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PHV in Heidelberg: Stadt erhöht Kapazitäten für Ukraine-Flüchtlinge in Ankunftszentrum

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Von: Marten Kopf, Eliran Kendi

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Busse mit Kindern aus Odessa in Berlin angekommen
Kapazitätserweiterungen im Ankunftszentrum – OB Würzner: „Humanitäre Pflicht, geflüchtete Menschen aus der Ukraine bestmöglich zu versorgen“ (Symbolbild). © dpa/Christophe Gateau

Heidelberg - Kapazitäten in der Landeserstaufnahme in Baden-Württemberg werden erhöht, um für Flüchtende aus der Ukraine aufnehmen zu können. Auch die Neckarstadt hat sich bereit erklärt.

Update vom 4. März: Die Städte Heidelberg (Ankunftszentrum) sowie die drei Landeserstaufnahmeeinrichtungen Sigmaringen, Ellwangen und Freiburg haben sich bereit erklärt, die Kapazitätsgrenzen der dortigen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes für Flüchtende aus der Ukraine zu erhöhen. Ziel ist es, schnell und unbürokratisch zu helfen.

„Ganz Europa zeigt sich solidarisch – da ist es selbstverständlich, dass wir auch in Baden-Württemberg und bei uns in Heidelberg alles in die Wege leiten, um Geflüchtete aus der Ukraine bestmöglich zu versorgen. Das ist unsere humanitäre Pflicht“, sagt Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner am Freitag (4. März).

StadtortKapazitätserweiterungen (zusätzliche Plätze)
Heidelberg (Ankunftszentrum)bis zu 800
Sigmaringen (Landeserstaufnahmeeinrichtungen)bis zu 800
Ellwangen (Landeserstaufnahmeeinrichtungen)bis zu 800
Freiburg (Landeserstaufnahmeeinrichtungen)bis zu 100

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Heidelberg: Krieg in der Ukraine – wie man Geflüchteten helfen kann

Update vom 1. März, 10:53 Uhr: Die umfangreichen Hilfsmaßnahmen für Geflüchtete aus der Ukraine laufen an. In Baden-Württemberg wird das Landesministerium für Justiz und Migration die zentrale Koordination übernehmen. Die Landeserstaufnahmeeinrichtungen im Land – dazu gehört auch das Heidelberger PHV-Ankunftszentrum – werden laut Justizministerium die Funktion einer Erstanlaufstelle für alle Ankommenden, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen, übernehmen. Auf der Homepage des Ministeriums wird zeitnah ein Informationsangebot zu Fragen der Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine eingerichtet. 

Die ukrainische Flagge am Heidelberger Rathaus
Die ukrainische Flagge am Heidelberger Rathaus © Stadt Heidelberg

Die Stadt Heidelberg bereitet sich ihrerseits darauf vor, Menschen, die in der Stadt ankommen, bestmöglich zu versorgen. Unter anderem wird an einer zentralen Anlaufstelle der Stadt Heidelberg für ukrainische Geflüchtete auf dem ehemaligen NATO-Gelände an der Rudolf-Diesel-Straße gearbeitet. Menschen sollen dort Informationen zu Aufenthaltsrecht, Unterkunft und weiteren wichtigen Fragen bekommen und an die zuständigen Stellen geleitet werden. Im Ankunftszentrum Heidelberg befinden sich nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe 20 Flüchtlinge in Quarantäne. 

Heidelberg: Du willst Ukraine-Flüchtlingen helfen? Alle Infos dazu

„Wir bekommen bereits erste Hilfsangebote aus der Bevölkerung – das ist ein fantastisches Engagement, für das ich mich jetzt schon herzlich bedanken möchte. Es ist aber sehr wichtig, dass wir alle Hilfsmaßnahmen koordiniert und in enger Abstimmung mit Landes- und Bundesbehörden und den großen Hilfsorganisationen vornehmen, alles andere ist kontraproduktiv“, betont Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos). 

Menschen, die Hilfe anbieten wollen, finden auf der Homepage der Stadt Heidelberg und beim baden-württembergischen Justizministerium erste Informationen, die in den kommenden Tagen noch ergänzt werden. Grundsätzlich ist erster Ansprechpartner für Menschen, die Hilfsangebote machen wollen, der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Heidelberg. Insbesondere Menschen, die Wohnraum für Geflüchtete anbieten wollen, können sich dorthin wenden – entweder per E-Mail (fluechtlingsbeauftragter@heidelberg.de) oder per Telefon (06221/58 37610). Wie und wo man in Baden-Württemberg jetzt unterstützen kann, erklärt auch bw24.de.*

Informationen zur Einreise von Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit 

Ukrainische Staatsangehörige mit biometrischen Reisepässen brauchen für Kurzaufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum für Reisen in den Schengenraum. Darauf weist das Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Heidelberg aus aktuellem Anlass hin. Weitere Informationen können unter diesem Link abgerufen werden.

Das Bundesministerium des Innern und für Heimat hat zusätzlich Hinweise erlassen, wonach ukrainischen Staatsangehörigen nach ihrer Einreise eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann. Sofern Bürger*innen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ihren Wohnsitz in Heidelberg begründet haben, können sie sich per E-Mail an zuwanderung-servicepoint@heidelberg.de über die Antragstellung informieren. Auskünfte beim Bürger- und Ordnungsamt gibt zudem Frau Ipek Bolat (E-Mail: Ipek.Bolat@Heidelberg.de, Telefon: 06221/58 17994). 

Heidelberg: Krieg in der Ukraine – Stadt richtet sich auf Flüchtlinge ein

Erstmeldung vom 27. Februar: „In enger Verbundenheit mit den freiheitlich-demokratischen Partnern in der Welt demonstriert die Stadt Heidelberg Solidarität mit der Ukraine“, hatte die Stadt Heidelberg schon am vergangenen Freitag (25. Februar) auf ihrer Homepage verkündet – und am Rathaus die ukrainische Flagge gehisst. Schon am Vorabend gehen rund 800 Menschen auf dem Bismarckplatz zu einer Solidaritätskundgebung auf die Straße. Da ist der Angriff Russlands auf das Nachbarland noch keine 24 Stunden alt. Auch Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner nimmt persönlich teil und hält eine kurze Ansprache.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

„Wir stehen fest und solidarisch an der Seite der Ukraine. Wir stehen an der Seite der Menschen, die sich für ihre Rechte in ihrem freien Land einsetzen. Russland hat einen souveränen, friedlichen, demokratischen Staat überfallen. Es ist ein unfassbarer und durch nichts zu rechtfertigender Angriffskrieg“, sagt Würzner. „In Heidelberg erinnern wir uns schmerzlich an die Annexion der Krim – auf der auch unsere Partnerstadt Simferopol liegt.“ Seit 1991 schon pflegen die beiden Städte enge Beziehungen. „Wir in Deutschland und Europa werden denen helfen, die vor Krieg und Not flüchten. Und wir werden denen helfen, die in der Ukraine ausharren und für ihre Rechte einstehen“, so der Oberbürgermeister weiter.

Heidelberg: Erste Kriegsflüchtlinge noch dieses Wochenende?

Schon während der vergangenen Jahre hilft die Stadt Menschen, die aus der Partnerstadt Simferopol fliehen mussten. Jetzt bekundet sie ihre klare Bereitschaft, weitere konkrete Hilfsangebote für Menschen in der Ukraine sowie Kriegsflüchtlinge zu machen. Am Donnerstag richtet Würzner eigens eine Task-Force ein, die mögliche Angebote ausloten und die Wege leiten soll. „Wir haben seit dem Angriff Russlands am Mittwoch bereits viele Anfragen von Ukrainern in Heidelberg, die Verwandte erwarten, die aus dem Kriegsgebiet fliehen“, sagt Stadtsprecher Achim Fischer am Samstag (26. Februar) nun gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Und ergänzt: „Wir erwarten, dass möglicherweise schon dieses Wochenende die ersten ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Heidelberg ankommen.“

Flüchtlinge sollen zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes unterkommen. Darauf verständigen sich das Migrationsministerium, der Landkreistag, Städtetag und Gemeindetag sowie die vier Regierungspräsidien, wie aus einer Mitteilung vom Sonntag (27. Februar) in Stuttgart hervorgeht. Zudem wird vereinbart, dass allen Ankommenden rasch eine Covid-19-Schutzimpfung angeboten werden solle. In Baden-Württemberg gibt es vier Landeserstaufnahmeeinrichtungen: in Ellwangen, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen – und das Ankunftszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Patrick-Henry-Village in Heidelberg.

Ankunftszentrum PHV: 90 Tage visumfrei

Obwohl das Ankunftszentrum formal nur Asylsuchenden offensteht, sollen nun vorerst auch Flüchtlinge untergebracht werden. „Derzeit ist noch nicht absehbar, wie viele Menschen, wann und in welchem Umfang vor Putins Krieg nach Baden-Württemberg flüchten“, sagt Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU). Die Vereinten Nationen gehen von knapp 300.000 Flüchtenden aus. Zehntausende haben sich bereits in EU-Länder gerettet, einige auch nach Deutschland.

Ukrainische Staatsangehörige, die sich bereits visafrei in Baden-Württemberg aufhielten, könnten sich bei den Ausländerbehörden eine Erlaubnis für einen weiteren Aufenthalt einholen, erklärte ein Sprecher des Migrationsministeriums. Ukrainische Staatsbürger könnten für 90 Tage visumfrei nach Deutschland einreisen. Heidelberg jedenfalls macht sich bereit. (mko/PM/dpa) *HEIDELBERG24 und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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