Einsatz eskaliert

„Coronaparty“-Gäste verbarrikadieren sich in Shisha-Bar: OB findet klare Worte!

Stuttgart - Während die meisten Menschen zu Hause bleiben, feiern am Samstagabend mehrere Leute in einer Shisha-Bar. Als die Polizei die „Corona-Party“ auflösen will, eskaliert die Lage: 

  • Im Kampf gegen das Coronavirus gilt auch in Stuttgart ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit.
  • Nachbarn melden am Samstag eine „Corona-Party“ in einer Shisha-Bar.
  • Die Polizei muss das Gebäude umstellen, weil sich die Gäste darin verbarrikadiert haben.
  • Haben Gäste Polizisten bespuckt?
  • Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Innenminister Thomas Strobl bezeichnen „Coronapartys“ als „asozial“.

Update vom 30. März, 6:15 Uhr: Am Samstagabend (28. März) wird die Polizei zu einen Einsatz in Zuffenhausen gerufen. Zeugen hatten eine illegale „Corona-Party in einer Shisha-Bar“ gemeldet. Obwohl die Beamten aus dem Inneren der Bar Geräusche vernehmen, macht niemand die Tür auf. Die Feuerwehr muss anrücken und die Tür gewaltsam öffnen. Im Inneren nimmt die Polizei die Personalien von 26 Gästen im Alter zwischen 19 bis 35 Jahren auf. Ihnen drohen hohe Strafen. Nach dieser Aktion melden sich schon am Sonntagabend Stuttgart Oberbürgermeister Fritz Kuhn zu Wort: 

„Wer sich jetzt noch in Gruppen versammelt und Partys feiert, handelt gegen die Gesellschaft und nimmt in Kauf, dass Menschen schwer krank werden oder sogar sterben. Manch einer findet es vielleicht witzig, die Corona-Verordnung zu umgehen oder heimlich auszutricksen, aber das ist asozial und unanständig all denjenigen gegenüber, die sich an die Verbote zum Schutz der Gemeinschaft halten.“ Dieses Verhalten sei ein absolutes No-Go und würde bestraft werden.

Auch Innenminister Thomas Strobl äußert sich zu dem Polizeieinsatz in einer Stuttgarter Shisha-Bar: Die Polizei kontrolliere die Einhaltung der Corona-Verordnung scharf und strikt. Wer illegal ein Lokal betreibe, verhalte sich „verantwortungslos und gefährdet in letzter Konsequenz Menschenleben“.

Stuttgart: Polizei löst „Corona-Party" in Shisha-Bar auf – wurden Polizisten bespuckt?

Update von 14:30 Uhr: Wie die Polizei nun mitteilt, wurden die Beamten am Samstagabend um 22:50 Uhr an die Shisha-Bar im Stadtteil Zuffenhausen gerufen. Die alarmierten Streifenbeamten hätten daraufhin festgestellt, dass die Scheiben des Lokals von innen verdunkelt waren und leise Musik nach draußen dran. „Mehrmals forderte die Polizei dazu auf, die Tür zu öffnen. Der Weisung kam niemand nach“, teilen die Beamten in Stuttgart am Sonntag mit. Daraufhin habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart die zwangsweise Türöffnung angeordnet. 

Bei Betreten der Shisha-Bar in Stuttgart stellen die Polizisten zunächst vier Personen fest. Ein Polizeihund findet schließlich die restlichen 22 Partygäste – verbarrikadiert in einem Lagerkeller der Bar. Nach Angaben der Polizei sind die Gäste der „Coronaparty“ zwischen 19 und 35 Jahre alt und wohnen in verschiedenen Landkreisen rund um Stuttgart. „Alle müssen mit einer Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen“, so die Polizei. Die Meldung, dass Polizisten beim Einsatz bespuckt worden seien, sei nach bisherigen Erkenntnissen falsch. 

Stuttgart: Polizei sprengt „Coronaparty“ – Gäste verbarrikadieren sich in Shisha-Bar

Erstmeldung vom 29. März, 9:30 Uhr: Dutzende Einsatzkräfte der Polizei umstellen am Samstagabend eine Shisha-Bar in Stuttgart Rot. In Baden-Württemberg gilt bereits seit dem 23. März ein Kontaktverbot im Kampf gegen das Coronavirus – doch den rund 20 feiernden Menschen in der Bar scheint das herzlich egal zu sein! Als Nachbarn die Polizei auf die „Corona-Party“ aufmerksam machen, wollen die Beamten einschreiten. Aber als sie an der Shisha-Bar in Stuttgart ankommen, schließt sich die feierwütige Gruppe im Lokal ein und verbarrikadiert sich.

Stuttgart: Großeinsatz wegen „Corona-Party“ in Shisha-Bar – Polizei stürmt Gebäude

Nachdem die Polizei in Stuttgart keinen Zugang zu der Shisha-Bar findet, umstellen die Beamten das Gebäude, sodass keiner der Party-Gäste fliehen kann. Die Feuerwehr wird zu Hilfe gerufen, um die Tür des Gebäudes zu öffnen. Als die Polizei die „Corona-Party“ endlich auflösen kann, eskaliert die Situation weiter. 

Stuttgart: Polizei sprengt „Corona-Party“ in Shisha-Bar

Ein uneinsichtiger Party-Gast beginnt plötzlich, die Menschen an einem gegenüberliegenden Supermarkt anzupöbeln und versucht sogar, sie anzuspucken. Als die Polizei erneut einschreitet, wehrt sich der Mann massiv gegen seine Festnahme, kann jedoch schnell überwältigt werden.

Auch im Rhein-Neckar-Kreis stellte die Polizei am Samstag einige Verstöße gegen das Kontaktverbot fest – manche davon waren besonders kurios! 

Coronavirus in Stuttgart: Polizei sprengt Party – diese Strafe droht den Besuchern der Shisha-Bar!

Nach der illegalen Versammlung in der Shisha-Bar in Stuttgart hat die Polizei gegen alle Teilnehmer die Ermittlungen wegen Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Noch ist nach ersten Informationen unklar, ob unter ihnen jemand mit dem Coronavirus erkrankt ist. 

Bei Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz in Zeiten des Coronavirus können Strafen wie Bußgelder oder sogar Gefängnis drohen. Die Nichteinhaltung der Corona-Quarantäne zum Beispiel kann den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft wird. Weitere Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit dem aktuellen Kontaktverbot könnten mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Doch die aktuelle Lage macht manche erfinderisch: Ein Mannheimer macht mit seinem Livestream-Angebot sämtliche Corona-Partys obsolet, denn bei „CORONA HOME CLUBBING“ können Zuschauer ihre Lieblingsmusiker aus der Region von Zuhause aus feiern.

kab

Rubriklistenbild: © 7aktuell.de | Alexander Hald

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