Fundus von Torch 

5.000 Gegenstände für Heidelberger Hip-Hop-Archiv übergeben

Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
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Heidelberg - Vor kurzem unterschrieb Torch, der Urvater des Deutsch-Rap, einen Vertrag mit der Stadt, jetzt wurden rund 5.000 Gegenstände für das geplante Hip-Hop-Archiv übergeben. 

  • In Heidelberg ist der Aufbau eines Hip-Hop-Archivs geplant.
  • Rapper Torch (Advanced Chemistry) übergibt 5.000 Gegenstände an das Stadtarchiv.
  • Toni L. spricht von einem „historischen Tag“.

Es ist ein historischer Moment, ein historischer Tag“, sagt Toni Landomini, besser bekannt als Toni-L, am Donnerstag (30. Januar) vor dem Stadtarchiv in Heidelberg. Er steht vor den geöffneten Türen eines Kleintransporters, der aus Zürich den Weg nach Heidelberg gefunden hat. Im Laderaum des Wagens: über 5.000 Gegenstände aus dem Fundus von Torch, der 1987 zusammen mit Toni-L und „Linguist“ die Rap-Combo „Advanced Chemistry“ gründete und somit als Urvater des Deutsch-Rap gilt.

Die persönlichen Gegenstände, die ich heute der Stadt Heidelberg anvertraue, haben mich in unterschiedlichen Phasen meines Lebens begleitet und in meiner Entwicklung als Künstler geprägt“, schreibt Torch, der mit bürgerlichem Namen Frederik Hahn heißt und inzwischen in Zürich wohnt. Torch kann bei der Übergabe seines Fundus an die Stadt nicht dabei sein: Er ist auf der Beerdigung seines Onkels, des berühmten haitianische Poeten und Cartoonisten Georges Castera.

Heidelberg: Torch stiftet 5.000 Gegenstände für Hip-Hop-Archiv

Stellvertretend überreicht Toni Landomini (Toni-L) die Archivalien: „Heute übergeben wir einen ganzen Wagen voller Geschichte offiziell in das kulturelle Gedächtnis der Stadt.“ Dann zeigt er exemplarisch ein paar der Stücke, die in den kommenden Monaten im Stadtarchiv gesichtet, ausgewertet und digital erfasst werden. 

Beispielsweise den berühmten Koffer, den Torch immer auf Jams dabei hatte und dessen Inhalt bis heute ein Mysterium ist. Oder seinen „Name Belt“, den er 1987 gemeinsam mit Torch in London gekauft hat. Der von Torch sei kaputt gegangen, erklärt Toni-L, deshalb wolle er seinen „sicherheitshalber“ archivieren. Für viele Poster, Fotos, Kassetten, Platten, Kleidungsstücke, Magazine, Accessoires und technisches Equipment im Kleintransporter ein Kreis: Schließlich habe alles unweit des Stadtarchivs begonnen – „in der IGH, wo wir alle Schüler waren“, erinnert sich Toni-L.

Heidelberg: Geburtsstätte des deutschen Hip-Hop

Hip-Hop ist eine einflussreiche Jugendkultur“, deren „Aktivierungsprozess“ in Heidelberg stattgefunden habe, ergänzt Andreas Margara von der Popakademie Mannheim. „Man kann von der ‚Heidelberger Schule‘ sprechen, die ausgestrahlt hat bis nach Hamburg zu Samy Deluxe, bis nach Stuttgart zu Freundeskreis.“ Advanced Chemistry machten deutschen Hip-Hop 1992 mit „Fremd im eigenen Land“ salonfähig. 

In den Anfangszeiten von Advanced Chemistry habe es weder Hip-Hop-Labels noch Hip-Hop-Magazine gegeben, erklärt Bryan Vit, der an der Uni Heidelberg über Hip-Hop promoviert und die Auswertung der Archivalien wissenschaftlich begleiten wird. Auch weil die Heidelberger 1994 mit „360° Records“ das erste eigene Label ins Leben riefen, kommt ihnen eine Vorreiterrolle zu. „Hip-Hop hat eigene Codes, eine eigene Sprache. Um diese zu verstehen, ist der Kontext wichtig, und damit auch eine enge Kooperation mit Zeitzeugen“, so Vit.

Gerade heutzutage, wo Hip-Hop so groß ist, und so viele Ebenen und Parallelwelten existieren, wenn der Begriff ‚Hip-Hop‘ fällt, ist es umso wichtiger den Ursprung zu beleuchten und den Zeitstrahl zu verfolgen, wohin der geführt hat“, findet Toni-L. 

Heidelberg: Konzept für Hip-Hop-Archiv soll erarbeitet werden

Im Dezember 2019 hatte Torch im Kulturamt der Stadt einen Vertrag zur Überlassung seiner Archivalien unterschrieben.  Ziel ist es, ein Hip-Hop-Archiv für Heidelberg aufzubauen. „Wir befinden uns im Prozess der Konzeption, haben verschiedene Akteure in Arbeitskreisen ins Gespräch gebracht – Protagonisten und Experten im Bereich Hip-Hop, Vertreter von Uni und Stadt“, sagt Kulturamtsleiterin Dr. Andrea Edel. man sei weiter in engen Gesprächen und hoffe, dass „das Projekt Heidelberger Hip-Hop-Archiv weiterhin gedeiht.

Torch freut sich, dass „die Stadt sich damit zu Hip-Hop als Teil ihres kulturellen Erbes bekennt.“ Wenn es nach den Protagonisten geht, soll es bei einem reinen Archiv allerdings nicht bleiben. Die Aufnahme ins Archiv könne nur das erste Kapitel der Mission sein. „Jetzt gilt es den Bestand mit Leben zu wecken.“ Toni-L wünscht sich, dass die Sammlung eine Lokalität bekommt, „ein Ort der begehbar und lebendig ist, für sämtliche Bereiche. Dass man da mit diesen Dingen auch was erleben kann, nicht nur, dass sie hier gelagert werden.“ 

rmx

Quelle: Heidelberg24

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