Landesweite Antigentests

Corona in Baden-Württemberg: Hier kannst Du Dich noch heute kostenlos testen lassen

Corona-Test in Baden-Württemberg: Für mehr Sicherheit, können sich Angehörige von Risikopersonen am 23. und 24. Dezember an rund 150 Standorten kostenlos testen lassen. Ein Überblick:

Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen und der vielen Menschen, die täglich an oder mit dem Coronavirus sterben, fragen sich viele Angehörige: Kann ich das Risiko eingehen und mit den Großeltern oder nahen Verwandten mit Vorerkrankungen Weihnachten verbringen? Die Entscheidung fällt besonders schwer, wenn Angehörige zum Beispiel andernfalls alleine Weihnachten verbringen müssten.

Um auch besonders gefährdeten Personengruppen ein möglichst sicheres Weihnachtsfest zu ermöglichen, stellt das Ministerium für Soziales und Integration am 23. und 24. Dezember 2020 kostenlose Antigen-Schnelltests zur Verfügung.

Angehörige von besonders gefährdeten Personen können so an rund 150 Standorten in über 120 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg herausfinden, ob sie aktuell mit dem Coronavirus infiziert sind. Insgesamt 80.000 kostenlose Antigen-Schnelltests stehen zur diesem Zweck aus der Notreserve des Landes zur Verfügung.

„Wir wollen mit der Aktion erreichen, dass kein Mensch das Weihnachtsfest einsam und alleine verbringen muss“, sagt Gesundheitsminister Manne Lucha am Donnerstag (17. Dezember) in Stuttgart.

Corona in Baden-Württemberg: Schnelltests gegen Weihnachten in Einsamkeit

Die Aktion rund um die Schnelltests nennt sich „Stille Nacht, einsame Nacht? Muss nicht sein!“ und verfolgt das Ziel, ein möglichst sicheres Weihnachtsfest für besonders gefährdete Personengruppen zu ermöglichen. Auch wirbt die Aktion mit erhöhter Vorsicht im Umgang mit der Risikogruppe.

Eine gleichnamige Aktion hat die Tübinger Notärztin und Pandemiebeauftragten Dr. Lisa Federle ins Leben gerufen und bereits mehrmals durchgeführt. Auf dem Tübinger Marktplatz gibt es die mobile Corona-Teststation schon seit einiger Zeit.

„Kein Mensch sollte das Weihnachtsfest einsam und alleine zu Hause verbringen müssen.“

Notärztin Dr. Lisa Federle

Minister Lucha hat die Aktion Anfang Dezember mit Lisa Federle sowie der „Blaulichtfamilie“ – also den großen Rettungsorganisationen – für ganz Baden-Württemberg vereinbart. Das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Arbeiter-Samariter-Bund setzen die Aktion vor Ort mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern um. Durch das Test-Angebot könne man die Menschen schützen, ohne sie isolieren zu müssen, erklärt Dr. Federle.

Doch Lucha warnt auch davor, den Schnelltest als eine Art Freifahrt-Schein zu verstehen: „Eingeladen zur Testung sind nur all jene, die an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen alte oder kranke Angehörige besuchen möchten, die sonst einsam und alleine wären. Wer sich für die Party mit Freunden „frei testen“ möchte, ist hier fehl am Platz“. Es sei wichtig solidarisch mit den Tests umzugehen, so der Gesundheitsminister.

Corona in Baden-Württemberg: Keine hundertprozentige Sicherheit bei Tests

Für den Antigen-Schnelltest kommt ein Nasen-Rachen-Abstrich zum Einsatz. Innerhalb von 15-30 Minuten erfährt die Testperson, ob sie aktuell mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. Eine schriftliche Bescheinigung über ein negatives Testergebnis gibt es nicht. Bei einem positiven Ergebnis erhält die getestete Personen jedoch eine Bescheinigung mit der dringenden Aufforderung, sich sofort in Quarantäne zu begeben.

Ist das Testergebnis negativ, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit keine Infektion vor. Die Sicherheit hierfür liegt bei ca. 90 bis 95 Prozent. Eine hundertprozentige Sicherheit können die Tests nicht garantieren. Das Ministerium für Soziales und Integration weißt deshalb daraufhin, dass auch bei negativem Testergebnis unbedingt die AHA-Regeln eingehalten werden sollen: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen.

Eine detaillierte Auflistung der Standorte, an denen Teststationen eingerichtet werden, gibt es auf der Webseite des Sozialministeriums. Hinweis: Es gibt keine Standorte in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis.

Corona in Baden-Württemberg: Keine PCR-Tests über die Feiertage

Für den Fall, dass eine Person bei der Testaktion zu Weihnachten positiv auf das Coronavirus getestet wird, hat sich diese Person unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Das regeln die Vorschriften der Corona-Verordnung Absonderung. Die Quarantäne endet im Regelfall frühestens nach 10 Tagen. Für den Fall, dass sich die Person nach dem positiven Antigentest mittels PCR-Test nochmals testen lässt, endet die Absonderung mit dem Vorliegen des ersten negativen PCR-Testergebnisses.

Das Ministerium für Soziales und Integration weißt jedoch daraufhin, dass es über die Feiertage und zwischen den Jahren kaum möglich sein wird, eine PCR-Testmöglichkeit zu erhalten, da die Labore keine volle Bereitschaft haben. Die PCR-Testung wird erst nach den Feiertagen möglich sein. Durch Schnelltest positiv Getestete müssen deshalb in dieser Zeit auf jeden Fall in Quarantäne bleiben. (akm)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

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