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FFP2-Maske: Ventil, Kennzeichen, Schutz – alles was Du wissen musst

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Von: Katja Becher

FFP2-Maske: Das erste Bundesland hat eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen eingeführt. Doch was unterscheidet diesen Schutz von den anderen Masken-Typen? Und was muss man beim Kauf beachten?

In Bayern gilt ab dem 18. Januar eine FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Auch andere Bundesländer wie beispielsweise Baden-Württemberg, diskutieren darüber, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in bestimmten Bereichen einzuführen, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter zu bekämpfen. Doch was unterscheidet eine FFP2-Masken von einer Alltags- oder einer OP-Maske? Wo kann man FFP2-Masken kaufen? Und woran erkennt man, ob man ein zertifiziertes und sicheres Produkt in den Händen hält? Das musst Du über FFP2-Masken wissen:

FFP2-Maske: Wie funktioniert ihr Schutz und was bedeutet die Abkürzung FFP?

Laut Definition des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) handelt es sich bei FFP-Masken um partikelfiltrierende Halbmasken, die vor der Corona-Pandemie eigentlich als Schutzausrüstung im Bereich des Arbeitsschutzes eingesetzt wurden. Man kennt sie ursprünglich auch als sogenannte „Staubmasken“ aus dem Bereich des Handwerks. FFP steht für „Filtering Face Piece“ – die Masken sind dafür gemacht, Partikel aus der Luft zu filtern. Ihr Träger wird beim Einatmen vor Schadstoffen in der Luft geschützt – zum Beispiel Aerosole, Staub oder Rauch.

Es gibt drei FFP-Kategorien. Je höher der Wert ist, desto mehr Partikel müssen die FFP-Masken aus der Luft filtern können. FFP2-Masken müssen nach europäischer Norm 94 Prozenzt der Aerosole aus der Luft filtern können, FFP3-Masken sogar 99 Prozent. Laut BfArM bieten FFP-Masken somit „nachweislich einen wirksamen Schutz auch gegen Aerosole.“

Eine Schutzmaske der Kategorie FFP2
Eine Schutzmaske der Kategorie FFP2 © Christian Beutler/dpa

FFP2-Maske: Wo liegt der Unterschied zur Alltagsmasken und Medizinischen Gesichtsmasken?

Bei Alltagsmasken handelt es sich meist um Stoffmasken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Stoffmasken „bestehen meist aus handelsüblichen, unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen und entsprechen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS). Sie sind jedoch in der Regel keine Medizinprodukte und unterliegen nicht entsprechenden Prüfungen oder Normen“, heißt es vonseiten des Robert-Koch-Instituts. Zwar könne laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Gefährdung durch erregerhaltige Tröpfchen durch das richtige Tragen guter Alltagsmasken deutlich gemindert werden, doch - genau wie OP-Masken - schützen Stoffmasken in erster Linie lediglich die anderen, nicht aber den Träger selbst. „Der Eigenschutz durch MNB ist bisher wissenschaftlich nicht belegt“, heißt es vom RKI weiter.

FFP2-MaskeAlltagsmaskeMedizinische Gesichtsmaske
KennzeichungCE-Kennzeichnung auf Verpackung und ProduktkeineCE-Kennzeichnung auf Verpackung
SchutzwirkungTröpfchen, Aerosolekönnen Tröpfchen-Auswurf reduzieren und zum Schutz vor dem Coronavirus beitragenTröpfchen, weniger vor Aerosolen
Wen schütze ich?Eigenschutz, Fremdschutz – weniger Fremdschutz mit VentilFremdschutzVor allem Fremdschutz, gewisser Eigenschutz

Bei medizinischen Gesichtsmasken, oft auch OP-Maske genannt, handelt es sich um Einwegprodukte, die normalerweise in Kliniken oder Arztpraxen verwendet werden. Die OP-Masken bestehen aus speziellen Kunststoffen und haben mehrere Schichten. Man erkennt sie an der meist farbigen Vorderseite und der farblosen Rückseite sowie an den Nasenbügeln aus Draht. Medizinische Gesichtsmasken haben klar definierte Filter-Eigenschaften, die sie erfüllen müssen. Sie wurden vor allem entwickelt, um andere zu schützen, bieten jedoch auch einen gewissen Eigenschutz. OP-Masken schützen vor Tröpfchen, jedoch weniger vor Aerosolen. In einer Klinik werden sie zum Beispiel dafür eingesetzt, um zu verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Arztes in die offene Wunde des Patienten gelangen.

FFP2-Masken gelten als Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung und dienen vor allem dem Schutz des Maskenträgers vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Die Masken sind vom Hersteller aus Einwegprodukt vorgesehen. Im Gegensatz zu den Alltagsmasken werden beim Tragen der FFP2-Maske sowohl die Mitmenschen als auch der Träger selbst vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus geschützt. FFP2-Masken können unterschiedlich aussehen: Es gibt Masken mit Ausatemventil sowie Masken ohne Ventil – jedoch bieten nur die FFP2-Masken OHNE Ventil einen ausgeprägten Fremdschutz.

FFP2-Masken mit Ventil
FFP2-Masken mit Ventil © Daniel Karmann/dpa

FFP2-Maske: Warum trägt man besser Masken ohne Ventil?

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärt, filtern FFP2-Masken ohne Ventil sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft über die Maskenfläche und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Bei Masken mit Ventil ist der Fremdschutz wesentlich geringer ausgeprägt – denn ausgeatmete Aerosole werden nicht nur das Filtermaterial abgefangen, sondern lediglich durch das Ventil ausgebremst und dann verwirbelt. Das bedeutet: Ist der Träger einer FFP2-Maske mit Ventil unwissend mit dem Coronavirus infiziert, könnte er seine Kontakte in der Folge anstecken. Deshalb sollten Menschen, die eine Maske mit Ventil tragen, umso dringender die Abstandsregeln einhalten.

FFP2-Maske: Das gleiche wie N95 oder KN95?

FFP2 bezeichnet den europäischen Standard, also welchen Schutz die Maske erfüllen muss. In anderen Ländern gibt es dafür andere Bezeichnungen. Das US-Pendant zur FFP2-Maske wird als K95 bezeichnet, in China spricht man von KN95. Die Normen und Anforderungen an die Masken ähneln sich jedoch sehr. Unklar ist aktuell, ob zum Beispiel auch eine Maske nach dem K95 unter die Maskenpflicht in Bayern fällt – oder ob es zwingend eine FFP2-Maske sein muss.

FFP2-Maske richtig aufsetzen: So schützt man sich und andere optimal

FFP2-Maske kaufen: Woran erkenne ich das richtige Produkt?

FFP2-Masken sind in der Regel weiß gefärbt, es gibt sie aber auch in hellgrau. Wer eine FFP2-Maske kaufen will, sollte dringend darauf achten, dass sie ein CE-Zertifikat besitzt. Dieses ist, gemeinsam mit der EU-Prüfnorm (EN 149:2001+A1:2009) und der vierstelligen Kennnummer der Benannten Stelle (Prüfstelle) auf der Verpackung und der Oberfläche der Maske abgedruckt. Sind Zertifikat und Nummern nicht auf der Maske zu sehen, handelt es sich NICHT um eine zertifizierte FFP2-Maske und das Produkt könnte gefälscht sein.

Die Kennzeichnung auf einer zertifizierten FFP2-Maske
Die Kennzeichnung auf einer zertifizierten FFP2-Maske © HEIDELBERG24

Das CE-Kennzeichen zeigt an, dass die FFP-Masken ein erfolgreiches Prüfverfahren durchlaufen haben und ihre Filter-Leistung gewährleistet ist. Hersteller belegen damit, dass ihre Produkte allen Anforderungen der gültigen Gesetze und Normen entsprechen. Erst dann dürfen sie die FFP-Masken legal in Europa verkaufen.

FFP2-Maske: Wo kann ich sie kaufen und wo ist sie am günstigsten?

Normalerweise kann man FFP2-Masken in jeder Apotheke kaufen, mittlerweile aber auch in Drogerien wie zum Beispiel dm*. Auch online kann man FFP2-Masken kaufen und sich nach Hause schicken lassen – hier sollte man aber dringend auf das erforderliche Zerfitikat achten.

Die Preise für FFP2-Masken sind sehr unterschiedlich. In der Apotheke kosten sie zum Beispiel zwischen vier und sechs Euro pro Stück. Bei der Drogerie dm sind sie etwas billiger: Hier kostet ein 5er-Pack FFP2-Masken rund 13 Euro. Beim Online-Anbieter Amazon gibt es bereits Masken für rund 2 Euro das Stück – hier kann man offenbar vor allem größere Bestellungen günstiger erhalten.

Seit dem 15. Dezember haben Personen über 60 Jahren Anspruch auf 15 kostenlose FFP2-Masken. Bis zum 6. Januar wurden pro Person drei Masken kostenlos in der Apotheke herausgegeben. Mitte Januar sollen dann noch einmal sechs kostenlose FFP2-Masken an Berechtigte verteilt werden. Wer Anspruch auf eine kostenlos FFP2-Maske hat, bekommt üblicherweise von der Krankenkasse einen Coupon zugeschickt.

FFP2-Maske: Kann ich sie wiederverwenden? Wie lange ist die maximale Tragedauer?

Grundsätzlich handelt es sich bei FFP2-Masken um Einwegprodukte – sie sollten nach Empfehlung des Robert Koch Instituts (RKI) eigentlich nicht wiederverwendet werden. Da die Masken jedoch verhältnismäßig teuer sind, stellen sich viele die Frage, ob der Mund-Nasen-Schutz gereinigt und mehrfach getragen werden kann. Das ist prinzipiell möglich – wenn man einige Details beachtet.

In der Regel sollten FFP2-Masken individuelle Herstellerangaben beiliegen; diese gilt es aufmerksam zu lesen. Bestimmte Empfehlungen für die Tragedauer von FFP2-Masken für Privatpersonen gibt es jedoch nicht. Dennoch gilt: Einmal verwendet, muss die Maske so gelagert werden, dass sie gut trocknen kann. Zudem sollte eine Kontamination weiterer Gegenstände unbedingt vermieden werden. Anders ausgedrückt: Falls sich das Coronavirus möglicherweise auf der Maskenoberfläche befindet, sollte der Erreger nicht unbeabsichtigt in den Haushalt eingeschleust werden.

Eigentlich sind Desinfektionsmittel ein bewährtes Mittel gegen das Coronavirus; dennoch rät das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte davon ab, FFP2-Masken mit Desinfektionsmittel zu behandeln. Gleiches gilt für das Erhitzen zur Abtötung des Virus. Obwohl anzunehmen ist, dass höhere Temperaturen Corona den Garaus machen, gefährden sie zugleich die Schutzwirkung der FFP2-Masken und machen sie somit nutzlos. Denn sie enthalten einen Kunststoff-Filter, der bei hohen Temperaturen schmilzt. Auch bei einer Sterilisation in der Mikrowelle ist Vorsicht geboten!.Obgleich über eine niedrige Wattzahl die Abtötung des Coronavirus bei gleichzeitiger Intakthaltung des Filters theoretisch möglich ist, stellt sich hierbei ein anderes Problem dar: die Drahtbügel in FFP2-Masken. Metall gehört auf gar keinen Fall in die Mikrowelle! Über den Funkenschlag droht Brandgefahr

Die beste Möglichkeit, um eine FFP2-Maske wiederverwenden zu können, ist, sie in die Sonne zu hängen. Forscher haben herausgefunden, dass die ultraviolette (UV) Strahlung der Sonne einen wesentlichen Einfluss auf das Coronavirus hat. Ohne Sonne kann man die FFP2-Maske aber auch in einen trockenen Raum für mindestens 72 Stunden aufhängen. Ohne menschliche Wirtszellen wird das Coronavirus auf der Maskenoberfläche absterben und die trockene FFP2-Maske hat ihre Schutzfunktion zurück. (kab)

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