Kontaktverbot und Frühlingswetter

Corona-Streife zieht Bilanz! Picknick an A6 und „Corona-Partys“

Dass sich sonniges Wetter und das Kontaktverbot nicht gut vertragen, muss die Polizei am Samstag feststellen. Die Bilanz der Verstöße in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis:

  • Seit 23. März besteht auch in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis ein Kontaktverbot im Kampf gegen das Coronavirus.
  • Die Polizei kontrolliert am sonnigen Samstag verstärkt die Einhaltung der Regeln.
  • 1.000 Personen werden draußen kontrolliert, mehrere Partys und Versammlungen beendet.
  • Die Bilanz der Corona-Streife: 

Wer sich bei den frühlingshaften Temperaturen aktuell draußen aufhalten will, muss bestimmte Regeln beachten. Seit dem 23. März gilt im Kampf gegen das Coronavirus ein Kontaktverbot – nur noch zwei Personen aus verschiedenen Haushalten dürfen gemeinsam unterwegs sein. Dass das an einem sonnigen Tag wie am Samstag nicht alle einsehen, hat die Polizei im Vorfeld richtig vermutet und deshalb verstärkt Streifen eingesetzt, um die Einhaltung der Regeln und Maßnahmen zu überwachen. 

In Mannheim, Heidelberg und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis sind deshalb am Wochenende Polizeistreifen, Polizeireiter (Mannheim) und Boote der Wasserschutzpolizei (Mannheim und Heidelberg) unterwegs.

 „Die Aufstockung der Einsatzkräfte hat sich als richtig herausgestellt. Gerade in den beiden Großstädten Mannheim und Heidelberg, aber auch im Rhein-Neckar-Kreis hielten sich am Samstag erwartungsgemäß viele Menschen auf“, zieht die Polizei Bilanz:

Coronavirus und Kontaktverbot: Polizei beendet Versammlungen und Partys am Samstag

Um die Einhaltung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu überprüfen, kontrolliert die Polizei am Samstag fast 1.000 Personen. Dabei werden 264 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz festgestellt. 217 Personen müssen mit Bußgeldern rechnen, gegen 47 wurde sogar ein Strafverfahren eingeleitet. Die Verstöße gegen das Kontaktverbot am Samstag in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: 

  • Jugendlicher feiert 18. Geburtstag in Hemsbach mit 17 Personen im Garten
  • Zwei weitere Garten-Partys in Heidelberg (Altstadt) und Rauenberg
  • Garagenparty in Leimen
  • 10 Personen trinken am Bahnhof in Heddesheim
  • Party mit 9 Personen in der Beilstraße in Mannheim
  • Gäste feiern hinter heruntergelassenen Rollladen in Kneipe in Mannheim (Neckarstadt-West)
  • Ehepaar und Kinder verschaffen sich Zutritt auf Gelände des Strandbads in Mannheim
  • Verschiedene Gruppen treffen sich auf Schulhof des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Sandhausen. 
  • „Corona-Party“ auf Schulgelände in Silbergasse in Hoffenheim – Gäste flüchten, Polizei ermittelt

Übrigens: Eine Gewalt-Eskalation ereignet sich Anfang Dezember in Heidelberg: Nach Aggro-Stimmung in der Altstadt deckt die Polizei auf einen Schlag mehrere Straftaten auf.

Coronavirus und Kontaktverbot: 25 Personen veranstalten Picknick an A6 – Polizei staunt nicht schlecht

Besonders erstaunt sind die Polizisten, als sie am Samstagnachmittag gegen 15:45 Uhr zu einem Picknick auf der A6 gerufen werden. Auf dem Grünstreifen der Tank- und Rastanlage in Hockenheim-West sitzen rund 25 Menschen auf der Durchreise zusammen und veranstalten ein „opulentes Picknick“, wie es die Beamten beschreiben.

Kontaktverbot wegen Coronavirus: Polizei kontrolliert am Samstag Einhaltung der Regeln in Heidelberg und Mannheim.

Alle Hände voll zu tun hatte am Samstagabend auch die Polizei in Stuttgart: Mehrere Gäste einer Shisha-Bar feierten eine „Corona-Party“ – und verbarrikadierten sich beim Anblick der Polizisten. Das löste einen Großeinsatz aus. 

Coronavirus: Polizei trotz Verstößen gegen Kontaktverbot zufrieden

Obwohl die Polizei so einige verbotene Versammlungen auflösen musste, zeigen sich die Beamten trotzdem zufrieden mit der Einhaltung des Kontaktverbots. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hätte sich verantwortungsvoll verhalten. Andreas Stenger, Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim: „Es kostet oft Überzeugungskraft! Aber die meisten Menschen haben verstanden, warum es jetzt so wichtig ist, die sozialen Kontakte zu reduzieren. Sie halten Abstand und reagieren auch bei schönem Wetter zumeist mit Disziplin, Verständnis und Einsicht und halten sich an die Regeln. Danke dafür! Wo die Bestimmungen nicht eingehalten werden, wird die Polizei weiterhin konsequent einschreiten und sanktionieren."

Coronavirus: Diese Strafen drohen beim Verstoß gegen die Regeln!

Einigen Menschen fällt es, trotz der Coronavirus-Krise, sichtlich schwer, das Kontaktverbot einzuhalten. Diesen Personen drohen allerdings hohe Strafen, wenn sie erwischt werden. Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz können nicht nur Bußgelder sondern im schlimmsten Fall sogar Gefängnisstrafen nach sich ziehen. So erfüllt zum Beispiel die Nicht-Einhalten der Corona-Quarantäne den Tatbestand der Körperverletzung, was mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft werden kann. Wer gegen die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verstößt, dem drohen außerdem Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro. 

In Mannheim hat die Polizei auch alle Hände voll zu tun – allerdings wegen anderer Fälle. Unter anderem werden zwei Frauen von einem Mann angegangen, weil sie ein asiatisches Aussehen haben. Der Mann bespuckt, beleidigt und schlägt sie. Dabei ruft er „Corona“.

Um die Corona-Verordnung durchzusetzen, müssen die Beamten des Polizeipräsidiums Mannheim viele Überstunden klopfen. Die ersten Wochen verliefen ruhig und der Großteil der kontrollierten Personen zeigte sich einsichtig und verständnisvoll. An einem Freitagabend in Mai wendet sich aber das Blatt: In den Planken trifft eine „Corona-Streife“ auf knapp 150 Jugendliche. Als sie diese kontrollieren wollen, eskaliert die Situation und die Beamten werden angegriffen.

pol/kab

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

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