem Stechen nach...

Historischer Hintergrund

Kurz vor dem Anstich wird ganz in der Nähe der Schwetzinger Spargellehrpfad eröffnet. Station eins von 14 erklärt, wie der Spargel damals nach Schwetzingen kam. Am 22. Mai 1668 legte Kurfürst Carl I. Ludwig im Arbeitsvertrag mit seinem Gärtner Heinrich Kämpf fest, dass dieser neben anderem Gemüse auch Spargel zu kultivieren hatte. Zunächst war das Gemüse nur der kurfürstlichen Tafel vorbehalten. 

Nachdem Kurfürst Carl Theodor 1778 seine Residenz nach München verlegt hatte, geriet auch der Spargelanbau kurz in Vergessenheit. Allerdings ließ im Jahr 1820 Gartendirektor Johann Michael Zeyher die Tradition wiederaufleben und pflanzte erneut Spargel im Gemüsegarten des Schlosses an. 

Um 1850 fand das Gemüse Einzug in die örtliche Landwirtschaft. Auf kleinen Flächen bauten insbesondere Handwerker Spargel zum Eigenbedarf an. Ökonom Max Bassermann legte ab 1871 erste Großkulturen an und verarbeitete den Spargel in seiner 1875 gegründeten Konservenfabrik. Dadurch war der Spargel für weite Bevölkerungsschichten auch ganzjährig verfügbar. 

Zur Vermarktung des Spargels wurde 1894 ein Spargelmarkt auf dem Schlossplatz eingeführt, der noch heute stattfindet. Die Bronzeskulptur der Spargelfrau weist vor Ort auf diese Tradition hin. Hofgärtner Gustav Adolph Unselt gelang ab 1910 die Züchtung ertragreicher Spargelsorten, die den Ruhm Schwetzingens als Spargelstadt begründeten. Das erste Schwetzinger Spargelfest, welches 1904 gefeiert wurde, ist Ausdruck dieser neuen Identität, die bis zur heutigen Zeit in Schwetzingen lebendig ist.

pm/chr

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