Wegen süßen Minions...

30 Euro! Bürgermeister Mörlein soll für PR-Gag blechen

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Bürgermeister Mörlein bei der Werbekampagne für den Minions-Film mit Capri-Sonne.

Eppelheim – Wie kann man nur so kleinlich sein?! Wegen der spaßigen Umbenennung eines Ortsschildes in „BanApple-Heim“ soll Bürgermeister Dieter Mörlein jetzt ein Verwarnungsgeld zahlen.

Stolz und mit den knuffigen „Minions“ um die Wette strahlend benannte er seine Stadt am 12. Mai kurzerhand in „BanApple-Heim“ um...

Jetzt kassiert Bürgermeister Dieter Mörlein (66, parteilos) die Quittung dafür – ein Verwarnungsgeld über 30 Euro!

Unglaublich, aber wahr: Weil das Ortsschild an den Wild-Werken im Rahmen einer PR-Aktion von Capri-Sonne für den Kino-Hit „Minions 3D“ überklebt wurde, gibt‘s mächtig Ärger mit der Obrigkeit!  

Das Landratsamt ließ das (wie die Minions gelbe) Schild aufgrund eines Eingriffs in die Straßenverkehrsordnung nach nur wenigen Tagen entfernen, weil es nicht genehmigt war (WIR BERICHTETEN). Übrigens ein Verstoß, der mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafe geahndet werden kann! 

Der Vorwurf gemäß StVO § 33 Abs. 2, Satz 1: Die Überdeckung eines offiziellen Ortsschildes mit der ortsschildähnlichen Werbetafel. Demnach dürfen Einrichtungen, die Zeichen oder Verkehrseinrichtungen gleichen, mit ihnen verwechselt werden können oder deren Wirkungen beeinträchtigen können, dort nicht angebracht oder sonst verwendet werden dürfen, wo sie sich auf den Verkehr auswirken können.

Bellooo! Minions ‚erobern‘ Eppelheim – und die Welt

Nicht von der Hand zu weisen: Das Ortsschild hat eine wichtige Funktion im Straßenverkehr, zeigt das innerstädtische Tempo-Limit 50 an! Da es an der K4149 steht, gehört es samt Straße zum Rhein-Neckar-Kreis – nicht der Stadt Eppelheim.

Der Bürgermeister damals gegenüber HEIDELBERG24 rebellisch: „Ja, das Landratsamt war nicht informiert. Hätte ich das getan, hätte es keine Genehmigung gegeben. Manchmal muss man eben in Deutschland etwas ‚illegal‘ handeln, sonst erreicht man nichts. Auf alle Fälle hat der Schildertausch nun noch einmal ein nachhaltiges Echo gefunden. Das war auch mit meine Absicht.

Die ‚Petze‘ und Spaßbremse ist laut Rhein-Neckar-Zeitung Marcel Guckland aus Eppelheim. Er brachte die Sache ins Rollen. „Man kann doch nicht einfach ein Schild überkleben. Herr Mörlein hat ja als Bürgermeister auch eine Vorbildfunktion – was, wenn Kinder das nachmachen?“, so Guckland zur RNZ.

Ob er es wollte oder nicht – Gucklands „Hinweis“ landete von der Polizei bei der Staatsanwaltschaft und hatte letztendlich die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Mörlein zur Folge!

Dieses sei inzwischen zwar eingestellt, die Strafe wolle er dennoch nicht bezahlen! Deshalb legte er Widerspruch ein, weil er das Schild nicht selbst habe „überhängen“ lassen, sondern lediglich in seiner Funktion als Bürgermeister enthüllt.

Die Verwarnung an Bürgermeister Mörlein.

Umso erstaunlicher, dass die Verwarnung, die ihm sogar Vorsatz vorwirft (liegt HEIDELBERG24 vor), Mörlein privat nach Hause und nicht ins Rathaus zugestellt wurde. Jedenfalls hat das Stadtoberhaupt schon widerwillig durchklingen lassen, die 30 Euro Strafe gegebenenfalls zu berappen – aus seiner Privat-Schatulle.

Das „BanApple-Heim“-Schild liegt übrigens noch immer im Rathaus, soll gemeinsam mit Capri-Sonne einem sinnvollen Zweck zugeführt werden. 

Eines scheint klar: In dieser ‚Minions-Posse‘ ist das letzte Wort noch nicht gesprochen... 

pek

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