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RLP: 99 Schüler in Bergnot gerettet – Mega-Rechnung für Gymnasium

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Von: Katja Becher

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Eine angeblich „klassische Feierabendrunde“ in Österreich wurde für 107 Schüler und Lehrer aus Rheinland-Pfalz zum Wander-Albtraum. Die Bergrettung wird für die Schule jetzt wohl richtig teuer.

Update vom 21. Juni: Die Rettung einer großen deutschen Schülergruppe in den österreichischen Alpen könnte teuer werden. Ein Sprecher der Bergrettung Vorarlberg bestätigte am Dienstag der Nachrichtenagentur APA, dass die Rechnung wohl um die 18.000 Euro betragen werde – das sei eine „gute Schätzung“. Zuvor hatte der Österreichische Rundfunk (ORF) darüber berichtet.

Die Rechnung werde jedenfalls an die Schule in Ludwigshafen geschickt. Dort müsse dann intern geklärt werden, wer für die Summe aufkommt, so der ORF. Für die Rettung der 99 Schüler und ihrer acht Begleitpersonen von einem schmalen und nach Regenfällen rutschigen Grat würden drei Flugstunden des Polizeihubschraubers, eineinhalb Flugstunden eines Notarzt-Hubschraubers und der Einsatz der Bergretter zu Buche schlagen.

99 Schüler aus Pfalz in Bergnot gerettet: Muss Gymnasium die Mega-Zeche zahlen?

Update vom 10. Juni, 11:39 Uhr: Nach der dramatischen Rettung von mehr als 100 in Österreich in Bergnot geratenen Schülern und Lehrern aus Maxdorf (bei Ludwigshafen) ist noch immer unklar, wer die hohen Kosten für den aufwendigen Einsatz bezahlen muss. „Ich kann es Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nicht sagen. Die Ermittlungen laufen noch“, so Martin Storck, der Leiter des Gymnasiums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

RegionKleinwalsertal
LageVorarlberg Österreich (Allgäuer Alpen)
Höhe1.086 bis 1.215 Meter

Nach Rettung von 99 Pfälzer Schülern – muss Gymnasium die Zeche zahlen?

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier als zuständige Schulaufsicht erklärte, es liege vorerst noch keine Kostenaufstellung vor: „Nach Eingang einer solchen Rechnung wird diese dem Grund und der Höhe nach geprüft werden“, hieß es weiter. Ein Sprecher der Polizei Vorarlberg hatte am Mittwoch gesagt, alleine der Einsatz von zwei Helikoptern schlage mit Tausenden Euro zu Buche. Diese Kosten würden in Deutschland „in Rechnung gestellt“.

Am Freitag (10. Juni) sollen die Schulklassen wie geplant mit Bussen zurückkehren. Nächste Woche sollen die dramatischen Ereignisse dann in der Schule mit Psychologen aufgearbeitet werden.

99 Schüler in Bergnot gerettet: Polizei schreibt Rechnung an Schule

Erstmeldung vom 9. Juni: Hubschrauber und Bergrettung haben im österreichischen Kleinwalsertal mehr als 100 in Bergnot geratene Schüler und Lehrer aus Deutschland gerettet. Die 99 Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren und acht Lehrer aus dem Raum Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) waren am Dienstag auf einer für ihre Ausrüstung und Fähigkeiten zu schwierigen Route unterwegs, teilte die Polizei Vorarlberg in der Nacht zum Mittwoch mit.

Bergrettung von Schülern aus Rheinland-Pfalz: Lehrer verließen sich auf Routen-Beschreibung im Netz

Die Lehrer eines Gymnasiums in Maxdorf hätten die Route im Kleinwalsertal aufgrund von irreführenden Informationen aus dem Internet ausgesucht, wo die Route als „klassische Feierabendrunde“ beschrieben wurde. Der Heuberggrat sei laut Polizei allerdings ein „teilweise ausgesetzter Weg mit Kletterpassagen, der Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert.“

Als sich ein Teil der Gruppe zum Umkehren entschied, rutschten zwei Schüler ab und verletzten sich leicht, wie LUDWIGSHAFEN24 berichtet. Da einzelne Jugendliche in Panik gerieten, setzten die Lehrer einen Notruf ab. Nach der Bergrettung der Schüler und Lehrer in Österreich warnte der Deutsche Alpenverein (DAV) davor, sich auf Tourenbeschreibungen aus dem Internet zu verlassen.

Mehr als 100 deutsche Schüler und Lehrer in Österreich in Bergnot
Mehr als 100 deutsche Schüler und Lehrer in Österreich in Bergnot © dpa/Landespolizeidirektion Vorarlberg

Schüler und Lehrer aus Rheinland-Pfalz in Bergnot: Hubschrauber-Einsatz könnte für Schule teuer werden

Laut Polizei wurden etwa 70 Mitglieder der Schülergrupppe aus dem Raum Ludwigshafen von zwei Hubschraubern mit Seilen geborgen. Die anderen stiegen von Bergrettern begleitet ab. Die Polizei aus Vorarlberg teilte dem Südwestrundfunk (SWR) mit, dass sie der Schule den Hubschraubereinsatz in Rechnung stellen werde. Laut Bericht würde es sich um mehrere tausend Euro handeln, da die rund 100 Schüler und Lehrer einzeln mit dem Hubschrauber abtransportiert werden mussten.

Laut SWR-Bericht stehe allerdings noch nicht fest, ob die Schule in Maxdorf diese Einsatzkosten auch tatsächlich übernehmen müsse. Der Fall wird nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt. Laut SWR hätten sich Schüler und Lehrer gemeinsam mit der Schulbehörde dazu entschieden die Klassenfahrt fortzusetzen. (kab/dpa)

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