„Rückkehr zum normalen Leben“

Corona-Impfstoff von BioNTech: Sensations-Studie – sind Geimpfte nicht ansteckend?

Corona-Impfstoff von BioNTech: Das Gesundheitsministerium als Israel veröffentlicht sensationelle Studien. Das Vakzin soll nach der zweiten Impfung absolut sicher sein:

BioNTech und Pfizer haben einen Impfstoff entwickelt, der vor einer Coronavirus-Erkrankung schützt. Laut den Herstellern biete ihr Vakzin einen 95-prozentigen Schutz vor Covid-19. Ob der Wirkstoff aber auch eine Infektion abwehren, war lange unklar. Nun scheint es erste Studien zu geben – mit sensationnellen Ergebnissen.

UnternehmenBioNTech
SitzMainz
Gründung2008

Corona-Impfstoff von BioNTech: Sensations-Studie – Schützt er VOR einer Infektion?

Laut einer unveröffentlichten Publikation aus Israel könnte der Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer vor einer Corona-Infektion schützen. Der Wirkstoff sei „hocheffektiv“ bei der Verhinderung von Infektion mit dem Covid-19-Erreger, heißt es in einem Manuskript zu einer Studie der beiden Unternehmen mit dem israelischen Gesundheitsministerium. Getestet wurde sowohl an Geimpften als auch Ungeimpften.

Der Impfstoff von Biontech soll auf der ganzen Welt eingesetzt werden.

Das Manuskript wurde israelischen Journalisten des Internetportals „ynet“ zugespielt und ist nicht offiziell veröffentlicht, weder auf einem Preprint-Server noch in einem von Fachexperten begutachteten Fachjournal. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zu der Studie will sich bislang weder BioNTech noch das Gesundheitsministerium äußern.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Schützt Vakzin vor Infektion? Gesundheitsexperte Lauterbach sehr optimisich

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, äußert sich sehr optimistisch über die Ergebnisse der Studie. „Diese Auswertungen sind von großer Bedeutung. Sie sind der erste klare Hinweis darauf, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist“, so der Epidemiologe zur Bild. „Damit würde die Impfung eine Herdenimmunität tatsächlich ermöglichen – und die Rückkehr zum normalen Leben möglich machen. Zumindest deuten das die Ergebnisse mit Biontech zum jetzigen Zeitpunkt an“, heißt es weiter. Lauterbach werte die Ergebnisse auch im Hinblick auf die sich derzeit ausbreitenden Corona-Mutationen als positiv.

Karl Lauterbach (SPD) sieht angesichts neuer Studien zur Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffes Anlass zur Hoffnung.

Bislang war unklar, inwieweit der Impfstoff von Biontech/Pfizer Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindert. Denn die ersten Ergebnisse einer großen klinischen Untersuchung mit mehr als 40.000 Probanden bezogen sich nicht auf Infektionen, sondern auf Erkrankungen. Allerdings schreiben die Studienautoren auch, dass ihre Herangehensweise dazu führen könnte, dass der Effekt der Impfung auf Infektionen überschätzt wird. Die Studienergebnisse sind schwierig zu beurteilen.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Zweite Impfung verhindert zu 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer verhindert laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums nach der zweiten Impfung zu rund 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe oder Todesfälle. Das geht aus Daten hervor, die das Ministerium am Sonntag (21. Februar) veröffentlicht. Israel hatte am 19. Dezember begonnen, den Impfstoff zu verabreichen. Die Daten reichen bis zum 13. Februar. Demnach wurde eine Corona-Erkrankung zu 95,8 Prozent verhindert, zu 98 Prozent das Auftreten von Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden und zu rund 99 Prozent Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Tod. Gemessen wurde der Grad der Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs 14 Tage nach der zweiten Impfung. Das Ministerium verglich die Erkrankung und Sterberaten zwischen denen, die geimpft worden waren und jenen, die nicht geimpft wurden.

Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagt dem Armeesender am Sonntag, die Daten seien mit Vorsicht zu genießen: „Wir wissen noch nicht genug über Infektionen, das ist der große Unbekannte.“ Es sei klar, dass die BioNTech-Impfung schwere Krankheitsverläufe verhindere. „Ich weiß aber nicht, in wieweit sie verhindert, dass Geimpfte das Virus in sich tragen und weitergeben.“ Er hoffe, dass man in den kommenden Wochen mehr darüber herausfinden werde. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chesi Levy, sagt, die Daten zeigten einen signifikanten Rückgang der Krankheits- und Todesfälle. „Wir sind das erste Land der Welt, das die Wirkung des Corona-Impfstoffs in der realen klinischen Welt nachweisen konnte.“

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter. Die Regierung will bis Ende März allen Bewohnern des Landes eine Impfung anbieten, die älter als 16 Jahre sind. (dpa/jol)

Rubriklistenbild: © BioNTech SE/dpa

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