Helm auf, nüchtern bleiben, Ampeln beachten...

Die zehn goldenen Regeln für sicheres Radfahren

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In der Jugendverkehrsschule lernt man schon als Kind alle Regeln für das Radfahren auf der Straße.

Mal schnell aufs Rad springen und zur Arbeit oder Universität fahren! Da kann man schon mal aufgrund des Zeitdrucks, so manche Straßenverkehrsregeln vergessen – sollte man aber nicht...

Besonders in Groß- und Uni-Städten sind Fahrräder im täglichen Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken. 
Doch wo sich gestresste und "gegen die Zeit fahrende" Radfahrer und Autofahrer treffen, sind Unfälle vorprogrammiert. 

Speziell in Heidelberg ist dies ein alltägliches Problem:

"Bezogen auf 100.000 Einwohner ist das Unfallrisiko in Heidelberg doppelt so hoch wie etwa in Mannheim", erklärt Dieter Schäfer, Polizeidirektor des Präsidiums Mannheim.

Unglaublich: Die Polizei Mannheim zog für das Jahr 2013 Bilanz – 309 Radunfällen mit 245 Verletzten.Eindeutig zu viel! 


Die Jugendverkehrsschule Heidelberg im Stadtteil Kirchheim.

Dabei lernt man schon im Kindesalter das richtige Verhalten beim Radfahren im Straßenverkehr. So gibt etwa die Jugendverkehrsschule Heidelberg bis zu 4.000 Schülern jährlich die Möglichkeit, auf einem Verkehrsübungsplatz zu üben um Unfällen vorzubeugen. Dazu gehört vor allem die Lehre der wichtigsten Regeln.

"Der Straßenverkehr wird immer komplexer. Immer mehr Menschen treffen auf immer enger werdenden Räumen in unterschiedlichster Form aufeinander.  Dies kann nur zusammen funktionieren. Wir legen daher besonderen Wert auf folgendes: Regeln beachten. Mit den Fehlern der Anderen rechnen und dem Anderen auch mal einen Fehler zugestehen mit dem Ziel, sicher anzukommen", betont Holger Heckmann, Polizeihauptkommissar und Leiter der Jugendverkehrsschule. 

Zudem macht Heckmann klar:

"Neben dem Anfahren vom Fahrbahnrand, dem Vorbeifahren an Hindernissen und dem richtigen Abbiegen liegt der Schwerpunkt der 10-stündigen Radfahrausbildung auf der Vermittlung der Vorfahrtsregeln und dem Linksabbiegen."

Doch mit zunehmenden Alter scheinen die Regeln aus dem Gedächtnis zu schwinden. So ertappte die Polizei Mannheim in den letzten Wochen, im Rahmen ihres Präventionsprogramms "Aktion Plus 5 – Minuten die schützen" immer mehr gefährliche Verkehrssünder, die nach ihren eigenen Verkehrsregeln fahren (wir berichteten). Es gibt aber auch diejenigen Sünder, die die genauen Radfahrerregeln gar nicht erst kennen.

Ein häufiger Verstoß: Bei Rot über die Ampel fahren – lieber auf Grün warten!

Doch wie heißt es so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Deshalb hat sich MANNHEIM24/HEIDELBERG24  schlau gemacht und möchte diese "Wissenslücke" füllen: 

Vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) in Heidelberg erfahren wir, welches Recht Fahrradfahrer haben und an welche Gesetzmäßigkeiten sie sich halten müssen:

- Wenn Radfahrer auf der Fahrbahn fahren, gilt für sie die allgemeine Verkehrsampel. Wenn eine besondere Radfahrerampel angebracht ist, müssen Radfahrer auf dem Radweg diese beachten.

- Am Zebrastreifen gilt: Wenn Radfahrer Vorrang haben wollen, müssen sie absteigen und ihr Rad schieben. Sie dürfen über den Zebrastreifen aber auch fahren, müssen dann jedoch querende Fahrzeuge durchfahren lassen.

- Alkohol verboten: Schon bei 0,3 Promille kann man sich strafbar machen und muss bei einem Unfall haften, wenn es aufgrund des Alkohols zu Fehlern beim Radfahren kommt. Ab 1,6 Promille begehen Radfahrer auch ohne erkennbare Fahrunsicherheit eine Straftat.

- Radfahrer dürfen nur in freigegebenen Einbahnstraßen in Gegenrichtung fahren.

- Radfahrer müssen beim Abbiegen rechtzeitig den Arm ausstrecken. 

- Verboten sind Kopfhörer nur dann, wenn das Gehör wesentlich beeinträchtigt wird. Trotzdem sind sie im Straßenverkehr nicht gern gesehen.

- Radfahrer müssen innerorts immer mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Dabei gilt für sie nicht zwingend die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

- Fahrräder dürfen auf Gehwegen, Plätzen und in Fußgängerzonen abstellt werden, wenn dadurch keine Behinderung von Fußgängern besteht. 

- Für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot! Und zwar nicht nur auf der Fahrbahn, sondern auch auf Radwegen, Radfahrstreifen, freigegebenen Gehwegen, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. 
Ausnahme: Es ist ein blaues Radwegschild für die linke Fahrtrichtung aufgestellt.

Holger Heckmann, Polizeihauptkommissar und Leiter der Jugendverkehrsschule Heidelberg

- Die wichtigste Regel ist jedoch: Das Tragen eines Fahrradhelms kann Leben retten!  

Holger Heckmann erklärt, was man bei einem sicheren Helm beachten muss: "Wichtig ist, dass der Kopf in den Helm passt. Nicht jeder Kopf passt in jeden Helm. Hier heißt es: ausprobieren. Darüber hinaus sollte der Helm gut belüftet und die Lüftungsschlitze nach vorn mit Fliegennetzen gesichert sein. In Deutschland verkaufte Helme müssen geprüft sein und ein entsprechendes Prüfzeichen tragen. Gute Fahrradhelme gibt es für jeden Geldbeutel."  

Deutschlandweit gibt es allerdings noch keine Helmpflicht! 

"Wenn es mir gelingt, jemanden davon zu überzeugen, dass es gut und sinnvoll ist das Wichtigste das ich habe, nämlich meinen Kopf, zu schützen, wird derjenige vielleicht den Helm aus Überzeugung tragen. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich keine gesetzliche Regelung dafür brauche, mein Bestes zu schützen, und dass es wohl kaum Sinn macht, jemanden zu etwas zwingen, wovon er nicht überzeugt ist", ist Heckmann überzeugt.

Wer sein Kind bei der Jugendverkehrsschule anmelden oder seine Kenntnisse auffrischen möchte, hier die Adresse: Pleikartsförster Straße 114 in Heidelberg-Kirchheim oder online unter www.verkehrswacht-heidelberg.de.

nis

Quelle: Heidelberg24

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