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Internationales Film-Festival MA-HD startet – mit verbotenem Film aus Pakistan

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Von: Pauline Wyderka

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Mannheim/Heidelberg - Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg startet. Zum Auftakt erlebt ein Film aus Pakistan seine Deutschlandpremiere, der in seiner Heimat verboten ist.

Ab Donnerstag (17. November) kommen die Städte Mannheim und Heidelberg wieder zum einmal jährlichen Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg (IFFMH) zusammen. Von Indie-Liebling bis Oscar-Kandidat ist in beiden Städten dann wieder ganz besonderes Kino zu sehen. Nach der Opening Night am Donnerstag startet das Festival am Freitag (18. November) voll durch. Zu sehen ist dann unter anderem ein ganz besonderer Film aus Pakistan, der ausgerechnet in seinem Herkunftsland verboten wurde.

Internationales Film-Festival MA-HD startet: Kinokultur seit über 70 Jahren

Das IFFMH findet seit 1952 jedes Jahr im November statt, damals noch als Mannheims „Kultur- und Dokumentarfilmwoche“, wie Deutsche Welle schreibt. Heidelberg ist 1993 das erste Mal mit von der Partie. Spätestens seitdem ist die Kinolandschaft ein wichtiger Teil Heidelberger Kultur. Ein ausgeklügeltes Konzept soll das Kinosterben in Heidelberg darum aufhalten. In der langen Tradition des IFFMH werden über die Jahre Werke von Kinogrößen wie Werner Herzog, Jim Jarmusch oder auch Lars von Trier gezeigt.

Er ist einer der Favoriten unter den Einreichungen des IFFMH: „Joyland“. Im Vorverkauf werden bereits jetzt (Stand 17. November) die Tickets für die Vorstellung in Heidelberg knapp. Beim Filmfestival in Cannes erhält das Drama neben dem Preis „un certain regard“ laut imdb eine 8-minütige Standing Ovation. Der Oscar-Kandidat ist der erste pakistanische Film, der in Cannes je gezeigt wird. Nicht nur dort ist die Einreichung eine Premiere.

Internationales Film-Festival MA-HD: Deutschlandpremiere für verbotenen Film „Joyland“

Das Werk des Regisseurs Saim Sadiq feiert Deutschlandpremiere in Heidelberg. Der international gefeierte Film ist ausgerechnet in Pakistan jedoch verboten worden. Dabei erhält der Film zu seinem Erscheinen in Pakistan noch die Freigabe, die Entscheidung wird erst im Nachhinein revidiert, wie spiegel.de schreibt. Wochenlang habe der Film mit seinem Thema Konservative in Pakistan verärgert.

Es geht um die Liebesgeschichte zwischen dem Vorzeige-Ehemann Haider und der Transperformerin Biba. Konservative Gruppen in Pakistan sollen mit der Darstellung der Beziehung nicht einverstanden sein. Nun darf der Film in pakistanischen Kinos nicht mehr gezeigt werden. Erst kürzlich stärkt die pakistanische Regierung die Rechte von Transgender-Personen. Der Regisseur verurteilt das Verbot in einem eigenen Statement als verfassungswidrig.

Internationales Film-Festival MA-HD: Filmvorstellungen aus aller Welt und hochkarätige Gäste

„Joyland“ feiert am Eröffnungswochenende des IFFMH nun seine Deutschlandpremiere. Neben dem hochkarätigen Drama gibt es auch große Kino-Gefühle bei Vorstellungen von Filmen wie „You won‘t be alone“ aus Mazedonien, der persisch-französischen Kollaboration „A Tale of Shemroon“ oder auch dem spanischen Film „I Have Electric Dreams“.

Ehrengäste sind in diesem Jahr die Trägerin des Grand IFFMH Awards und Debütregisseurin des Films „Augustine“ Alice Winocour sowie der Kameramann Benoît Debie, dessen Arbeiten von Musikvideos für Beyoncé und Jay-Z bis hin zu polarisierenden Spielfilmen wie „Spring Breakers“ reichen. (paw)

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