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Corona in Altenheimen: Immer schlimmer! Weiterer Ausbruch in Heidelberger Einrichtung

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Von: Florian Römer

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An einem Eingang zu einem Seniorenheim am Werbellinsee hängt ein Schild mit der Aufschrift «Verdacht auf Covid-19 - derzeit keine Besuche möglich!». In dem Seniorenheim sind mehrere Menschen an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben.
Besuchsverbot in einem Seniorenheim wegen Corona. © Christophe Gateau/Picture alliance/dpa - Bildfunk

Mannheim/Rhein-Neckar-Kreis/Osthofen - Die vierte Corona-Welle trifft zunehmend auch Senioren- und Pflegeheime. Hunderte Menschen sind infiziert, mehrere Bewohner gestorben:

Update vom 17. November: Es wird immer schlimmer! Jetzt ist auch noch eine Alten- und Pflegeeinrichtung in Heidelberg von dem Coronavirus betroffen. Laut Angaben des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar-Kreises wurden nach aktuellem Stand der Ermittlungen 14 Personen, davon 12 Bewohner und zwei Mitarbeiter, positiv auf das neuartige Virus getestet, wie eine Sprecherin des Landratsamts des Rhein-Neckar-Kreises am Mittwoch mitteilt.

Laut Informationen des Landratsamts beziehen sich die Fälle aktuell auf einen Wohnbereich der Heidelberger Einrichtung. Das Gesundheitsamt ermittle derzeit die Kontaktpersonen der Infizierten und entscheide gemeinsam mit der Heimleitung über die weiteren Maßnahmen.

Corona-Schock in Altenheimen: Virus wütet weiter! Ausbruch in Sinsheimer Einrichtung

Update vom 12. November, 15:12 Uhr: Jetzt auch noch Sinsheim! In einer Alten- und Pflegeeinrichtung sind laut Angaben des Gesundheitsamts derzeit 16 Bewohner und fünf Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt eine Sprecherin des Landratsamts des Rhein-Neckar-Kreises am Freitag mit. Die Zahlen sind das Ergebnis einer durchgeführten Flächentestung. Nachdem das Gesundheitsamt Anfang der Woche von mehreren Covid-Fällen unter den Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtung erfahren hatte, sind am Mittwoch (10. November) die entsprechenden Wohnsektoren auf das Virus getestet worden.

Die Fälle beziehen sich momentan auf zwei Wohnbereiche der Alten- und Pflegeeinrichtung. Für diese ist ein Besuchsverbot ausgesprochen worden. Laut Angaben des Landratsamts ermittle das Gesundheitsamt jetzt die Kontaktpersonen der Infizierten und entscheidet dann gemeinsam mit der Heimleitung über die weiteren Maßnahmen.

Corona-Ausbrüche in Altenheimen: Hunderte Infizierte und über ein Dutzend Tote

Erstmeldung vom 04. November: Seit Wochen schnellen die Corona-Infektionszahlen wieder rasant in die Höhe: Mit fast 34.000 Neuinfektionen registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (4. November) sogar einen neuen Allzeit-Höchststand für Deutschland. „Mit voller Wucht“ rolle die vierte Corona-Welle durch das Land, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch (3. November). Die Bundesländer müssten jetzt auch mit öffentlichen Impfangeboten gegensteuern, forderte Spahn. Auch in Sachen Auffrischimpfung, also der dritten Impfung, sei ein höheres Tempo geboten. Die sogenannte „Booster-Impfung“ sei eine wichtige Maßnahme, die Pandemie einzugrenzen.

Bekannt ist mittlerweile, dass der Immunschutz nach der zweiten Impfung mit der Zeit abnimmt. Besonders immungeschwächten oder älteren Menschen ab 70 Jahren, sowie Bewohnern von Pflegeheimen rät die Stiko deshalb zu Auffrischimpfungen. Dass diese Booster-Impfungen durchaus angebracht sind, verdeutlichen auch teils tödliche Covid-19-Ausbrüche in Senioren- oder Pflegeheimen. In den vergangenen Tagen gab es bundesweit Berichte, auch Heime in Mannheim, Schriesheim, Ketsch und Osthofen (Rheinland-Pfalz) sind betroffen. Demnach wurden mehr als 100 Bewohner und Mitarbeiter in den hiesigen Senioren- und Pflegeheimen positiv getestet. Leider sind auch mehrere Bewohner an oder mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Der aktuelle Überblick:

Mannheim: Bislang fünf tote Heimbewohner nach Ausbruch in Neckarau

Am Wochenende wurde ein Corona-Ausbruch im „Haus am Park“ in Mannheim-Neckarau bekannt. Nach Berichten der „Rhein-Neckar-Zeitung“ haben sich 37 Bewohner und 25 Mitarbeiter der Einrichtung mit dem Virus angesteckt. Fünf Senioren sind gestorben, vier von ihnen hatten keine Schutzimpfung. Nach Angaben des Betreibers „BeneVit“ waren am Dienstag (2. November) noch 23 Bewohner infiziert. Jeder Corona-Todesfall sei „nur schwer auszuhalten“, teilte „BeneVit“ gegenüber dem „SWR“ mit. Am Dienstag befanden sich Angaben des Heimbetreibers zufolge noch elf Bewohner und zehn Mitarbeiter in Quarantäne. Acht Bewohner liegen im Krankenhaus.

Insgesamt in vier Senioren- und Pflegeheimen der Quadratestadt habe es zuletzt 114 positive Coronafälle gegeben, so die Stadt Mannheim. Dabei handele es sich um 76 Heimbewohner und 38 Mitarbeiter. Ob in den Einrichtungen „Booster-Impfungen“ nötig seien, werde derzeit abgefragt. Zuständig für die dritte Impfung sind zunächst bei den betreuenden niedergelassenen Ärzten.

Ketsch: Zehn Corona-Infizierte in Alten- und Pflegeheim

Auch in einer Alten- und Pflegeeinrichtung in Ketsch hat es zuletzt einen Corona-Ausbruch gegeben, teilt das zuständige Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises am Mittwoch (3. November) mit. Demnach sind acht Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Für den betroffenen Wohnbereich sei ein Besuchsverbot ausgesprochen worden, heißt es. Das Gesundheitsamt ermittle mögliche Kontaktpersonen und entscheide gemeinsam mit der Heimleitung über weitere Maßnahmen.

Nach Informationen der „Schwetzinger Zeitung“ handelt es sich bei der Einrichtung um das Pflegeheim Avendi. Am Donnerstag (4. November) soll eine Flächentestung aller Bewohner des betroffenen Wohnbereichs Klarheit bringen. Während Schnelltests nicht mehr angeschlagen hätten, stünden noch die Ergebnisse der PCR-Tests aus: „Es ist gut möglich, dass drei Bewohner übrig bleiben“, so Heimdirektor Jens Reinemuth gegenüber der Zeitung.

Schriesheim: 33 Infizierte im „Haus Edelstein“

Derweil scheint es im „Haus Edelstein“ in Schriesheim einen größeren Ausbruch zu geben: Nach aktuellen Erkenntnissen wurden 33 Menschen positiv auf Corona getestet. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises teilt mit, dass es sich bei den Infizierten um 14 Heim-Bewohner und 19 Mitarbeiter handelt. Mittlerweile verteilen sich die Fälle auf verschiedene Wohnbereiche.

Am Freitag (29. Oktober) wurde eine Flächentestung durchgeführt, nachdem PCR-Tests von vier ungeimpften Mitarbeitern und einem geimpften Bewohner positiv ausfielen. Auch in Schriesheim werden Kontaktpersonen ermittelt und weitere Maßnahmen mit der Heimleitung abgestimmt. Laut „RNZ“ ist eine Heim-Bewohnerin an der Infektion gestorben. Bereits am 18. Oktober habe es erste Corona-Anzeichen bei einer ungeimpften Pflegekraft aus Ungarn gegeben.

Osthofen: Mehr als Hundert Infizierte und zehn Tote

Vergangene Woche berichtete der „SWR“ über mehr als 100 Infizierte im „Haus Jacobus“ in Osthofen (Landkreis Alzey-Worms). Mehr als drei Wochen wütet die Delta-Variante schon in der Altenpflege-Einrichtung. Zwölf Menschenleben forderte das Virus bislang in dem Heim. Fast alle der 100 Bewohner und 34 Mitarbeiter hatten sich mit dem Virus angesteckt. Der Großteil sei im Februar voll geimpft worden. Lediglich die Bewohner in Osthofen, die bereits ihre „Booster-Impfung“ erhalten haben, hätten sich in den vergangenen Wochen nicht angesteckt, heißt es.

Gesundheitsminister Lucha drängt auf Impfpflicht für Mitarbeiter in Pflegeheimen

Vor dem Treffen der Gesundheitsminister in Lindau hat sich Baden-Württembergs Ressortchef Manne Lucha (Grüne) für eine
Impfpflicht in Alten- und Pflegeheimen in Baden-Württemberg ausgesprochen: „Nachdem wir lange auf Appelle und die Einsicht der Menschen gesetzt haben, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, eine Impfpflicht für Beschäftigte in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheits- oder dem Erziehungs- und Bildungswesen zu fordern.“ Es dürfe nicht dieselben Szenarien wie im vergangenen Jahr geben, als viele alte Menschen an einer Corona-Infektion gestorben seien, weil das Virus von außen in die Einrichtungen getragen wurde.

Eine tägliche Testpflicht in Pflegeheimen für Beschäftigte gebe es in Baden-Württemberg zwar bereits, sagte Lucha der dpa. „Trotzdem werden Infektionen in die Heime getragen. Testen löst unser Problem nicht. Wir müssen jetzt eine Schippe drauf legen.“ Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern kommen von Donnerstag an in Lindau am Bodensee zusammen. Die Ressortchefs wollen bei ihren Beratungen den Corona-Kurs für den Winter abstecken. Diskutiert werden soll bis Freitag unter anderem, wie mehr Menschen zu Auffrischungsimpfungen bewegt werden können. Auch eine Testpflicht in Pflegeheimen ist Thema. (rmx mit Material von dpa)

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