Entscheidung gefallen

Coronavirus in Baden-Württemberg: Land appelliert wegen Schulschließungen an Chefs

Wegen des Coronavirus werden alle Schulen und Kitas in Baden-Württemberg geschlossen. Die neuesten Entwicklungen im News-Ticker: 

  • Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich rasant aus – aktuell 569 Fälle.
  • Alle Schulen und Kitas im Land werden ab Dienstag geschlossen. 
  • Alle Infos zu den drohenden „Coronaferien“:

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Update vom 14. März: Baden-Württemberg ist nach Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten vom Coronavirus betroffene Bundesland. Von denSchul-und Kitaschließungen ab Dienstag, sind 1,6 Millionen Familien und Alleinerziehende betroffen. Doch wie sollen sie diese Herausforderung überhaupt stemmen? Wer wird ihre Kinder betreuen, wenn sie nicht der Berufsgruppe angehören, die für die medizinische und Versorgung und den Erhalt der Infrastruktur unerlässlich sind? 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) betonen in einer Mitteilung: „Uns ist bewusst, dass die Schließung der Schulen und Kitas insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern sowie deren Arbeitgeber vor große Herausforderungen stellt“.

Coronavirus: Land Baden-Württemberg mit Appell an Arbeitgeber 

Sie appellieren eindringlich an die Unternehmen bei der Gestaltung der Arbeitszeiten größtmögliche Flexibilität zu bieten und gegebenenfalls auch Homeoffice zu genehmigen. Außerdem hoffe man auf die „gegenseitige Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme innerhalb der Belegschaft“.

Kretschmann und Hoffmeister-Kraut warnen erneut davor die Großeltern für die Kinderbetreuung einzusetzen, da diese besonders gefährdet sind. Grundsätzlich müssten sich Eltern selbst um Alternativen kümmern, hätten keinen Anspruch auf Entschädigungen und müsstem im Zweifel Urlaub nehmen, Überstunden abbauen oder im Home Office arbeiten, so die Wirtschaftsministerin. 

„Dies stellt für einen Großteil der Gesellschaft eine erhebliche Belastung dar. Wenn wir jetzt alle zusammenhalten und an individuellen Lösungen für den jeweiligen Einzelfall arbeiten, werden wir diese Herausforderung meistern“, betont sie.

Unterdessen arbeiten Forscher der baden-württembergischen Biotech-Firma CureVac unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Ausgerechnet US-Präsident Donald Trump hat nun ein Auge auf das Unternehmen von Hauptinvestor Dietmar Hopp geworfen.  

Coronavirus in Baden-Württemberg: Alle Schulen und Kitas werden geschlossen!

Update von 15 Uhr: Laut Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sollen Schüler wegen der Schulschließungen keinen Nachteil erleiden. Alle anstehenden Abschlussprüfungen werde man gewährleisten, sagt Eisenmann. Man werde sich deshalb mit den Schulen verständigen. Eisenmann spricht von einem „Kraftakt“ für Land und Gesellschaft.

Update von 14:40 Uhr: Wieso werden die Schulen in Baden-Württemberg erst am Dienstag geschlossen – und nicht bereits ab Montag, wie es in anderen Bundesländern der Fall ist? Laut Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann dient der Montag Schülern und Eltern als Übergangsphase. Am Montag informieren die Bildungseinrichtungen noch über alle wichtigen Themen wie Hausaufgaben oder Prüfungen. 

Update von 14:35 Uhr: Welche Rechte haben Eltern jetzt, wo ihre Kinder nicht mehr in die Schule können? Alle Infos zu Urlaubsanspruch, Home-Office und Freistellung bei Schulausfall wegen Coronavirus

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schulen und Kitas werden geschlossen

Update von 14:05 Uhr: Alle Schulen und Kitas in Baden-Württemberg werden geschlossen! Die Schließung hat das Land in einer Sondersitzung des Kabinetts am Freitagmittag beschlossen. Die „Coronaferien“ starten ab Dienstag, geschlossen bleiben die Schulen bis zum Ende der Osterferien. 

Update von 12:10 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Gesundheitsminister Manne Lucha und Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann informieren ab 14 Uhr über die Ergebnisse der Sondersitzung. Immer mehr Bundesländer schließen ihre Schulen. Über die Entscheidung in Baden-Württemberg gibt es noch keine Informationen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Werden heute alle Schulen geschlossen? 

Erstmeldung von 10 Uhr: Wegen des Coronavirus steht die Schließung aller Schulen und Kitas in Baden-Württemberg bevor. Am Freitagmittag (12 Uhr) soll in einer Sondersitzung nicht nur über die Schulen, sondern auch über die Kitas im Land entschieden werden. Schon jetzt deuten sich die „Coronaferien“ für Schulen in ganz Baden-Württemberg bis Ostern an. Zudem sollen am Freitagmittag auch weitere Maßnahmen beschlossen werden, um das Coronavirus einzudämmen und die Ausbreitung zu verlangsamen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Werden alle Schulen bis Ostern geschlossen?

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg stieg am Donnerstag um 199 auf 454 Fälle. Außerdem meldete das Gesundheitsamt einen ersten Todesfall mit Coronavirus. Ein 67-jähriger Mann im Rems-Murr-Kreis starb nach einer Infektion, die allerdings erst nach seinem Tod festgestellt wurde. 

Die Lage spitzt sich zu – und die Schließung aller Schulen in Baden-Württemberg wird vermehrt gefordert. „Durch die dynamische Lageentwicklung können flächendeckende Schul- und Kitaschließungen in Baden-Württemberg nicht mehr ausgeschlossen werden", sagte auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Südwest Presse (Freitag) und der Heilbronner Stimme. Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung stehe an erster Stelle.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Coronaferien“ für Schulen bereits in anderen Bundesländern 

Am Freitagmorgen hatten bereits Bayern, Niedersachsen und das Saarland beschlossen, alle Schulen und Kitas zu schließen – andere Bundesländer dürften ebenfalls nachziehen. Laut EU haben bereits rund ein Drittel der Staaten in der Europäischen Union sämtliche Schulen wegen des Coronavirus geschlossen

Doch was würde es für Baden-Württemberg bedeuten, wenn alle Schulen geschlossen bleiben würden? Nach Ansicht der Lehrer hätte dies schon viel früher passieren müssen – doch der Landeselternbeirat warnt vor Chaos wegen der „Coronaferien“.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schließung aller Schulen – Elternbeirat warnt vor Chaos

Baden-Württemberg ist aus Sicht des Elternbeirats auf eine Schließung aller Schulen wegen des Coronavirus bis Ostern nicht vorbereitet. „Wir haben keine Möglichkeiten, auf digitale Bildungsangebote auszuweichen, weil wir nach wie vor in der Steinzeit sind", sagt der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Carsten Rees, der Deutschen Presse-Agentur. Er wies auch auf die Lage von Schülern hin, die mitten in Prüfungsvorbereitungen stecken – etwa aufs Abitur lernen. Der Elternbeirat erwarte umfassende Antworten von der Landesregierung. „Ich befürchte Chaos, weil wir nicht ausreichend vorbereitet sind.“ Es gebe viele Fragen etwa auch zur Betreuung von Kindergartenkindern und keine befriedigende Antworten. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lehrer befürworten Schließung von Schulen und Kitas

Nach Ansicht der Lehrer hätten die Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg jedoch schon deutlich früher geschlossen werden müssen.„Das Bewusstsein für den Ernst der Lage ist bei der Landesregierung erst langsam gereift“, sagt Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, der Deutschen Presse-Agentur. Die drastischen Maßnahmen seien nötig, damit sich in den nächsten Wochen in Baden-Württemberg nicht Zehntausende mit dem Coronavirus infizierten, sagt Scholl. Die Schulen hätten zu lange für sich und unterschiedlich entschieden, kritisierte Scholl vor der Sondersitzung am Freitag. Er brachte für überlastete Eltern auch eine Notbetreuung der Kinder ins Spiel. „Es wird Fälle geben, bei denen die Oma und der Opa nicht zur Verfügung stehen, um sich um ein Kind zu kümmern. Da muss man sehen, ob man etwas organisieren kann.“ 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was passiert mit dem Abitur, wenn die Schulen geschlossen werden?

Bereits vor dem rasanten Anstieg der Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg sahen sich einige Schulen, wie zum Beispiel in Heidelberg, gezwungen, den Betrieb einzustellen, weil sich Schüler infiziert hatten. Bereits Anfang März hatte sich das Kultusministerium Baden-Württemberg auf verschiedene Szenarien vorbereitet – immerhin stünden eigentlich Ende April die Abitur-Prüfungen im Land an. Bisher hatte das Ministerium jedoch noch keine Veranlassung gesehen, das Abitur zu verschieben. „Dies ist darüber hinaus eine Frage, die bundesweit im Rahmen der Kultusministerkonferenz geklärt werden muss, da Baden-Württemberg wie die übrigen Länder am gemeinsamen Aufgabenpool teilnimmt“, so eine Pressesprecherin des Ministeriums am 7. März. Mit der Schließung aller Schulen in Baden-Württemberg könnte sich die Lage jedoch nun ändern.

kab/dpa

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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