Alarmstufe erreicht

Corona in Frankfurt: Sperrstunde, Alkoholverbot, Maskenpflicht – diese Regeln gelten

Frankfurt hat mit einem Inzidenzwert von über 50 die vierte Stufe des Corona-Eskalationskonzepts in Hessen erreicht. Jetzt gelten Maßnahmen wie Sperrstunde, Alkoholverbot oder Maskenpflicht:

Es hatte sich in den letzten Wochen bundesweit angedeutet, jetzt überschreiten immer mehr Großstädte in Deutschland die kritische Marke von 50 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Nach Bremen oder Berlin hatte zuletzt Stuttgart die kritische Marke gerissen, ab der Kommunen und Kreise strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergreifen.

Auch in Frankfurt am Main liegt bei der 7-Tage-Inzidenz inzwischen bei 59. Damit greift für die Mainmetropole die vierte von fünf Stufen des Corona-Eskalationskonzepts, das das Land Hessen im Juli eingeführt hat. Das Konzept sieht vor, dass Frankfurt jetzt eng mit dem Corona-Planungsstab des Sozialministeriums und den koordinierenden Krankenhäusern zusammenarbeiten soll. Auch „konsequente Beschränkungskonzepte“ und sogar „Mobilitätseinschränkungen“ könnten jetzt greifen.

Corona in Frankfurt: Diese Regeln gelten jetzt

Seit Pandemiebeginn wurden dem Gesundheitsamt Frankfurt insgesamt 4.058 Corona-Fälle gemeldet (Stand: 9. Oktober, 06:30 Uhr). Das sind 91 mehr als am Donnerstag (8. Oktober). Die Zahl der Menschen die in Frankfurt an oder mit COVID-19 gestorben sind, bleibt bei 72. 3.357 haben die Infektion inzwischen überstanden, 27 mehr als am Vortag. Aktuell gibt es 629 „aktive“ Corona-Fälle, das sind 64 mehr als am Donnerstag. Bei offiziellen Stellen geht man davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte.

Seit Freitag (9. Oktober) gelten in Frankfurt verschärfte Regeln, die die Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen - allen voran eine Sperrstunde, die ab 23 Uhr greift. Zunächst war die Schließung von Kneipen, Bars und Restaurants bereits für 22 Uhr geplant gewesen. Dann orientierte man sich aber am benachbarten Offenbach, das die kritische 50er-Marke in der 7-Tage-Inzidenz bereits zuvor überschritten hatte. Momentan liegt die Inzidenz in Offenbach bei 68,3.

Ziel sei es, regional möglichst einheitliche Regeln zu schaffen, erklärt Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) der „FAZ“. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ergänzt, dass „einheitliche Regeln Akzeptanz und Vertrauen“ schaffen. Man wolle einen „regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln“ vermeiden.

Corona in Frankfurt: Sperrstunde und Beschränkungen für private Feiern

Gegen die Sperrstunde ab 23 Uhr wollen einige Frankfurter Kneipiers und Barbesitzer klagen. Sie sehen sich als Sündenbock. Gegenüber der „Hessenschau“ erklärt der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, eine Sperrstunde mache keinen Sinn. Der Anstieg der Infektionszahlen gehe nicht auf die Gastro zurück, sondern auf private oder illegale Partys. Gegen diese sei die Stadt bislang nicht ausreichend vorgegangen.

Für private Feiern hat die Stadtverwaltung jetzt auch strengere Regeln angesetzt: So wird „empfohlen“, dass sich in privaten Räumen nur noch höchstens zehn Personen versammeln sollen. Für öffentliche Plätze beträgt die zulässige Maximalzahl jetzt 25 Personen.

Corona in Frankfurt: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen

Während in Kneipen und Bars weiter Alkohol konsumiert werden darf, gilt auf vielen öffentlichen Plätzen in Frankfurt seit Freitag ein Alkoholverbot. Laut Allgemeinverfügung der Stadt gilt das Alkoholverbot für folgende Parks, Anlagen, Plätze und Straßen:

  • Parks und Anlagen: Grüneburgpark
  • Günthersburgpark
  • Anlagenring (Wallanlagen
  • Grünflächen des Mainufers beidseits (Nord- und Südseite) zwischen Friedensbrücke und Osthafenbrücke einschließlich Hafenpark
  • Straßen und Plätze: Friedberger Platz
  • Luisenplatz
  • Matthias-Beltz-Platz
  • Kalbächer Gasse
  • Große Bockenheimer Straße und Biebergasse bis einschließlich Hauptwache
  • Opernplatz
  • Liebfrauenberg mit Vorplatz der Kleinmarkthalle
  • Schäfergasse
  • Kaiserhofstraße
  • Bockenheimer Landstraße ab Niedenau in Richtung Opernplatz
  • Kettenhofweg ab Niedenau in Richtung Alte Oper
  • Kaisersack
  • Kaiserstraße
  • Bahnhofsvorplatz
  • Taunusstraße
  • Münchener Straße
  • Elbestraße
  • Moselstraße
  • Niddastraße
  • Allerheiligenstraße
  • Zeil/Konstablerwache
  • Alt-Sachsenhausen mit der Großen Rittergasse, Kleinen Rittergasse, Frankensteinerstraße, Paradiesgasse mit Paradieshof, Klappergasse, Neuer Wall, Affentorplatz

Corona in Frankfurt: Maskenpflicht beim Shoppen

Mit den verschärften Corona-Regeln in Frankfurt gilt seit Freitag übrigens auch eine Maskenpflicht in Einkaufsstraßen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss demnach in bestimmten Bereichen des Stadtgebiets getragen werden:

  • Berger Straße
  • Schweizer Straße einschließlich des Schweizer Platzes
  • Leipziger Straße
  • Zeil
  • Goethestraße
  • Kalbächer Gasse
  • Große Bockenheimer Straße und Biebergasse bis einschließlich Hauptwache
  • Oeder Weg vom Anlagenring bis zur Glauburgstraße
  • Neue Kräme
  • Königsteiner Straße
  • Braubachstraße
  • Münchener Straße
  • Kaiserstraße
Passanten mit Mundschutz auf der Frankfurter Zeil.

Von der Maskenpflicht beim Shoppen sind bestuhlte Außenbereiche von Gastronomie ausgenommen.

Corona in Frankfurt: Trotz Alarmstufe – Kirmes soll stattfinden

Ein großer Platz inmitten der Stadt ist jedoch von diesen Corona-Schutzmaßnahmen ausgenommen: der Römerberg. Dort hat Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit einem Tag Verspätung am Freitag, 9. Oktober, die „Herbst in der Stadt“-Kirmes eröffnet. Vier Wochen sollen die Buden und Fahrgeschäfte geöffnet haben. Wie die hessenschau berichtet, stößt die Entscheidung eine Kirmes zu eröffnen bei vielen Frankfurtern auf Unverständnis.

Aus infektiologischer Sicht sei gegen eine Veranstaltung wie die Kirmes nichts einzuwenden – wenn das Hygienekonzept gut durchdacht ist, so Virologe Martin Stürmer gegenüber dem Blatt. Für die Menschen seien solche Entscheidungen jedoch oft schwer nachvollziehbar. (rmx)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa-Bildfunk

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