Über 1.000 Fälle in Deutschland

Coronavirus: Dauer, Vorräte, Lohn – alle Infos zur Quarantäne

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Coronavirus-Infizierten stetig. Immer mehr Menschen müssen in häusliche Quarantäne. Was Du dabei beachten musst:

  • Coronavirus breitet sich in Deutschland aus – laut RKI über 1.000 Fälle 
  • Immer mehr Menschen stehen unter häuslicher Quarantäne.
  • Wie verhalte ich mich in der Isolierung? 

Seit Ende 2019 ist das Coronavirus in vollem Gange. Von China aus breitete sich das Virus über die gesamte Welt aus – auch Deutschland bleibt nicht verschont! Seit dem 27. Januar vermehrt sich der Erreger in unseren Bundesländern. Bis Montag (9. März) bestätigt das Robert-Koch-Institut 1139 Fälle in der Republik. Unklar ist, wie viele Personen unter häuslicher Quarantäne stehen. In der Kreisstadt Heinsberg in Nordrhein-Westfalen müssen im Februar etwa 300 Personen nach einer Karnevalssitzung gleichzeitig isoliert werden. Doch wie verhältst Du Dich in solch einer Ausnahmesituation? Was genau musst Du beachten? Und vor allem: Wie lange hält dieser Zustand an? 

Coronavirus: Richtiges Verhalten in der Quarantäne

Eine häusliche Quarantäne beträgt in der Regel 14 Tage. Dies ist die maximale Dauer zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Krankheitssymptome. In dieser Zeit dürfen Betroffene ihr Zuhause nicht verlassen, da sonst die Gefahr besteht, das Virus an Dritte weiterzutragen. Die Infizierten stehen zudem in täglichem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, um die Situation zu beobachten. 

Da dieser Zustand für die meisten Menschen eine absolute Ausnahmesituation darstellt, ist es in erster Linie wichtig, Ruhe zu bewahren und sich vor Augen zu führen, dass diese Situation nur vorübergehend anhält. Experten raten außerdem, sich psychologische Hilfe zu suchen, beispielsweise durch das Handy oder andere Kommunikationsmittel. Ebenso ist es wichtig, trotz großer Einschränkung, einen strukturierten Tagesablauf einzuhalten. So kannst Du beispielsweise private und berufliche Angelegenheiten über Telefon, E-Mail oder Videochat klären. Das sorgt für Ablenkung! Nach Ablauf der Quarantäne sollte die Wohnung gründlich gereinigt und belüftet werden! 

Coronavirus: Das solltest Du zu Hause haben

Natürlich können bereits im Voraus Vorbereitungen getroffen werden, welche sich im Ernstfall als hilfreich erweisen. Unabhängig des aktuellen Coronavirus empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe seit Jahren einen Notfallvorrat von Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Dingen zu Hause zu haben. 

Besonders wichtig ist, dass die Lebensmittel auch ungekühlt länger haltbar sind. Experten raten dazu, mindestens 20 Liter Wasser pro Person für den Notfall vorrätig zu haben. Außerdem sollten 3-4 Kilogramm Kartoffeln und Getreide, circa vier Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse (in Dosen), 2-3 Kilogramm Obst (in Dosen), etwa zwei Liter beziehungsweise Kilogramm Milch und Milchprodukte, Gewürze und Zucker, Toilettenpapier und Medikamente für den Katastrophenfall vor Ort bereitstehen. 

Natürlich gibt es auch Betroffene, welche im Voraus keine Hamsterkäufe getätigt haben. Doch auch hier gilt: Keine Panik! In solchen Fällen ist es Bekannten, Freunden oder Familienangehörigen erlaubt, Besorgungen zu tätigen, die der Isolierte benötigt. Lebensmittel und andere Dinge sollten dann direkt vor die Tür oder in den Briefkasten gelegt werden, um direkten Kontakt zu vermeiden. 

Coronavirus: Vergütung unter Quarantäne

Berufstätige Personen müssen sich keine Sorgen machen. Im Falle einer Quarantäne bekommt der Erkrankte für die Dauer der Isolierung (höchstens sechs Wochen) eine Entschädigung in Höhe des Nettolohns. Nach sechs Wochen zahlt der Staat in Höhe des Krankengeldes weiter. Auch Selbstständige und Freiberufler werden nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten für ihren Ausfall entschädigt.

Übrigens: Wer sich nicht an die Vorschriften der häuslichen Quarantäne hält, drohen gemäß des Infektionsschutzgesetz bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. 

Coronavirus: Verhalten mit Kindern und Haustieren

Wie genau verhält sich denn eigentlich eine Mutter, welche mit ihrer Familie in einem Haus lebt, aber die Anordnung bekommt, unter häuslicher Quarantäne zu verweilen? „Einen solchen Fall hatten wir bis jetzt noch nicht. Hier muss eine, zwischen Eltern und Gesundheitsamt abgestimmte Einzelfallentscheidung getroffen werden, die sehr viele Faktoren, zum Beispiel auch das Kindeswohl berücksichtigt“, sagt Ralph Adameit vom Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis auf Anfrage. Es müsse allerdings sichergestellt werden, dass die Personen im Haushalt räumlich getrennt seien – im besten Falle mit getrennten Badezimmern. 

Für Menschen, welche ein Tier besitzen und unter Quarantäne stehen, kommt zudem die Frage auf, wie das Tier in dieser Zeit versorgt wird. Einen Hund kann man beispielsweise schlecht zwei Wochen in der Wohnung einsperren.„Auch hier muss im Einzelfall geprüft werden, welche individuelle Lösung gefunden werden kann. Kann sich jemand anderes in der Zeit der Quarantäne um den Hund kümmern oder kann er bei vorhandenem Garten sein Geschäft dort verrichten?“, erklärt Adameit weiter. Übrigens: Unter häuslicher Quarantäne ist es den Betroffenen dennoch gestattet, den eigenen Balkon/Garten zu besuchen und sich dort aufzuhalten! 

Wer den Verdacht hat, am Coronavirus erkrankt zu sein, der kann sich künftig beim Diagnose-Stützpunkt vom Uniklinikum Mannheim testen lassen.

lh 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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