Durchsetzung der Corona-Verordnung

Corona-Streifen in Heidelberg & Mannheim: Polizei zieht Bilanz

Corona-Streifen: Nachdem die Polizei im April eine positive Bilanz in der Region gezogen hat, scheint insbesondere in Mannheim die Stimmung unter Jugendlichen zu kippen.

  • Die strengen Regeln der Corona-Verordnung soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.
  • Am 1. Mai Wochenende waren in Heidelberg, Mannheim und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis „Corona-Streifen“ unterwegs.
  • Insgesamt gab es wenige Verstöße gegen die Corona-Verordnung.
  • Mannheim: An zwei aufeinander folgenden Tagen eskaliert auf den Planken die Situation. 

Update vom 10. Mai, 14 Uhr: Nach dem Großeinsatz der Polizei vom Freitagabend (8. Mai) ist gerade einmal 24 Stunden später die nächste Eskalationsstufe (9. Mai) erreicht. Wieder versammeln sich am „Plankenkopf“ in den Quadraten P7/O7 rund 250 Personen. Nach Angaben der Polizei sind darunter auch 30-50 Personen im jugendlichen und heranwachsenden Alter, die eng aneinander stehen und so gegen das Kontaktverbot und die Abstandsregeln verstoßen. Es werden Böller auf Polizisten geworfen und eine Schreckschuss-Waffe abgefeuert. Zudem kursiert auf Instagram ein Video auf dem ein Jugendlicher am Vortag (8.Mai) von einem Polizeibeamten überwältigt wird

Corona-Streife: Eskalation auf den Planken – Großeinsatz der Polizei

Update vom 8. Mai, 22:36 Uhr: Um die Corona-Verordnung durchzusetzen, müssen die Beamten des Polizeipräsidiums Mannheim viele Überstunden klopfen. Die ersten Wochen verliefen ruhig und der Großteil der kontrollierten Personen zeigte sich einsichtig und verständnisvoll. An einem Freitagabend in Mai wendet sich aber das Blatt: In den Planken trifft eine „Corona-Streife“ auf knapp 150 Jugendliche. Als sie diese kontrollieren wollen, eskaliert die Situation und die Beamten werden angegriffen.

Corona-Streifen in Heidelberg & Mannheim: Polizei zieht Bilanz

Unter normalen Umständen ist der 1. Mai ein Feiertag, an dem die Menschen auf die Straßen gehen. Manche protestieren dabei gegen den Kapitalismus und für Arbeiterrechte; andere vergnügen sich bei feuchtfröhlichen Wanderungen mit Bollerwagen und Co. Unter normalen Umständen ist der 1. Mai schon ein arbeitsreicher Tag für die Polizei, wenn sie wütende Demonstranten oder betrunkene Jugendliche maßregeln muss. Doch die aktuellen Umstände haben der Polizei noch mehr abverlangt als sonst: Denn dieses Jahr mussten die Beamten in Heidelberg, Mannheim und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis die Corona-Verordnung durchsetzen.

Insgesamt waren am langen 1. Mai Wochenende über 60 zusätzliche Streifen im Einsatz. Diese „Corona-Streifen“ kontrollierten die Einhaltung der Corona-Verordnung und insbesondere das Kontaktverbot in der Metropolregion Rhein-Neckar. Schon am Sonntagnachmittag (3. Mai) zieht die Polizei eine Bilanz und zeigt sich zufrieden: „Der überwiegende Teil der Bevölkerung verhielt sich vernünftig und beachtete die Regelungen“.

Heidelberg/Mannheim: „Corona-Streifen“ am 1. Mai Wochenende – Polizei-Bilanz

Zwischen Donnerstag (30. April) und Sonntag (3. Mai) kontrollierten die Beamten des Polizeipräsidiums Mannheim flächendeckend die Metropolregion. Dabei waren täglich mindestens 50 zusätzliche Streifen im Einsatz, wie die Polizei bekannt gibt. Abgesehen von den „Corona-Streifen“ zu Land, waren auch Boote der Wasserschutzpolizei in Mannheim und in Heidelberg unterwegs.

Insgesamt kontrollierten die „Corona-Streifen“ 375 Fahrzeuge und 1.851 Personen. Die Polizisten verzeichneten dabei lediglich 59 Ordnungswidrigkeiten. „Mit Personen, die sich einsichtig zeigten, wurden aufklärende Gespräche geführt. Es wurden fast ausschließlich Zuwiderhandlungen gegen die Mindestabstandsregel und gegen das Kontaktverbot, sich mit mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit aufgehalten zu haben, festgestellt“, erklärt die Polizei in einer Pressemitteilung.

Coronavirus - Ladenburg

„Corona-Streifen“ in Mannheim: Zwei Gaststätten

Allerdings gab es in der Quadratestadt einige schwarze Schafe, die der Polizei ins Netz gegangen sind. In Mannheim fanden die Beamten zwei Gaststätten vor, in denen Gäste bewirtet wurden. Diese wurden prompt geschlossen – sowohl Betreiber als auch Gäste müssen mit Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung rechnen.

Die Polizei Mannheim hatte auch im Stadtteil Neckarau alle Hände voll zu tun. Am Samstag (2. Mai) steuerten viele Mannheimer den Recyclinghof „Im Morchhof“ an. Da die Kontaktbeschränkungen vorsieht, dass nicht mehr als acht Kunden gleichzeitig mit ihren Fahrzeugen auf dem Gelände des Recyclinghofs stehen, staute sich der Verkehr bis auf die B38a. In der Morchfeldstraße kam es zu Staus in beide Fahrtrichtungen, sodass die Verkehrspolizei die Gefahrenstelle an der B38a absichern musste. Schlussendlich entschlossen sich die Beamten in Absprache mit dem Leiter der Einrichtung, den Recyclinghof zu schließen, um ein größeres Verkehrschaos zu verhindern.

Heidelberg: „Corona-Streifen“ kontrollieren in der Hauptstraße

Nach Angaben der Polizei kam es in Heidelberg zu keinen nennenswerten Zwischenfällen am 1. Mai Wochenende. Da die Fußgängerzone in Heidelberg stark frequentiert war, beorderte die Polizei zusätzliche „Corona-Streifen“ in die Hauptstraße, um die Einhaltung der Corona-Verordnung „intensiv zu überwachen“. Ab Montag (4. Mai) gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung, die mehrere Maßnahmen lockert.

Übrigens: Der Luisenpark und der Herzogenriedpark in Mannheim machen wieder auf. Aber auch dort gelten strenge Corona-Regeln, die eingehalten werden müssen. 

pol/mw

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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