Alle Entwicklungen im Ticker

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Pfalzklinikum will Notkrankenhaus einrichten

Coronavirus in Rheinland-Pfalz - Die aktuellsten Entwicklungen, News und Entscheidungen aus dem Bundesland in unserem New-Ticker:

  • In Rheinland-Pfalz gibt es aktuell 4.052 bestätigte Coronavirus-Fälle und 43 Covid-19-Tote.
  • Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Seit dem 24. März gilt ein Kontaktverbot, bei Verstoß drohen hohe Bußgelder.
  • Wird eine Maskenpflicht in Rheinland-Pfalz eingeführt?
  • Alle aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen rund um das Coronavirus gibt es bei uns im News-Ticker: 

Seit dem ersten Coronavirus-Fall in Rheinland-Pfalz Anfang März, meldet das Gesundheitsamt jeden Tag weitere Ansteckungen mit dem Virus – auch die Zahl der Toten steigt weiter an. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen beschlossen. Darunter auch das Kontaktverbot, das seit dem 24. März gilt. Alle aktuellen Entwicklungen, Entscheidungen und News rund um das Coronavirus im Überblick: 

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Update vom 7. April um 20 Uhr: Das Kabinett in Rheinland-Pfalz will sich am Mittwoch (8. April) erneut mit Experten über die Ausbreitung des Coronavirus beraten. Ab 16 Uhr will Ministerpräsidentin Malu Dreyer über die aktuelle Lage informieren – die Coronavirus-Pandemie zu bremsen und alles für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu tun, bleibe vorrangiges Ziel, betonte die Landesregierung. 

Unterdessen werden am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern besondere Vorkehrungen für ein Notkrankenhaus getroffen. Für den Fall einer Überlastung der Kapazitätsgrenzen im Laufe der Corona-Krise sagte das Pfalzklinikum Unterstützung zu, um im Notfall Betten für internistische Patienten zur Verfügung zu stellen – Pflegepersonal inklusive. Zwar sei das Westpfalz-Klinikum derzeit ‚nur‘ zu 45 Prozent ausgelastet, das Angebot des Pfalzklinikums nehme man bei Bedarf aber gerne an, so Westpfalz-Klinik-Geschäftsführer Peter Förster.

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Geschäfte über Ostern geschlossen

Update vom 7. April, 7:20 Uhr: Ursprünglich besagte die Corona-Verordnung von Rheinland-Pfalz, dass Geschäfte wie Supermärkte auch über Sonn- und Feiertage geöffnet bleiben dürfen. Nun rudert die Landesregierung jedoch zurück: Auch an Ostern und an sonstigen Feiertagen müssen Geschäfte ab sofort geschlossen bleiben. Von der Option der Ladenöffnung auch an Sonn- und Feiertagen sei kaum Gebrauch gemacht worden, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Montag einer Mitteilung zufolge. Wichtig sei zudem, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation einen Ausgleich von der Arbeit benötigten – und Zeit zuhause und bei den Familien verbringen. „Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, dass die Geschäfte wie üblich und ohnehin praktiziert auch an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Das Ministerium werden dies im Rahmen einer Änderungsverordnung an diesem Dienstag auf den Weg bringen.

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Pflegeheime schwer betroffen – viele Infektionen bei Personal und Bewohnern

Update vom 6. April um 19 Uhr: Das grassierende Coronavirus stellt Deutschland weiter vor eine riesige Herausforderung – in Rheinland-Pfalz wird in dieser Woche in zahlreichen Pflege-Einrichtungen um das Leben etlicher infizierter Bewohner gekämpft. „Sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Bewohner ist das eine kaum zu bewältigende Belastung“, der Sprecher des Caritasverbands Koblenz, Marco Wagner, nach dem Tod von drei am Coronavirus infizierten Bewohnern im Haus Eulenhorst. In der Einrichtung, in der Menschen mit Behinderungen betreut werden, bestand nach Caritas-Angaben bereits zum Zeitpunkt des ersten Todesfalls am 24. März ein absolutes Besuchsverbot, das Haus wurde danach unter Quarantäne gestellt. Dennoch starben am vergangenen Donnerstag und Freitag zwei weitere infizierte Bewohner im Alter von 66 und 67 Jahren. In dem 38 Bewohner umfassenden Haus wurden zuletzt sieben Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. 

Auch in einem Pflegeheim in Worms ist die Lage äußerst angespannt – hier wurden 18 Mitarbeiter und neun Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Zwei der Bewohner müssen intensivmedizinisch im örtlichen Klinikum behandelt werden. Erst in der vergangenen Woche war ein infizierter Bewohner gestorben - allerdings gilt als unklar, ob er an den Folgen der Covid-19-Erkrankung starb oder an einer Vorerkrankung gestorben war.

In einem Altenheim in Hillesheim (Kreis Vulkaneifel) wurden 15 Bewohner und 5 Pflegekräfte infiziert. Zwei der Bewohner seien bereits genesen, zwei andere würden derzeit im Krankenhaus in Gerolstein behandelt, teilte die Kreisverwaltung am Montag in Daun mit. Die anderen elf Bewohner zeigten bisher keine oder nur milde Symptome. Der betroffene Wohnflur der Einrichtung mit ihren insgesamt 105 Bewohnern sei unter Quarantäne gesetzt worden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Geschäfte dürfen auch an Ostern öffnen

Update vom 6. April, 9:20 Uhr: Auch wenn die Menschen an den Osterfeiertagen zu Hause bleiben sollen, werden viele Familien das Fest sicherlich im kleinen Kreis mit gutem Essen feiern. Doch wie schaut es an Ostern mit den Öffnungszeiten der Supermärkte aus? Müssen wir uns – trotz Corona-Krise – auf lange Schlangen an den Kassen einstellen? Wie der SWR berichtet, dürfen die Supermärkte in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr tatsächlich auch an den Oster-Feiertagen öffnen. Laut SWR-Bericht dürften ausgewählte Geschäfte bis zum 19. April an Feiertagen und Sonntagen von 12 bis 18 Uhr öffnen. Dies gelte auch für Karfreitag und Ostermontag. 

Die Einzelhändler entscheiden jedoch selbst, ob sie von diesem Recht Gebrauch machen. Einige Supermarkt-Ketten hatten bereits zuvor erklärt, dass sie weiterhin nicht an Sonn- und Feiertagen öffnen würden, um ihre Mitarbeiter zu schützen. 

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Kritik an Ladenöffnungen an Ostern

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hatte die Öffnung von Supermärkten am Karfreitag und Ostersonntag nach heftiger Kritik von Kirchen und Gewerkschaften zurückgenommen. Dies fordert nun zum Beispiel auch die CDU-Stadtratsfraktion in Ludwigshafen. „Wir wollen kein überstürztes Handeln auf Kosten von Werten und der Arbeitnehmerschaft“, kommentiert Daniel Beiner, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion und forderte die rheinland-pfälzische Regierung dazu auf, die Ausnahmeregelung zu überdenken. 

Coronavirus Rheinland-Pfalz: So wird die nächste Woche mit Corona-Maßnahmen aussehen

Update vom 6. April, 7:20 Uhr: Die Corona-Krise bremst weiterhin weite Teile des öffentlichen Lebens in Rheinland-Pfalz aus – es gelten unverändert weitreichende Kontaktbeschränkungen. Deshalb können viele Menschen geplante Reisen nicht antreten, beispielsweise an den Osterfeiertagen. Auch alle Veranstaltungen fallen aus. Am Montag (12 Uhr) informiert die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel (Grüne), worauf es in diesen Zeiten beim Verbraucherschutz ankommt und wie die Rechtslage ist.

Zu schaffen macht die Corona-Krise unter anderem vielen Studenten. Restaurants, Kneipen und Café sind dicht, damit brechen vielen Studierenden im Land die Nebenjobs weg. Die Allgemeinen Studierendenausschüsse berichten von einer steigenden Zahl von Anfragen zu möglicher Hilfe. Manche Studenten wüssten kaum mehr, wie sie ihre Miete zahlen könnten, berichtet etwa der AStA in Landau. Die Studierendenvertreter der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität haben sich in einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt. Sie bringen unter anderem die Idee ins Spiel, Betroffenen die Miete in Studierendenwohnheimen zu erlassen. Ausgleichszahlungen an die Studierendenwerke sollten deren Einnahmeverluste dann ausgleichen. 

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Digitalbotschafter bringen Familien virtuell zusammen

Update vom 5. April: Gemeinsam mit der Familie Kaffee trinken und Kinder, die gemeinsam mit ihrer Oma einen Kuchen essen. In Zeiten der Corona-Krise sind alltägliche Familiensituationen nicht mehr möglich. Damit aber vor allem die älteren Familienmitglieder nicht vom Rest abgeschottet sind, gibt es jetzt die Digitalen-Botschafter in Rheinland-Pfalz. Die Digital-Botschafter – auch "DigiBos" genannt – bieten ihre Treffs und Sprechstunden über Videokonferenzen an oder unterstützen die ältere Generation über Videotelefonie damit diese mit ihren Familien oder Bekannten in Kontakt bleiben können. Die Botschafter zeigen zudem welche kulturellen Angebote das Internet bietet. Dadurch lassen sich online Konzerte und Museen besuchen. Technische Hemmschwellen werden niedrig gehalten und oft reicht bereits der Klick auf einen Link, um an einem virtuellen Angebot teilzunehmen. Mehr zu den Digital-Botschaftern Rheinland-Pfalz unter www.digibo.rlp.de.

Sonniges Wochenende in Rheinland-Pfalz – aber Achtung: Verstoß gegen Corona-Verbote wird teuer!

Update vom 4. April, 10:03 Uhr: Am Wochenende scheint die Sonne und uns erwartet ein strahlend blauer Himmel in Rheinland-Pfalz. Viele Menschen werden dadurch nach draußen gelockt – doch aufgepasst: Das Kontaktverbot gilt auch bei schönem Wetter. Das Innenministerium in Mainz erinnert deshalb nachdrücklich an die Beschränkungen und strengen Regeln. Polizei und Ordnungsämter würden insbesondere Ausflugsziele wie Parks, Flussufer, Wandergebiete und Sehenswürdigkeiten im Blick behalten, kündigt das Ministerium an. 

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat Verständnis dafür, dass die Menschen bei schönem Wetter an die frische Luft gingen, mahnt aber: „Gleichwohl muss mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, dass die Vorgaben der Corona-Bekämpfungsverordnung einschließlich Mindestabstand eingehalten werden." Landesweit werden an vielen Orten auch vorsorglich Parkplätze und Wanderwege gesperrt wie im Kreis Mayen-Koblenz. Auch für Wanderer gelte die Einhaltung der Kontaktsperre. Aus diesem Grund appelliert Henning Schröder, Geschäftsführer der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET): „Bleiben Sie zu Hause!

Auch an schönen Tagen gilt das Kontaktverbot.

Wer gegen die Auflagen verstößt, kann in Rheinland-Pfalz mit Bußgeldern von 100 bis zu 25.000 Euro bei besonders schwerwiegenden Verstößen und im Wiederholungsfall bestraft werden. 200 Euro sieht der Katalog für bestimmte Zusammenkünfte von mehr als zwei Menschen in der Öffentlichkeit vor. Wenn der geforderte Mindestabstand von anderthalb Meter nicht eingehalten wird, kann es 100 Euro kosten

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Experten sicher – häusliche Gewalt wird zunehmen!

Update vom 3. April, 14 Uhr: Experten gehen davon aus, dass die häusliche Gewalt durch das Coronavirus zunehmen wird. Noch sei dies nicht der Fall, „die Erfahrungen aus China, Italien und Frankreich zeigen aber, dass damit zu rechnen ist“, so Frauen- und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) am Freitag in Mainz. Deshalb werden die Plätze der rheinland-pfälzischen Frauenhäuser aufgestockt. Zu den bereits bestehenden 286 gut ausgelasteten Plätzen für Frauen in den 17 Häusern des Landes sollen ab sofort 34 Plätze in einem Haus im Norden von Rheinland-Pfalz hinzukommen. Die Finanzierung der Plätze sowie zwei pädagogischer Fachkräfte sei für die nächsten drei Monate gesichert. 

Grund für eine Zunahme der häuslichen Gewalt sehen Experten durch die aktuelle Situation, die die Corona-Krise verursacht hat: Das Leben wird eingeschränkt, man macht sich Sorgen um die Existenz und lebt auf engstem Raum zusammen. Dies könne zu Aggressionen führen – insbesondere in Familien, deren Zusammenleben ohnehin schon sehr konfliktreich oder sogar von Gewalt überschattet ist. 

Symbolbild - Häusliche Gewalt wird laut Expertenmeinungen zunehmen.

Einige Frauenhäuser sowie die Frauennotrufe böten auch telefonische Beratung oder Online-Beratung. Kinder und Jugendliche in Not hätten es noch schwerer als Frauen, sich in diesen Zeiten Hilfe zu holen. Für sie sei unter anderem die kostenlose Telefonnummer gegen Kummer 116 111 gut geeignet. Im Sommer soll zudem in Andernach ein 18. Frauenhaus mit elf Plätzen öffnen. Die anderen 17 haben zwischen 4 und 13 Plätzen für Frauen - ungeachtet der Zahl ihrer Kinder. „Die Krise macht deutlich, dass wir zu wenig Frauenhausplätze in Rheinland-Pfalz haben und diese weiter ausgebaut werden müssten." Der angespannte Wohnungsmarkt führe auch dazu, dass Frauen länger als notwendig in den Einrichtungen bleiben.

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Polizei will mit dieser Musik-Aktion Bürger aufmuntern

In Zeiten der Corona-Krise werden wir alle dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Das ist nicht immer leicht – vor allem wenn draußen die Sonne scheint und eigentlich zu einem gemütlichen Picknick mit Freunden einlädt. Dennoch: Der Schutz der gesamten Bevölkerung ist wichtiger als ein Treffen mit den Freunden. Auch die Polizei kann den Kummer der Leute verstehen und startet deshalb eine aufmunternde Aktion

„Wir haben uns von dem Motto 'besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen' leiten lassen", sagt Denne mit Blick auf den Einsatz des polizeilichen Lautsprecherwagens in Kaiserslautern. „Diesen setzen wir normalerweise ein, um uns bei Großveranstaltungen oder Versammlungen Gehör zu verschaffen. Das möchte die Polizei Rheinland-Pfalz auch im aktuellen Fall.“ Am Donnerstag sind die Beamten mit dem Lautsprecherwagen durch Kaiserslautern gefahren und haben dabei das Lied „You‘‘ll never walk alone!“ abgespielt. Die Aktion kommt bei vielen Bürgern sehr gut an und wird auf den sozialen Netzwerken gefeiert. 

Corona-Ausbruch in Wormser Altenheim: Fünf Mitarbeiter infiziert – ein Senior tot!

Update, 21:48 Uhr: In Worms sind in den vergangenen Tagen zwei Menschen am Coronavirus gestorben. In beiden Fällen handelt es sich um Senioren. Wie der "Mannheimer Morgen" berichtet, lebte einer davon im Altenheim Amandusstift. Eine weitere Person der Pflegestation sei nun ebenfalls mit Krankheitssymptomen in eine Klinik gebracht worden. Weiter heißt es, dass in dem größten Altenheim Worms fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Alle Kontaktpersonen würden nun ermittelt. Allein im Seniorenheim seien das rund 40 Mitarbeiter. Die Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Das Personal müsse so lange weiter arbeiten und trage nun Schutzkleidung. Der Alltag im Altenheim in Worms werde außerdem massiv eingeschränkt. 

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Katastrophale Folgen für Prostituierte

Update vom 2. April: Die Corona-Krise mit dem derzeitigen Berufsverbot für Prostituierte hat laut dem Berufsverband für die Sexarbeiterinnen „katastrophale Folgen“. „Die Frauen auf dem Straßenstrich trifft es am allerschlimmsten“, sagt Nicole Schulze vom Vorstand des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen der Deutschen Presse-Agentur. Sie fielen durch alle Soforthilfen durch, da sie häufig gar nicht registriert seien. Auch Hartz IV könnten viele nicht beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten. 

Schulze, im Berufsverband für den Straßenstrich zuständig, sagte, sie bekomme jeden Tag zig Anrufe von Frauen, die kein Geld mehr für Lebensmittel hätten. Oft handele es sich um Migrantinnen, die nicht in ihre Heimatländer zurück könnten, weil Grenzen dicht seien. 

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Spendenaufruf für Prostituierte 

Nach Angaben von Schulze (40), die selbst seit 16 Jahren auf dem Straßenstrich arbeitet, sind Hunderte Frauen derzeit in einer kritischen Lage, weil Einnahmen weggebrochen sind. Daher hat Schulze einen Spendenaufruf auf der Plattform Leetchi im Internet gestartet. Rund 2000 Euro seien bisher zusammengekommen. Zudem habe sie die Beratungsstelle Ara in Trier (Rheinland-Pfalz) mit ins Boot geholt, an die auch gespendet werden könne. „Die Frauen brauchen schnell Hilfe", so Schulze. Ihnen drohe neben Hunger die Obdachlosigkeit. 

Schulze, die im Raum Trier in einem Wohnmobil als Sexarbeiterin tätig ist, hat Hartz IV beantragen können. Auch sie überlegt, wie sie Geld verdienen kann, wenn die Krise noch lange anhalte. Auf Telefonsex oder Dienstleistungen über Webcam will sie nicht umsteigen. „Da geht es mir wie allen auf der Straße: Ich kenne mich mit Computertechnik nicht aus.“ Sie könne sich aber vorstellen, als Sexualassistentin für Behinderte zu arbeiten. Bundesweit sind laut Schulze rund 38.000 Prostituierte angemeldet. Die tatsächliche Zahl liege aber deutlich höher.

Könnte eine Mundschutz-Pflicht die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen? Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck hat dazu eine klare Meinung

Die aktuellen Zahlen zu Infizierten und Covid-19-Todesfällen in Rheinland-Pfalz gibt es auf einen Blick in unserem News-Ticker.

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Kontaktverbot verlängert – massive Einschränkungen an Ostern!

Update, 17:04 Uhr: Am Mittwoch beschließen Bund und Länder eine Verlängerung des Kontaktverbots. Bis zum 19. April wird das Verbot bestehen bleiben. Doch ob danach eine Lockerung folgt, ist bislang nicht klar. Am 14. April wollen sich alle Beteiligten noch einmal zusammenschließen und die aktuelle Lage in Deutschland besprechen. Denn aktuell sei die Dynamik des Coronavirus noch zu hoch.

Das Kontaktverbot besteht auch an Ostern.

Für die Osterfeiertage bedeutet das weiterhin massive Einschränkungen: Die Bürger „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren", heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. Die Bürger werden demnach mit Blick auf das Osterfest und die in den Ländern anstehenden Osterferien aufgefordert, "generell auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten zu verzichten". Dies gelte auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge, heißt es in dem Papier weiter.

Coronavirus Rheinland-Pfalz: Kommt eine Mundschutz-Pflicht? Das sagt Malu Dreyer 

Meldung vom 1. April, 11:33 Uhr: Der Mainzer Virologe und stellvertretende Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsmedizin Mainz Bodo Plachter sieht in Rheinland-Pfalz einen leichten Rückgang der Coronavirus-Neuinfektionen. Dieser Trend sei jedoch mit größter Vorsicht zu genießen und es müsse abgewartet werden, wie sich die Zahlen weiter entwickelten, so Plachter am Dienstag (31. März) in Mainz. Die bis zum 19. April beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus müssten unbedingt eingehalten werden, um die Zahl der Infektionen weiter zu reduzieren. 

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist bis Dienstag (31. März) um 5,7 Prozent auf 2.839 angestiegen. Das ist etwa die gleiche Steigerung wie am Vortag mit 5,5 Prozent. Vor einer Woche war die Zahl der Fälle von Montag auf Dienstag noch um 15,2 Prozent gestiegen.

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Wird das Kontaktverbot bald gelockert? 

Lockerungen der Einschränkungen seien derzeit noch nicht angezeigt, betont Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Sitzung des Ministerrats mit Plachter. Erst müssten Ende der Woche oder Anfang nächster Woche die Zahlen aus Bundesebene vorliegen. 

Die Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch, 1. April mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schalte über die aktuelle Coronavirus-Lage.

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Kommt jetzt die Maskenpflicht? 

Nach der Einführung der Maskenpflicht in Österreich und in der deutschen Stadt Jena fragen sich viele Menschen, ob auch in Rheinland-Pfalz die Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt werden soll. Dreyer und Plachter halten eine Maskenpflicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht für notwendig. Den Menschen, die sich schützen wollen, stehe es natürlich frei sich Schutzmasken zu verwenden. Die Masken seien jedoch nur eine zusätzliche Maßnahme zu den viel wichtigeren Hygiene-, Abstands- und Kontaktregeln. 

„Wir dürfen nicht suggerieren, dass der einfache Maskenschutz die Lösung des Problems ist. Das wäre das absolut falsche Signal“, so Ministerpräsidentin Dreyer. 

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer äußert sich zur Mundschutzpflicht, der Tracking-App und zu Coronavirus-Tests. (Archivbild)  

Medizinische Masken sollten dem Gesundheitssektor vorbehalten bleiben. Im Alltag würde auch ein einfaches Tuch oder eine selbst genähte Maske ausreichen, so der Virologe. Damit die Kliniken und Krankenhäuser aber auch genügend Masken zur Verfügung haben, wird geprüft, ob FFP2-Masken einmalig aufbereitet werden können. Diese sollen durch Sterilisation in Krankenhäusern wieder brauchbar werden. „Rheinland-Pfalz arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, die angespannte Lage bei der persönlichen Schutzausrüstung besonders in den Krankenhäusern und Einrichtungen der Pflege zu entlasten. Die einmalige Aufbereitung von Masken in den Krankenhäusern wäre dazu ein wichtiger Beitrag“, betont Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Rheinland-Pfalz: Dreyer ist für eine Tracking-App für Coronavirus-Infizierte 

Was eine Tracking-App angeht, um Coronavirus-Infizierte zu lokalisieren, sei nur eine freiwillige Nutzung vorstellbar, so die Ministerpräsidentin. Eine Handy-App könne ein gutes Mittel sein, wenn die Kontaktbeschränkungen irgendwann einmal gelockert werden. 

Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, reicht jedoch die Erfassung von Standortdaten nicht aus, so Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann. Besser wäre eine Handy-App, die relevante Kontakte der Betroffenen informiere: „Vieles hängt hier an der konkreten Ausgestaltung, aber eine solche App ist möglich und auch datenschutzkonform gestaltbar."

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: Kranke müssten in Kliniken behandelt werden – nicht in Hallen  

Covid-19-Erkrankte müssen in Kliniken behandelt werden, ist die Ministerpräsidentin überzeugt. In einem zweiten Schritt könnte man auch Reha-Kliniken für die Behandlung von Patienten herrichten. Wenn prophylaktisch Hallen, wie die Eberthalle in Ludwigshafen, für die Unterbringung von Patienten hergerichtet werden, sei das die Entscheidung der Kommunen. An Coronavirus-Tests fehle es zur Zeit nicht. Aktuell werde in Rheinland-Pfalz etwa 5.000 Mal am Tag getestet. 

dpa/kp

Rubriklistenbild: © Westpfalz-Klinikum

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