In ganz Deutschland

Wegen Corona: Müssen Fitnessstudios wieder schließen? Betreiber reagieren fassungslos

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder massive Einschränkungen beschlossen. Müssen auch Fitnessstudios schließen? Und was sagen die Betreiber dazu?

Am Donnerstag reagieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten auf die rasant ansteigende Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus und beschließen in einer Videoschalte einen „Lockdown Light“. Durch die Einschränkung von Kontakten und das Herunterfahren von Freizeitaktivitäten soll die zweite Corona-Welle gebrochen werden. Bei ihrer Rede vor dem Bundestag macht die Bundeskanzlerin deutlich, warum die Verschärfungen in ganz Deutschland notwendig sind. Sie verweist auf die steigenden Corona-Infektionszahlen, die Auslastung der Gesundheitsämter und die Verantwortung gegenüber den Risikopatienten.

Die beschlossenen Corona-Verschärfungen sollen die Nachverfolgung von Infektionsketten wieder möglich machen und das Infektionsgeschehen insgesamt entschleunigen. Das Ziel sei eine Kontaktverringerung eines jeden Einzelnen um 75 Prozent. „Freiheit ist nicht, dass jeder tut was er will, sondern Verantwortung“, so die Kanzlerin weiter.

Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin hätten zwar die Beschlüsse gefasst. „Aber ohne, dass die Bevölkerung auch mitmacht und sich auch daran hält, können wir die Welle nicht brechen“, verteidigt Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg die neuen Corona-Maßnahmen.

Fitnessstudios in der Corona-Krise: Schließungen ab dem 2. November in ganz Deutschland

Im Zuge der Maßnahmen zur Reduzierung von Kontakten werden besonders im Freizeitbereich massive Einschnitte vorgenommen. Ab dem 2. November sollen nicht nur alle Veranstaltungen abgesagt und Kinos, Theater und Museen in den Lockdown geschickt werden, auch Fitnessstudios, Saunen und Schwimmbäder in ganz Deutschland müssen bis Ende November schließen.

Die Fitnessstudio-Betreiber reagieren mit Fassungslosigkeit auf die temporäre Schließung. Nach dem Lockdown im März haben die Studios hohe Hygienevorgaben erfüllen müssen, um im Mai überhaupt wieder öffnen zu dürfen. Die Teilnehmerzahl bei Kursen wurde beschränkt, die Zahl der Trainierenden erfasst und reguliert, Umkleiden und Duschen in Fitnessstudios geschlossen. Damit die Abstandsregeln im Trainingsraum eingehalten werden konnte, wurden Geräte mit Flatterband abgesperrt.

Fitnessstudios ab dem 2. November geschlossen – keine Corona-Infektionen im Venice Beach Mannheim

Wie Jens Wallat, Geschäftsleiter des Venice Beach Mannheim GmbH, auf MANNHEIM24-Anfrage angibt, hätten man die behördlichen Auflagen mitgetragen und für deren Umsetzung bei den Mitgliedern um Verständnis geworben. Auch bei der Kommunikation mit den Gesundheitsämtern hätten die Fitnessstudios zur schnellen und lückenlosen Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten beigetragen.

Seit der Wiedereröffnung im Mai hätte es in den Venice-Beach-Fitnessstudios keine einzige Corona-Infektion gegeben, die auf einen Besuch im Studio zurückzuführen ist. „Alle 34 Infizierten positiv getesteten Mitglieder und Mitarbeiter haben sich im privaten Umfeld angesteckt, welches nicht in unserem Fitnessstudio war“, so Wallat.

Aufgrund der Entscheidung von Bund und Ländern hätte man keine andere Wahl, als die Fitnessstudios ab dem 2. November zu schließen. „Unsere Mitarbeiter werden in der zeitlich begrenzten Schließungszeit unseren Mitgliedern telefonisch mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und für eine größtmögliche Transparenz sorgen“, führt er weiter aus. Seit Wochen haben sich die Leitung und die Mitarbeiter auf einen eventuellen Lockdown vorbereitet. „Ziel während der Schließung muss es sein, die Studios für eine baldige Wiedereröffnung zu rüsten und positiv in die Zukunft zu schauen.“

Fitnessstudios müssen im November schließen – so reagiert McFit

Bei der Fitnessstudio-Kette McFit fällt die Reaktion auf die Schließung der Studios sogar noch deutlicher aus: „Wir sind bestürzt darüber, dass uns die Maßnahmen trotz aller Anstrengungen und Vorkehrungen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten getroffen haben, zu einer vorübergehenden Schließung unserer Fitnessstudios zwingen“, teilt das Unternehmen auf ihrer Homepage mit.

Man hätte alles getan, um die Gesundheits- und Hygienestandards zu erfüllen und den Mitgliedern ein sicheres Training zu ermöglichen.

Ab dem 2. November müssen Fitnessstudios in ganz Deutschland schließen. (Symbolbild)

Fitnessstudios in ganz Deutschland geschlossen – Kompensation für Mitglieder bei Fitness First

Auch bei Fitness First bedauert man die temporäre Schließung der Fitnessstudios im November, hat aber auch schon einen Kompensationsplan in petto. Neben den Online-Kursen, die auch in den anderen Fitnessstudios angeboten werden, erhalten Mitglieder beispielsweise ein Upgrade ihrer Clubkarte, Trainingsgutscheine oder einen beitragsfreien Monat. Mehr Informationen zur rechtlichen Lage bei einer Fitnessstudio-Schließung gibt es hier. (kp)

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