‚Wildtier des Jahres‘

Feldhamster: Vom Zoo in die Wildnis 

Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
1 von 11
Der bedrohte, europäische Feldhamster ist Wiltier des Jahres 2016. 
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
2 von 11
Ein Feldhamster verlässt  in Mannheim auf einer Ackerfläche im Bösfeld seine Box.
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
3 von 11
Sechs Exemplare der bedrohten Tierart wurden im Rahmen eines Artenschutzprogramms auf dem rund 80 Hektar großen Gebiet ausgewildert.
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
4 von 11
Ein Feldhamster sitzt in Heidelberg im Zoo in der Feldhamster-Zuchtstation. 
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
5 von 11
Ein Feldhamster schaut in Mannheim auf einer Ackerfläche im Bösfeld aus seinem Bau.
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
6 von 11
Ein Feldhamster sitzt in Heidelberg im Zoo in der Feldhamster-Zuchtstation. 
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
7 von 11
Drei Feldhamster sind in Mannheim  auf einer Ackerfläche im Bösfeld in ihren Boxen zu sehen.
Bedrohter, europäischer Feldhamster ist Wildtier des Jahres 2016
8 von 11
Ein Feldhamster verlässt  in Mannheim auf einer Ackerfläche im Bösfeld seine Box.

Heidelberg/Mannheim - Auch dieses Jahr steigt der Feldhamster erneut aufs Siegertreppchen und wird zum Wildtier des Jahres 2016 gekürt – nicht NUR weil er ein ganz besonders süßes Nagetier ist...

Er ist nicht nur unglaublich niedlich, wenn er mit seinen kleinen, dunklen Kulleraugen aus seinem Bau auf einer Ackerfläche in Mannheim linst – der Europäische Feldhamster ist leider auch vom Aussterben bedroht! 

Aus diesem Grund verleiht die Schutzgemeinschaft deutsches Wild dem kleinen Nager auch 2016 wieder den Titel ‚Wildtier des Jahres‘

Hamsterzuchtstation im Heidelberger Zoo

Auch der Heidelberger Zoo setzt sich tatkräftig für den Erhalt des Nagers ein: Seit 2004 gibt es dort ein Zuchtprogramm für den Feldhamster. In dieser Hamsterzuchtstation  kann er sein Schlafquartier vorbereiten oder sein Futter in der Höhle „hamstern“. Mit etwas Glück können Besucher den quirligen Nager sogar durch einen speziellen ‚Schaukasten‘ beobachten, bevor er letztlich in Mannheim ausgewildert wird. Zurzeit leben knapp 170 Feldhamster im Zoo.

Freie Wildbahn in Mannheim

Sind die Jungtiere dann soweit, werden sie in die ‚große weite Welt‘ entlassen –  genauer gesagt nach Mannheim. Landesweit findet man den Feldhamster inzwischen fast nur noch in der Quadratestadt – dort bewohnt eines der beiden letzten Feldhamstervorkommen vor allem offene Ackerlandschaften. 2014 wurden auf einer Ackerfläche im Bösfeld sechs Exemplare der bedrohten Tierart im Rahmen eines Artenschutzprogramms auf dem rund 80 Hektar großen Gebiet ausgewildert (WIR BERICHTETEN). Jeden Mai kommen jedoch Jungtiere des Vorjahres dazu! Sie werden mit elektronischen Chips zur Identifikation ausgestattet und in vorbereiteten Gebieten angesiedelt. 

Einige von ihnen bekommen auch ein Senderhalsband, mit denen auch mehrere Monate nach der Auswilderung ihr Aufenthaltsort bestimmt werden kann. So kann inzwischen für die Bedrohung eine leichte Erholung der Population beobachtet werden.

Mannheim: Kein ‚optimales Zuhause‘ 

Trotzdem hat es der Feldhamster in Mannheim nicht leicht – sein Überleben wird dort immer mehr durch unterschiedliche Umstände bedroht: So ist es zum einen die Modernisierung der Landwirtschaft, in der die Getreideernte verstärkt mit immer effektiveren Maschinen erfolgt, sodass für die Ernte statt mehrerer Wochen nur noch kurze Zeit benötigt wird. Die gründlichere Einbringung des Ertrages lässt also kaum Reste auf den Feldern – die Folge: Der kleine Nager kann seine benötigten Wintervorräte nicht sammeln. 

Zum anderen werden auf den Feldern kaum Stoppeln stehen gelassen, die dem Feldhamster als Deckung gegen Fressfeinde dienen können – zahlreiche Hamstertode gehen daher auf das Konto von Fuchs, Habicht und Co.! 

Als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch hinzu, dass die verbliebenen Lebensräume für Neubaugebiete sowie Straßenbau erschlossen und die Ackerflächen so extrem reduziert werden...

So sehr sich der Mensch für das Überleben des Feldhamsters einsetzt – ist er es jedoch auch, der im im gleichen Atemzug durch seine Ausbreitung und technischen Methoden zum ‚größten Feind‘ des Wildtieres wird. Seine erneute Wahl zum „Tier des Jahres“ soll weiterhin helfen, die Öffentlichkeit, Wissenschaft und Naturschutz für seinen Erhalt zu sensibilisieren.

Zoo Heidelberg/nis 

Quelle: Heidelberg24

Mehr zum Thema

Deutschrap-Legenden von ‚Fanta 4‘ beim Waidsee-Festival! 

Deutschrap-Legenden von ‚Fanta 4‘ beim Waidsee-Festival! 

22. Deutscher Murmel-Meister gesucht

22. Deutscher Murmel-Meister gesucht

Sattelzug kracht ungebremst in mehrere Autos

Sattelzug kracht ungebremst in mehrere Autos

Kommentare