Baden-Württemberg

Corona-Impfung beim Hausarzt: Warten auf den Wirkstoff – Wann es endlich losgeht

Baden-Württemberg - Hausärzte dürfen ab sofort mit den Corona-Impfungen starten - zumindest in der Theorie. Warum in Praxen die Spritzen noch stillliegen – und wann sich das endlich ändert:

Es ist einer der ganz wichtigen Schritte im weiteren Kampf gegen das grassierende Coronavirus samt seiner Mutanten – der Start der Impfungen in den Hausarztpraxen. Ab sofort dürfen Hausärzte in ganz Deutschland loslegen, auch wenn es sich zunächst nur um überschaubare Impfmengen handelt. Für die erste Woche nach den Ostertagen haben insgesamt 35.000 Hausarztpraxen 1,4 Millionen Impfdosen bestellt, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Anfang April erklärte. Gemäß der Planungen von Bund und Ländern sollen zunächst 940.000 Dosen geliefert werden, die Impfzentren der Länder sollen 2,25 Millionen Dosen erhalten.

Doch der Impf-Umfang soll in den darauffolgenden Wochen deutlich gesteigert werden. Laut Spahn, der jüngst eine neue, hoffnungsvolle Impf-Strategie forderte, seien bereits drei Millionen Dosen pro Woche für Ende April für die Praxen vorgesehen. Der nächste Schritt ist schließlich die Miteinbeziehung von Fachärzten in die Impfkampagne. Wann dies so weit ist, steht allerdings noch nicht fest.

In den ersten beiden Wochen nach Ostern wird in Arztpraxen nur der Impfstoff von Biontech und Pfizer verwendet, ab dem 19. April kommt der Wirkstoff von AstraZeneca hinzu, danach schließlich noch das Vakzin von Johnson & Johnson. Doch wie ist der aktuelle Stand zum Impfstart bei Hausärzten in Baden-Württemberg?

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Fläche35.751,46 km²
Einwohnerzahl11.100.394 (Stand: 31. Dezember 2019)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Baden-Württemberg: Corona-Impfung beim Hausarzt – Wann geht es endlich los?

Zwar dürfen und wollen die Hausärzte in Baden-Württemberg ab sofort mit dem Impfen gegen das Coronavirus starten, doch aktuell fehlt ihnen dazu noch der Impfstoff. Der soll in den nächsten ein bis zwei Tagen in den Praxen eintreffen, durch die Osterfeiertage habe sich die Auslieferung der bestellten Dosen verzögert, so Kai Sonntag, Sprecher von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). Ab Mittwoch (7. April) werde der Impfstoff von Biontech/Pfizer an die Hausärzte in Baden-Württemberg geliefert, erst ab Donnerstag rechnet die KVBW jedoch mit Impfungen in der Breite in den Arztpraxen. Das sei laut Sonntag aber von Anfang an erwartet worden.

Doch auch im Südwesten werden die Praxen zunächst nur mit wenig Impfstoff versorgt: Diese erhalten pro Woche und pro Arzt anfangs lediglich 18 Impfdosen – „das ist natürlich wenig“, so Sonntag weiter. Vor allem, weil Arztpraxen viel mehr machen könnten. Der KVBW-Sprecher kritisiert zudem den Umstand, dass der Impfstoff weiterhin bevorzugt an die Impfzentren in Baden-Württemberg geliefert werden. Praxen bekämen in der Folge nur, was übrig bliebe – und das, obwohl sie günstiger und schneller seien und Patienten auf die zentrale Terminvergabe verzichten könnten.

Der Impfstoff geht vom Bund an den Großhandel und schließlich über die Apotheken an die Praxen.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg freut sich derweil über den hausärztlichen Impfstart. „Die Ärzteschaft befürwortet alles, was dazu führt, dass möglichst viele Personen möglichst früh geimpft werden - insofern ist der Impfstart in den Praxen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg: Corona-Impfung beim Hausarzt – Kassenärzte starten Petition

Doch ist diese logistische Handhabe der richtige Weg im effektiven Kampf gegen das Coronavirus? Die Kassenärzte in Baden-Württemberg verneinen diese Frage deutlich: „Die Bundesregierung und die Landesregierungen werden aufgefordert, sofort die Covid-Impfungen von den Impfzentren auf die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu verlagern“, heißt es in der Petition.

Darin plädiert die KVBW für einen grundlegenden Strategiewechsel der Impfkampagne: „Die zentralen Impfzentren sollen bis auf wenige notwendige Einrichtungen geschlossen und die Impfungen auf die Arztpraxen verlagert werden“, heißt es in der Petition weiter. Der Unmut unter den Mitgliedern sei groß, dass sie nur die „Reste“ an Impfstoff bekämen, der über die Impfzentren hinaus übrig bliebe, sagte KVBW-Chef Norbert Metke der „Ärzte Zeitung“. Auch wenn es zu Beginn der richtige Ansatz gewesen sei, die Impfungen auf die Impfzentren zu fokussieren. Dieser sei jetzt aber „nicht mehr vermittelbar“ – vor allem auch, weil sie teuer seien und einen riesigen Personalaufwand erforderten. (dpa/rob)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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