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Corona im Rhein-Neckar-Kreis: Ab wann neuer Moderna-Impfstoff gegen Omikron verabreicht wird

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Von: Peter Kiefer

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Rhein-Neckar-Kreis - Der neue Moderna-Impfstoff gegen Omikron liegt demnächst auch in den drei Impfzentren der Region zur Auffrischung bereit. Ab wann es so weit ist:

Das Warten für viele Impfwillige in der Region hat ein Ende... Der bivalente Impfstoff Spikevax von Moderna gegen die Corona-Variante Omikron BA.4 und BA.5 kann ab Mittwoch (30. November) in den Impfstützpunkten des Rhein-Neckar-Kreises und somit auch im Impfstützpunkt Rhein-Neckar im PHV an über 30-jährige Personen verimpft werden, teilt die Koordinierungsstelle Testen und Impfen beim Landratsamt mit.

Corona im Rhein-Neckar-Kreis – angepasster Impfstoff ab 30. November

Nach Studiendaten des Herstellers bewirkt der neue Impfstoff nach einer Auffrischimpfung eine überlegene Antikörperantwort gegen die derzeit kursierenden Omikron-Varianten im Blut von Probanden im Vergleich zu einer Booster-Impfung mit den nicht angepassten, monovalenten Impfstoffen. Ebenfalls konnte eine Wirksamkeit gegen die sich derzeit stark ausbreitende Variante BQ.1.1 festgestellt werden.

Kürzlich veröffentlichte Studiendaten des Herstellers BioNTech beschreiben ähnliche Ergebnisse nach Booster-Impfungen mit dem angepassten bivalenten Impfstoff Comirnaty. In diesem Zusammenhang konnte auch gezeigt werden, dass Probanden nach Impfung und Infektion die höchste Konzentration an Antikörpern gegen die aktuellen SARS-CoV-2-Viren aufwiesen und somit den besten Schutz gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung haben.  

Blick auf das zentrale Impfzentrum Heidelberg im Patrick-Henry-Village (PHV).
Zentrales Impfzentrum Heidelberg im Patrick-Henry-Village. © privat

Menschen mit hybrider Immunität haben größten Schutz vor Corona

„Sowohl eine vorherige Infektion als auch eine hybride Immunität, also eine Impfung plus Infektion, boten einen größeren und nachhaltigeren Schutz gegen die derzeit zirkulierenden Omikron-Varianten als eine Impfung allein. Der Schutz gegen eine Re-Infektion ließ zwar im zeitlichen Verlauf nach wenigen Monaten deutlich nach, blieb aber bezüglich der Vermeidung von Krankenhausaufenthalten oder schweren Verläufen der Erkrankung hoch“, fasst Christoph Harter eine von der WHO unterstützte und kürzlich veröffentlichte Metaanalyse aus Kanada zusammen.

Harter ist ärztlicher Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen beim Landratsamt. Personen mit hybrider Immunität hatten der Metaanalyse zufolge den stärksten und dauerhaftesten Schutz für alle Verlaufsformen. Auswertungen eigener Daten aus Untersuchungen von Heimausbrüchen im Rhein-Neckar-Kreis bestätigen laut Dr. Harter diese Entwicklungen auch in Alten- und Pflegeheimen.

Robert Koch-Institut: Zahl der gemeldeten Corona-Fälle nimmt ab

Die Zahl gemeldeter Corona-Fälle hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter abgenommen. Ebenfalls rückläufig entwickeln sich die Fälle, die mit einer schweren akuten Atemwegsinfektion und Covid-19-Diagnose im Krankenhaus behandelt werden müssen. Am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen sind aber weiterhin Menschen ab 80 Jahren. Ergebnisse von Abwasseruntersuchungen bezüglich der Viruslast ergeben weiterhin ein heterogenes Bild in Deutschland.

In bestimmten Regionen steigen, in anderen Regionen fallen die Werte. Im Rhein-Neckar-Kreis bzw. der Stadt Heidelberg zeigen sich bei nachlassenden Meldezahlen weitestgehend stabile Abwasserwerte. Das RKI meldet für die letzten Wochen einen Rückgang der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen bei jedoch leicht erhöhten Mortalitätsraten. 

Dr. Christoph Harter ist der ärztliche Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. (Fotomontage)
Dr. Christoph Harter ist der ärztliche Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. (Fotomontage) © HEIDELBERG24/Peter Kiefer; Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

„Die Pandemie ist damit aber noch nicht vorbei – das Coronavirus ist weiterhin Teil unseres Alltags. Bedingt durch die rückläufigen Testzahlen werden wir eine mögliche Winterwelle durch die mit deutlicher Dynamik zunehmende Omikron-Variante BQ.1.1 möglicherweise nur schwerlich erkennen. Daher sollten weiterhin alle Möglichkeiten genutzt werden, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Hierzu gehört die hybride Immunität – Impfen ist also weiterhin ausgesprochen wichtig“, erläutert Dr. Christoph Harter. 

Impflücken bei bestimmten Bevölkerungsgruppen unbedingt schließen

Um diesen optimalen Schutz der Hybridimmunität sicher zu erreichen, ist es erforderlich, die weiterhin bestehenden Impflücken in der Bevölkerungsgruppe der über 12-Jährigen (3. Impfung) und der über 60-Jährigen (4. Impfung) zu schließen. Hierfür sind Auffrischimpfungen (nach den aktuellen STIKO-Empfehlungen) auch nach einer Infektion im Abstand von sechs Monaten dringend zu empfehlen.

Dr. Harter ergänzt: „Eine hybride Immunität ist aber keine ‚Superhelden-Immunität‘. Eine US-Studie, bei der im Zeitraum von März 2020 bis April 2022 über fünf Millionen medizinische Daten ausgewertet wurden, zeigt, dass sich das Risiko für organische Folgeerkrankungen, aber auch Hospitalisierung und Tod durch wiederholte Infektionen erhöht. Wir sollten also auch und insbesondere zu Beginn der Wintersaison wachsam bleiben und Maßnahmen, wie Masketragen und Abstandhalten, ergreifen, um auch (Re-)Infektionen zu vermeiden.“

Corona-Impfung im Rhein-Neckar-Kreis: Neue Adresse für den Impfstützpunkt Eberbach

Impftermine können weiterhin unter dem Buchungstool https://c19.rhein-neckar-kreis.de/impftermin an den Impfstützpunkten Eberbach (Theodor-Frey-Straße 4), Patrick-Henry-Village Heidelberg (South-Gettyburg-Avenue 45) und Sinsheim (Breite Seite 3) gebucht werden. Weitere Infos zum Impfen gibt es unter www.rhein-neckar-kreis.de/impfaktionen.

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Bei Fragen zu Covid-19 und zur Vereinbarung von Impfterminen geben die Mitarbeiter des Info-Telefons unter 06221/522-1881 montags bis freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr Auskunft. Zudem gibt es auch eine landesweite Übersicht unter www.impftermin-bw.de. (PM/pek)

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