Verdopplung der Zahlen

Frankfurt: Mittlerweile 200 Corona-Fälle nach Gottesdienst – warum steigt die Zahl so drastisch?

Frankfurt: Bei einem Gottesdienst infizieren sich mehrere Besucher mit dem Coronavirus. Mittlerweile gibt es mehr als 100 bestätigte Fälle!

  • Bei einem Gottesdienst in Frankfurt bricht das Coronavirus aus.
  • Mehrere Menschen aus verschiedenen Orten in Hessen sollen sich mit dem Coronavirus infiziert haben
  • Das Gesundheitsamt versucht alle Gottesdienst-Besucher ausfindig zu machen.
  • Sozialminister Kai Klose fordert Aufklärung.
  • Baptisten-Gemeinde in Frankfurt räumt nach Gottesdienst Fehler ein. 
  • Zahl der Infizierten hat sich mittlerweile verdoppelt. 

Update vom 29. Mai: Erst waren es 50 Infizierte, dann 100 – und jetzt 200 . Nach dem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am Main am 10. Mai sind bis Donnerstag 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnen in Frankfurt, die übrigen in sieben umliegenden Landkreisen, so eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen stationär in Krankenhäusern behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch. Eine Hochzeit in Hessen verursacht einen Corona-Hotspot. Nach kurzer Zeit sind über 160 Personen in Quarantäne. Ein Gast hatte bei der Feier das Virus in sich.

Frankfurt: Nach Gottesdienst mit dem Coronavirus angesteckt – wurden Vorschriften ignoriert?

Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde in Frankfurt bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Nase-Mund-Masken wurden offenbar nicht getragen.

Frankfurt: Zahl der Neu-Infizierten nach Gottesdienst hat sich verdoppelt: Wie kann das sein?

Die Gemeinde erklärte in einer Stellungnahme, dass die hohe Infektionszahl wohl darauf zurückzuführen sei, dass viele Gemeindemitglieder große Familien mit mehr als fünf Kindern hätten. 

Wie viele Menschen sind ingesamt in Hessen mit dem Coronavirus infiziert haben, erfährst Du in unserem Ticker.

Frankfurt: 100 Corona-Fälle nach Gottesdienst – Gemeinde gibt Fehler zu

Update vom 25. Mai, 17:55 Uhr: Beim Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt vor zwei Wochen wurden offenbar doch nicht alle Schutzregeln eingehalten. Ein am Montag auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichtes Schreiben räumt Versäumnisse ein: „Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten“, hieß es in der Stellungnahme der „Evangeliums Christen Baptisten“. Nach Bekanntwerden von mehr als 100 Covid-19-Infektionen im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt hatte die Gemeinde zunächst betont, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Unterdessen kündigten Kirchen in Hessen an, an ihren Gottesdienstplänen festzuhalten. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat nach Angaben ihres Sprechers Volker Rahn vor Christi Himmelfahrt und damit vor Bekanntwerden der Infektionen bei den Baptisten noch einmal alle Gemeinden zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen aufgefordert. „Wir sehen aktuell keinen Anlass dazu, unsere Regelungen grundsätzlich zu überarbeiten oder infrage zu stellen. Wir sind nicht entspannt, bleiben aber ruhig“, erklärte auch der Limburger Bistumssprecher Stephan Schnelle.

Frankfurt: Über 100 Corona-Fälle nach Gottesdienst – Minister fordert Aufklärung

Update vom 25. Mai, 16:37 Uhr: Nach mehr als 100 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit einem Gottesdienst in Frankfurt hat der hessische Sozialminister Kai Klose mögliche Konsequenzen offen gelassen. „Der Sachverhalt muss zunächst dezidiert aufgeklärt werden – dazu gehört auch das zeitliche Umfeld des Gottesdienstes“, erklärt der Grünen-Politiker am Montag in Wiesbaden. „Danach kann erst bewertet werden, ob und wie gegebenenfalls konkret in dem Einzelfall Konsequenzen zu ziehen sind.“ 

Update vom 24. Mai, 15:48 Uhr: Die Zahl der Infizierten nach dem Gottesdienst wird erneut angehoben. Laut dem Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) haben sich mindestens 107 Gläubige angesteckt. Die Menschen leben in Frankfurt und drei hessischen Landkreisen.

StadtFrankfurt
BundeslandHessen
Einwohnerzahl753.056

Corona-Ausbruch bei Gottesdienst: Zahl der Infizierten steigt auf über 80  

Update vom 24. Mai, 13:30 Uhr: Allein in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen bei dem Gottesdienst infiziert. Das sagt der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Sonntag. Der Wetteraukreis meldet 26 positive Corona-Fälle im Zusammenhang mit dem Gottesdienst und in Hanau haben sich 16 Personen angesteckt. Wie es den Infizierten in Hanau gehe, wisse er nicht, sagt Daniel Freimuth vom Krisenstab der Stadt am Sonntag. Der Oberbürgermeister habe noch keine Informationen vom zuständigen Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreis bekommen.

Im Wetteraukreis werden im Zusammenhang mit den Corona-Infizierten 76 Menschen in Quarantäne geschickt, wie der Kreis am Sonntag mitteilt. Ein positiv getestetes Kind habe einen städtischen Kindergarten in Karben-Petterweil besucht. Alle anderen Kinder in der Notbetreuung und die Erzieherin seien nach Tests jedoch ohne Befund. „Niemand hat sich bei dem Kind angesteckt, das sich jetzt, wie seine Eltern, in häuslicher Absonderung befindet.

Es ist aber weiterhin unklar, wie viele Personen sich insgesamt mit Covid-19 infiziert haben. Über die Teilnehmerzahl des Gottesdienstes ist weiterhin nichts bekannt.

Die meisten hätten sich nicht bei sondern nach dem Gottesdienst zu Hause angesteckt, sagt Gottschalk. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus." Die Einzelfälle würden nachverfolgt. „Wir haben das gut im Griff."

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, hat am Samstag gesagt, es befänden sich sechs Betroffene in Krankenhäusern. Die anderen seien Zuhause. „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagt der 64-Jährige. „Bei uns ist es eine schwierige Lage.

40 Corona-Infizierte bei Gottesdienst in Frankfurt – Gläubiger in Krankenhaus

Update vom 23. Mai, 15 Uhr: Bei dem Gottesdienst in Frankfurt haben sich mehr als 40 Personen mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilt der Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.

Laut dem stellvertretenden Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, seien sechs Menschen nach dem Gottesdienst in Krankenhäuser. Die anderen Infizierten seien Zuhause. „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagt der 64-Jährige. „Bei uns ist es eine schwierige Lage." 

Corona-Ausbruch in Gottesdienst: Infizierte aus Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet

Wie viele Gläubige den Gottesdienst in Frankfurt am Sonntag (10. Mai) besucht haben, könne Pritzkau „nicht genau sagen“. Es seien aber alle Corona-Regeln eingehalten worden. Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden. 

Die Corona-Infizierten kommen nicht nur aus Frankfurt, sondern aus dem gesamten Rhein-Main-Raum. Die Stadt Hanau teilt mit, dass sich - nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises - im Zusammenhang mit dem Gottesdienst „mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Corona-Virus infiziert haben". Der Landkreis und die Stadt hat wegen des Corona-Ausbruchs ein geplantes Fastengebet von Muslimen abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich, heißt es. Es sei derzeit auch noch nicht abzusehen, welche Folgen die Ereignisse in Frankfurt für die Region hätten.

Geschlossen ist Bethaus einer Baptisten-Gemeinde. Mehrere Mitglieder der Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert.

Über die Zahl der Gemeindemitglieder insgesamt will Pritzkau keine Angaben machen. Die meisten kämen aus dem Raum Frankfurt. In der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten finden die Gottesdienste laut Homepage in deutscher und russischer Sprache statt. Ihr Sitz ist im Stadtteil Rödelheim im Westen von Frankfurt.

Corona-Ausbruch bei Gottesdienst in Frankfurt – Suche nach vielen Infizierten

Erstmeldung vom 23. Mai, 13:22 Uhr: Am Sonntag (10. Mai) findet in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde in Frankfurt ein Gottesdienst statt. Was die Gläubigen zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, irgendjemand ist mit dem Coronavirus infiziert. 

Denn wie erst am Samstag (23. Mai) bekannt wird, haben sich mehrere Menschen bei dem Gottesdienst in Frankfurt mit Corona angesteckt. Das berichtet die „Frankfurter Rundschau“ (FR). Es ist von einer größeren Zahl von Infizierten die Rede, wie viele Gläubige sich mit dem Virus angesteckt haben, ist allerdings noch unklar. Laut FR ist aber nicht nur Frankfurt von dem Corona-Ausbruch betroffen, auch im gesamten Rhein-Main-Gebiet wird nach Infizierten gesucht. Nach Angaben des Mainz-Kinzig-Kreises seien allein in Hanau 16 Menschen am Coronavirus erkrankt. Diese können mit dem Gottesdienst in Frankfurt in Verbindung gebracht werden.

Frankfurt: Corona-Ausbruch in Gottesdienst – mehrere Infizierte

Antoni Walczok, stellvertretende Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, sagt gegenüber der FR: „Es handelt sich um ein sehr dynamisches Geschehen.“ Während des Gottesdienstes gebe aber keine Verletzungen der Corona-Regeln. Allerdings: Eine Personenbegrenzung gibt es nicht und die Besucher müssen ihre Namen und Adressen nicht angeben.

Genau das ist jetzt ein großes Problem! Denn wie bei jedem Corona-Ausbruch muss das Gesundheitsamt die Infektionskette nachvollziehen und die möglichen Erkrankten ausfindig machen, damit sich diese in Quarantäne begeben. Allerdings ist dies ohne die notwendigen Daten eine schwere Arbeit. 

Weiter heißt es außerdem, dass sich der Vereinsvorsitzender der Glaubensgemeinde, Eugen Steiger,  im Krankenhaus befinde. 

Corona-Ausbruch in Gottesdienst – Versammlungen in Hessen erlaubt

Seit dem 1. Mai dürfen sich in Hessen Religionsgemeinschaften und Kirchen trotz der Corona-Krise versammeln. Es müssen aber vorher Hygienekonzepte entworfen werden, damit sich das Coronavirus nicht ausbreitet. So muss unter anderem darauf geachtet werden, dass der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann und dass Desinfektionsmittel parat stehen.

Weitere Informationen zur Corona-Krise in Hessen, findest Du in unserem Ticker.

jol

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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