Shitstorm gegen Möbel-Riesen

Corona: Ikea Walldorf wirft vermeintlichen Maskenverweiger raus – er reagiert sofort

Walldorf - Weil er keine Maske trägt, wird ein Mann bei Ikea rausgeworfen. Jetzt kassiert das Einrichtshaus deswegen einen Shitstorm. 

  • Ein schwerbehinderter Besucher wird aus der Ikea-Filiale in Walldorf rausgeworfen.
  • Der Mann trägt wegen seiner Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz.
  • Trotz einer ärztlichen Masken-Befreiung schickt das Sicherheitspersonal den Mann weg.

Nachdem Ikea wegen des Coronavirus seine Filialen in ganz Deutschland geschlossen hatte, öffnete das schwedische Möbelhaus in Baden-Württemberg die Ikea-Filialen im Mai 2020 wieder schrittweise. Seit dem 13. Mai 2020 haben alle deutschen IKEA Einrichtungshäuser geöffnet. Das Hygiene- und Sicherheitskonzept sieht seitdem eine Maskenpflicht vor. Ohne Ausnahme, wie ein schwer behinderter Besucher jetzt in der Ikea-Filiale in Walldorf am eigenen Leib erfahren hat. Das berichtet HEIDELBERG24*.

NameIkea
Branche Möbel und Innenausstattung, Einzelhandel und Produktion
Gründung1943
SitzDelft, Niederlande

Corona: Ikea Walldorf wirft schwer behinderten Mann raus – weil er keine Maske trägt

Norbert B. wird im Ikea-Einrichtungshaus in Walldorf herausgeworfen. Der Grund: Der Mann ist wegen einer schweren Behinderung von der Maskenpflicht befreit und trägt deshalb auch keinen Mund-Nasen-Schutz, als er vor ein paar Tagen Ikea in Walldorf besuchen möchte.

Weil er keine Maske trägt, schaltet sich das Security-Personal ein. Sie verweisen auf das Hausrecht, das eine Maskenpflicht vorsieht. Norbert B. zeigt seinen Schwerbehindertenausweis und zudem noch einen ärztliche Attest zur Masken-Befreiung. Doch ohne Erfolg. Die Security-Mitarbeiter fordern ihn auf, die Ikea-Filiale zu verlassen.

Ikea Walldorf: Empörter Kunde wendet sich an die Presse – Rauswurf trotz Masken-Attest

Norbert B. ist empört darüber, wie er behandelt wird und wendet sich an die RNZ: „Die Blicke der anderen Menschen sind schon schwer auszuhalten. Das Antidiskriminierungsgesetz steht über dem Hausrecht“, meint der Mann. Weiter erzählt er, dass sich der Geschäftsführer der Walldorfer Ikea-Filiale entschuldigend auf eine Anordnung der Konzernleitung bezogen habe.

Auf der Webseite von Ikea steht aktuell: „Die Maskenpflicht gilt auch für deinen Besuch im IKEA Einrichtungshaus sowie für unseren Service Click & Collect. Wir bitten dich, an deinen Mundschutz zu denken, da dieser Voraussetzung für deinen Einkauf ist und alleine oder mit maximal einer Begleitperson zu kommen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Corona-Maskenpflicht: Ikea Walldorf macht keine Ausnahme bei ärztlichem Attest

Die Maskenpflicht gelte auch für den Fall, wenn ein ärztliches Attest vorliege. „Um dies für Kunden mit vorliegendem Attest so angenehm wie möglich zu gestalten, akzeptieren wir auch Schal, Tuch oder Rollkragenpullover als Schutz. Wo immer möglich, bieten wir den betroffenen Kunden auch einen Schutzschild an“, erklärt Pressesprecherin Kim Steuerwald gegenüber der RNZ.

Weiterhin würde es im Ermessen des jeweiligen Einrichtungshauses liegen, ob es in begründeten Einzelfällen Sinn ergäbe, von dieser Regelung zur Maskenpflicht für alle Kunden abzuweichen. Das sagt Pressesprecherin Steuerwald. Vonseiten der Ikea-Pressestelle wird ebenfalls argumentierte, dass auch gefälschte Atteste in Umlauf seien. Diese könne man von echten Attesten kaum unterscheiden.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist beim Besuch eines Ikea-Einrichtungshauses für alle Kunden verpflichtend.

Kim Steuerwald von der Ikea-Pressestelle weist laut RNZ-Bericht auch noch darauf hin, dass ein Kunde ohne Maske in anderen den Wunsch hervorrufe, selbst die Maske abzunehmen. „Wir sind uns bewusst, dass wir Menschen, die ärztlicherseits vom Tragen einer Maske freigestellt sind, damit eventuell auch verärgern. Das tut uns sehr leid“, heißt es weiter vonseiten des Unternehmens.

In der Vergangenheit kam es schon zu ähnlichen Vorfällen, bei denen Menschen Diskriminierung erfahren haben, weil sie keine Maske tragen konnten. In Ludwigsburg wurde ein 11-Jähriger sogar aus diesem Grund beleidigt und geschlagen. Hygiene-Schutz-Produkte garantieren den Discountern während der Corona-Pandemie hohe Umsätze. Dieses Teil ist jedoch einfach nur Abzocke. (HEIDELBERG24* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks. akm)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Thierry Roge/BELGA/dpa

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