1000 Teilnehmer

Demo in Kandel nach Mias Tod: Polizei-Bilanz

Demonstrationen in Kandel
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Gedenken in Kandel
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Gedenken in Kandel

Kandel - Einen Monat nach dem gewaltsamen Verbrechen an der 15-jährige Mia gehen Demonstranten auf die Straße. „Bunter Multi-Kulti-Wahn, greift jetzt unsere Kinder an“, schallt es.

Vor einem Monat, am 27. Dezember, erstach ein junger Mann die 15-jährige Mia in einem Drogeriemarkt.

Der mutmaßliche Täter, der nach offiziellen Angaben ebenfalls 15 ist, war ihr Ex-Freund, ein afghanischer Flüchtling. Sie hatte ihn zuvor angezeigt, weil er ihr gedroht haben soll.

Jetzt gehen am Sonntag (28. Januar) im südpfälzischen Kandel die Menschen auf die Straße. Doch der Marktplatz ist zweigeteilt. Auf der einen Seite dominieren Schilder und Banner mit Aufschriften wie „Offene Grenzen, kein Verstand, wer schützt unser Land?“. Auf der anderen steht in bunten Buchstaben: „Wir für Menschlichkeit“.

Etwa 1000 Menschen demonstrieren 

Das „Frauenbündnis Kandel“ zieht am Sonntag unter dem Motto „Sicherheit für uns und unsere Kinder“ von dem Drogeriemarkt, in dem Mia getötet wurde, durch die Stadt zum Marktplatz. Auf dem Weg dorthin wiederholen die etwa 1000 Teilnehmer Parolen wie „Lüge, Hetze und Betrug. Bürger haben jetzt genug“ oder „Sicherheit für Frau und Land, dafür gehen wir Hand in Hand“.

Zeitgleich veranstaltet ein Aktionsbündnis namens „Aufstehen gegen Rassismus“ eine Demonstration auf dem Marktplatz von Kandel. Polizeiangaben zufolge nehmen daran etwa 150 Menschen teil. Mit Trillerpfeifen versuchen sie, die Kundgebung auf der anderen Seite des Platzes zu stören. 

Polizei-Bilanz: Weitestgehend ruhig

Nach Angaben der Polizei können etwa 100 Personen aus dem „Frauenbündnis Kandel“ dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Auch polizeibekannte Aktivisten befinden sich unter den Demonstranten.  

Zur Kundgebung des Bündnisses gegen Rassismus unter dem Motto „Wir für Menschlichkeit“ finden sich etwa 150 Teilnehmer auf dem Marktplatz ein.

Die Polizei, die mit mehreren Hundertschaften vor Ort ist, trennt beide Veranstaltungen voneinander ab. 

Trotz des hohen Zulaufs können die Einsatzkräfte aus den Polizeipräsidien ELT (Einsatz, Logistik, Technik) und Rheinpfalz den störungsfreien Versammlungsablauf beider Veranstaltungen gewährleisten.

Aktuell liegen der Polizei noch keine Hinweise auf Straftaten im Zusammenhang mit den beiden Kundgebungen vor.

pol/dpa/hew

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