Coronavirus in Heidelberg

Plötzlich ertönt Applaus in der Altstadt: Heidelberger klatschen für die Helfer in der Krise

Was man eher aus Italien kennt, konnte man am Dienstagabend auch in Heidelberg beobachten. Bewohner in ihren Häusern und auf der Straße klatschen für die Helfer in Zeiten der Coronavirus-Krise.

  • Das Coronavirus schränkt massiv das öffentliche Leben in Heidelberg ein.
  • Am Dienstag klatschen Bewohner der Altstadt von ihren Fenstern aus oder auf der Straße – Bilder die man aktuell auch aus Italien kennt. 
  • Was es mit dem Applaus auf sich hat: 

Am Dienstagabend (17. März) herrschen selbst in den Abendstunden noch milde Temperaturen. Doch selbst das schöne Frühlingswetter hält die Menschen davon ab nach draußen zu gehen. Der Grund: Das Coronavirus! Allein in der Neckarstadt sind über 40 Menschen am Coronavirus erkrankt (Stand 18. März). Heidelberg gleicht vor allem gegen 21 Uhr einer Geisterstadt. Die sonst so belebte Altstadt ist wie leergefegt. Kaum eine Person ist am Marktplatz zu sehen, die Hauptstraße ist ungewohnt still. Doch um Punkt 21 Uhr wird die Totenstille durch ein Geräusch gestört. In der Fußgängerzone hört man plötzlich vereinzelt Leute klatschen

Coronavirus: Heidelberg gleicht einer Geisterstadt – Altstadt menschenleer

Heidelberg: Bewohner klatschen in der Altstadt – was das mit dem Coronavirus zu tun hat

Was im ersten Moment etwas kurios aussieht, hat aber einen sehr ernsten Hintergrund. Denn die Menschen in der Altstadt machen bei einer deutschlandweiten Aktion mit, die sich über die sozialen Netzwerke verbreitet hat und mit dem Coronavirus zu tun hat. 

Am Dienstagabend um 21 Uhr sollte jeder den fleißigen und unermüdlichen Helfern applaudieren, die in der Zeit des Coronavirus so wertvolle Arbeit leisten. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Krankenpfleger, Sanitäter, Einsatzkräfte, Verkäufer, Post- und Paketboten, Müllabfuhr, Lkw-Fahrer, Apotheker, Putzkräfte und viele, viele andere, die täglich ihrer Arbeit trotz des Coronavirus nachgehen. 

Heidelberg: Einfach mal Danke sagen – Klatsch-Aktion in der Altstadt

Als gegen 21 Uhr in der Fußgängerzone vier bis fünf Fenster geöffnet werden und die Menschen aus den Wohnungen anfangen zu klatschen, bleiben auch zwei Fußgänger in der Straße stehen und machen sofort mit. 

Die Coronavirus-Aktion hat es bereits in Spanien gegeben. Tausende Menschen haben sich dort auf ihren Balkonen versammelt, geklatscht und einfach mal Danke gesagt. Wir finden: Eine tolle Aktion, die auf jeden Fall selbst einen Applaus verdient hat!

Auch in Mannheim konnte man solche spontanen Aktionen bereits beobachten. Im Jungbusch sang eine Straße gemeinsam „Angels“ von Robbie Williams und sorgte so für einen absoluten Gänsehaut-Moment. In Ludwigshafen schaffte es vor Kurzem ein umgetextetes Lied, einer ganzen Straße Mut zu machen.

Heidelberg: Kampf gegen Coronavirus – Bewohner zeigen sich solidarisch

Doch die Heidelberger beweisen in Zeiten der Corona-Krise nicht nur am Dienstagabend ihren Gemeinschaftsgeist. So gibt es überall in der Stadt kleine Aktionen, die eine große Wirkung zeigen. Beispielsweise startet Fandango-Betreiber Jimmy Kneipp eine Hilfsaktion. Ein Team übernimmt Einkäufe für Ältere, Kranke oder Personen, die das Haus nicht verlassen dürfen. Wer das Angebot in Anspruch nehmen will, kann sich einfach auf der Fandango-Facebook-Seite beim Inhaber melden. „Was jetzt zählt, ist die Gemeinschaft – und nur gemeinsam sind wir stark“, so Kneipp. 

Das Lokal Fandango in Rohrbach bietet Hilfe in Zeiten der Corona-Krise an.

Angesichts des Coronavirus hat die Landesregierung sämtliche Veranstaltungen verboten, Lokale dürfen nur unter bestimmten Vorgaben öffnen und viele Einrichtungen haben auf unbestimmte Zeit geschlossen. Eine Ausgangssperre in Deutschland gibt es aber bislang noch nicht. 

Grüßen in Zeiten der Corona-Krise: So kannst Du alternativ "Hallo" sagen

Während jedoch die einen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, gibt es Menschen, die die Sorge rund um das Coronavirus richtig ausnutzen. Die Polizei Mannheim warnt vor Betrügern, die vor allem Senioren das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

jol

Rubriklistenbild: © picture alliance / Uwe Anspach/dpa/HEIDELBERG24/PR-Video, Priebe

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