Kurz vor Lockdown?

Corona in Baden-Württemberg: Zahlen explodieren – fast überall gilt Alarmstufe Rot

Das Coronavirus grassiert weiter in Baden-Württemberg. In fast allen Stadt- und Landkreisen gilt mittlerweile die Alarmstufe Rot. Droht jetzt der Lockdown? Alle Entwicklungen im News-Ticker

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Aktuell gibt es 72.735 (+1.843 bestätigte Fälle und 1.985 (+8) Verstorbene (Stand: 27. Oktober).
  • Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 89,9. (Stand 27. Oktober)
  • Es ist Alarmstufe Rot ausgerufen worden – was das bedeutet:

Update vom 27. Oktober: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg hat sich im Vergleich zum Montag um 1.843 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich bislang mindestens 72.735 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstagnachmittag mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus steigt um 8 auf 1.985. Als genesen gelten 52.806 Menschen - 592 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 89,9 und damit deutlich über der Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert bei 85,5. Laut Gesundheitsamt liegen von den 44 Stadt-und Landkreisen 38 über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen. Weitere fünf erreichen oder überschreiten die 7-Tage-Inzidenz von 35 Fällen pro 100.000 Einwohner. Nach Angaben des DIVI-Intensivregisters sind in Baden-Württemberg derzeit 2.306 Intensivbetten von 3.117 betreibbaren Betten (74 Prozent) belegt.

Corona in Baden-Württemberg: Innenminister sorgt mit „Kurz-Lockdown“-Ansage für Furore

Während die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg weiter ansteigen, sorgt Innenminister Thomas Strobl mit einer Aussage zu einem möglichen Kurz-Lockdown für Furore. Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch (28. Oktober) in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. Laut Medienberichten will das Kanzleramt bei der Bund-Länder-Schalte für einen erneuten Lockdown werben. Der soll jedoch nicht so dramatische Ausmaße annehmen wie im Frühjahr.

Überblick zu aktuellen Corona-Zahlen in Baden-Württemberg

  • Alb-Donau-Kreis: 1.457 Infizierte (+38), 29 (+1) Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 143,6
  • Kreis Biberach: 1.056 Infizierte (+17), 38 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 33,8
  • Kreis Böblingen: 3.078 Infizierte (+44), 52 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 106,2
  • Bodenseekreis: 726 Infizierte (+14), 8 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 37,2
  • Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: 2.027 Infizierte (+46), 74 (+1) Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 84,2 
  • Kreis Calw: 1.202 Infizierte (+0), 30 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 70,4
  • Kreis Emmendingen: 1.035 Infizierte (+44) , 44 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 91,3 
  • Enzkreis: 1.329  Infizierte (+48), 29 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 126,8
  • Kreis Esslingen: 4.533 Infizierte (+139), 129 (+1) Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 124,9 
  • Kreis Freudenstadt: 833 Infizierte (+7), 39 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 60
  • Kreis Göppingen: 1.753 Infizierte (+28), 41 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 86,0 
  • Kreis Heidenheim: 844 Infizierte (+17), 41 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 95,6
  • Kreis Heilbronn: 1.944 Infizierte (+42), 46 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 85,9
  • Hohenlohekreis: 1.003 Infizierte (+15), 48 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 46,2
  • Kreis Karlsruhe: 2.233  Infizierte (+77), 97 Verstorbene (+2), 7-Tage-Inzidenz: 85,8
  • Kreis Konstanz: 1.153 Infizierte (+42), 17 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 60,1
  • Kreis Lörrach: 1.234 Infizierte (+28), 65 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 83,9
  • Kreis Ludwigsburg: 4.425 Infizierte (+141), 87 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 117,2 
  • Main-Tauber-Kreis: 812 Infizierte (+6), 11 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 88,4 
  • Neckar-Odenwald-Kreis: 772 Infizierte (+5), 24 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 67,5
  • Ortenaukreis: 2.474 Infizierte (+88), 128 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 86,1
  • Ostalbkreis: 2.400 Infizierte (+60), 46 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 88,5
  • Kreis Rastatt: 1.159 Infizierte (+45), 19 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 95,9
  • Kreis Ravensburg: 1.166 Infizierte (+31), 7 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 39,2
  • Rems-Murr-Kreis: 3.234 Infizierte (+71), 101 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 89,2
  • Kreis Reutlingen: 2.427 Infizierte (+54), 82 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 55,4 
  • Rhein-Neckar-Kreis: 2.554 Infizierte (+107), 44 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 91,9
  • Kreis Rottweil: 983 Infizierte (+12), 26 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 67,2 
  • Kreis Schwäbisch Hall: 1.532 Infizierte (+14), 63 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 83,9
  • Schwarzwald-Baar-Kreis: 1.070 Infizierte (+24), 35 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 73,4
  • Kreis Sigmaringen: 1.007 Infizierte (+8), 36 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 38,2
  • Kreis Tübingen: 2.079 Infizierte (+47), 61 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 105,8
  • Kreis Tuttlingen: 828 Infizierte (+0), 25 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 50,4 
  • Kreis Waldshut: 645 Infizierte (+31), 35 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 59,6
  • Zollernalbkreis: 1.597 Infizierte (+18), 78 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 49,6 
  • Stadt Baden-Baden: 336 Infizierte (+9), 19 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 58
  • Stadt Freiburg: 1.750 Infizierte (+46), 80 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 85,6
  • Stadt Heidelberg: 855 Infizierte (+40), 7 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 107,7
  • Stadt Heilbronn: 1.163 Infizierte (+16), 17 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 148,5 
  • Stadt Karlsruhe: 1.238 Infizierte (+61), 14 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 87,5
  • Stadt Mannheim: 2.009 Infizierte (+93), 15 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 142,0 
  • Stadt Pforzheim: 911 Infizierte (+34), 9 Verstorbene (-1), 7-Tage-Inzidenz: 133,4
  • Stadt Stuttgart: 4.968 Infizierte (+ 168), 78 Verstorbene (+1), 7-Tage-Inzidenz: 116,4
  • Stadt Ulm: 901 Infizierte (+22), 11 Verstorbene, 7-Tage-Inzidenz: 110,4
  • Baden-Württemberg: 72.735 Infizierte (+ 1.843), 1.985 Verstorbene (+8), 7-Tage-Inzidenz: 89,9

(Quelle: Landesgesundheitsamt Stuttgart, Stand: 27. Oktober, 16 Uhr)

Corona in Baden-Württemberg: Zahlen explodieren – das sind die schlimmsten Hotspots

Update vom 26. Oktober: Wie das Sozialministerium Baden-Württemberg am heutigen Montag mitteilt, hat sich die Zahl der Corona-Infizierten im Vergleich zum Vortag um 1.312 auf 70.892 erhöht. Da 52.214 Personen genesen und 1.977 an oder mit Covid-19 gestorben sind, beläuft sich die Zahl der aktiven Fälle in Baden-Württemberg auf 16.701. Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 85,5 und damit deutlich über der Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert noch bei 80,4.

Corona in Baden-Württemberg: 7-Tages-Inzidenz bei über 80

Update vom 25. Oktober: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Freitag um 1.118 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich damit mindestens 69.580 Menschen nachweislich angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 2 auf 1.972. Als genesen gelten 51.863 Menschen - 563 mehr als am Vortag. Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100-000 Einwohner in sieben Tagen bei 80,4 und damit deutlich über der Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land.

Update vom 24. Oktober, 20:20 Uhr: In Baden-Württemberg haben wurden innerhalb von 24 Stunden 1.647 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit im Bundesland 68.462 Menschen angesteckt. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Samstag um 4 auf 1.970. Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt nun bei 75,2. Am höchsten ist der Inzidenzwert im Alb-Donau-Kreis (130,4), Mannheim (120,4) und Ulm (112).

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot – diese Städte sind die Hotspots

Update vom 24. Oktober, 10:20 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Donnerstag um 1.747 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich damit mindestens 66.815 Menschen angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 9 auf 1.966. Als genesen gelten 50.748 Menschen – 488 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 67,4 und damit deutlich über der Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Fünf Kreise liegen bei der 7-Tage-Inzidenz zudem über der Schwelle von 100. Die höchste Inzidenz weist der Stadtkreis Heilbronn mit 127,2 auf. Der Stadtkreise Mannheim sowie die Kreise Böblingen, Esslingen und der Alb-Donau-Kreis liegen ebenfalls über dem Wert vom 100. In der Landeshauptstadt Stuttgart ist der Wert auf 95 gestiegen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schülerin klagt gegen Quarantänepflicht

Update vom 23. Oktober: Nach sechs Corona-Fällen in einem Gymnasiums in Calw ordnet das Landratsamt einer kompletten Jahrgangsstufe eine 14-tägige häusliche „Absonderung“ an. Dagegen hat eine Schülerin jetzt beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe geklagt. Sie verweist in einem Eilantrag darauf, dass sie sich nur bei einzelnen Kursen und in gut belüfteten Räumen gemeinsam mit Infizierten aufgehalten und keine „Face-to-Face“-Kontakte mit ihnen gehabt habe. Zudem sei sie in der Zwischenzeit negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Das Verwaltungsgericht lehnt den Eilantrag ab. Wegen des rollierenden Kurssystems der Oberstufe komme es zu einer größeren Durchmischung unter den Schülern. Entscheidend sei, dass die Antragstellerin Schulstunden mit mindestens einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person im selben Klassenraum gehabt habe. Auch ein negativer Corona-Test könne nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts als Momentaufnahme die Quarantänezeit nicht verkürzen. Die Sache ist rechtskräftig. Eine Beschwerde der Antragstellerin hat der Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg zurückgewiesen.

Das Kultusministerium begrüßt den Beschluss. „Die Entscheidung bestätigt, dass unsere Maßnahmen zum Infektionsschutz an den Schulen angemessen und verhältnismäßig sind“, meint Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Corona in Baden-Württemberg: Zahlen explodieren – fast 2.000 Infektionen gemeldet

Update vom 22. Oktober, 19:10 Uhr: In Baden-Württemberg haben sich seit Beginn der Pandemie nach aktuellen Zahlen insgesamt 65.068 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – das sind 1.950 mehr als am Mittwoch. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen steigt um 7 auf 1.957. Das teilt das Landesgesundheitsamt Donnerstag mit. Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 61,2 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt (7-Tage-Inzidenz). Über der Schwelle von 50 liegen am Donnerstag 28 Stadt- und Landkreise. Am höchsten ist der
Wert weiterhin in Heilbronn: Er kletterte auf 140,6.

Corona in Baden-Württemberg: Ministerium ändert Masken-Regeln für Schulen

Update vom 22. Oktober, 13:40 Uhr: Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hat harte Kritik am Corona-Kurs des Kultusministeriums Baden-Württemberg geäußert. Dabei geht es um Teilungen von Schulklassen und kostenlose Tests für Lehrer. „Wir brauchen endlich einen Plan B und Maßnahmen, die Schulschließungen vermeiden“, betont die 65-Jährige.

Die Gewerkschaft habe seit Juni darauf gedrängt, dass Schulen zusätzliches Personal erhalten und viele Maßnahmen wie CO2-Messgeräte, FFP2-Masken für Risikogruppen oder Unterricht in kleineren Gruppen vorgeschlagen. „Warum erhalten Unternehmen in wenigen Wochen Rettungspakete und in Kitas und Schulen warten die Kinder, Jugendlichen und die pädagogischen Profis bis heute auf wirklich wirksame Maßnahmen?“, wundert sich Doro Moritz.

Auch heute noch spricht sich die Gewerkschaft für eine Teilung des Kurses ab der 7. Klasse aus. Während ein Teil der Schüler tageweise in Präsenz unterrichtet werde, erhalte der andere Teil Aufgaben für zu Hause. Zudem fordert Doro Moritz eine Verlängerung des Angebots für kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Erzieherinnen. Dieses soll Ende des Monats auslaufen. Dabei hätten gerade einmal ein füntel der Betroffenen das Angebot angenommen.

Corona in Baden-Württemberg: Ministerium passt Schulregeln an

Auch der Landeschef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, kritisiert die Entscheidung des Sozialministeriums. „Es ist nicht sehr schlüssig, dass bei steigenden Infektionszahlen die Testmöglichkeiten für Lehrkräfte und Erzieher auslaufen sollen - es sollte genau andersrum sein“, meint der 58-Jährige. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann fordert sogar, dass das Angebot bis Ende November verlängert und auf insgesamt drei Tests für jeden erhöht werden solle.

Unterdessen reagiert das Kultusministerium Baden-Württemberg auf „nachvollziehbare und berechtigte Rückmeldungen aus der schulischen Praxis.“ Das betrifft die Regelung zum Tragen von Masken während des Unterrichts. So müssen im Freien, wie zum Beispiel in der Pause, keine Masken mehr getragen werden – solange ein Abstand eingehalten wird. Auch während Zwischen- und Abschlussprüfungen kann darauf verzichtet werden. Dadurch sollen Beeinträchtigungen der Schüler verhindert werden. Schulräume dürfen zudem auch wieder für außerschuliche Aktivitäten genutzt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Wert steigt in Heilbronn auf 123,2

Update vom 21. Oktober: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Baden-Württemberg ist am Mittwoch um 1.438 auf insgesamt 63.118 gestiegen. Aktuell gelten laut Sozialministerium Baden-Württemberg 49.767 Menschen als genesen. Insgesamt 13.351 Fälle sind derzeit im Bundesland aktiv. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist innerhalb von 24 Stunden um 4 gestiegen. Mittlerweile hat die 7-Tages-Inzidenz im Bundesland die kritische 50er-Marke überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Mittwoch bei 53,4. Am höchsten war der Wert im Südwesten weiterhin in Heilbronn: Er kletterte auf inzwischen 123,2. 

Die Landesregierung hatte die Bürger in Baden-Württemberg eindringlich zur Vermeidung von Kontakten aufgerufen. Die Bürger müssten nun diszipliniert sein, sonst werde man auf einen Lockdown zurückgreifen müssen mit enormen Kollateralschäden, warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Man habe nicht mehr viele Dinge im Köcher bis zu dieser großen Maßnahme, sagte er mit Blick auf Beschränkungen.

Corona in Baden-Württemberg: Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot – Lage in Heilbronn immer schlimmer

Update vom 20. Oktober: Das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg bleibt weiter äußerst dynamisch. In 15 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen wurde der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Bewohner überschritten– Tendenz weiter steigend! Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn. Hier liegt der Wert inzwischen bei 115,3, wie das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte.

In Baden-Württemberg sind nach jüngsten Zahlen insgesamt 61.680 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - 972 mehr als am Vortag. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Dienstag mit. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg dabei um 10 auf 1.946. Als genesen gelten den Angaben zufolge 49.220 Menschen. Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 48,8 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt.

Alarmstufe Rot in Baden-Württemberg: Diese strengen Corona-Regeln gelten ab sofort

Update vom 18. Oktober: Ab Montag gilt in allen Landkreisen und Städten Alarmstufe Rot. Damit gibt es auch landesweit weitere Beschränkungen, die unabhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen gelten. „Wir müssen jetzt alles tun, um den kritischen Trend schnellstmöglich wieder zu stoppen und das Ruder herumzureißen“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und warnt vor einem weiteren Lockdown. In Baden-Württemberg sind zuletzt 42,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert worden (Stand: Samstag, 16 Uhr). Über der Marke von 50 liegt der Wert inzwischen in 12 der 44 Stadt- und Landkreise.

Das sind die neue Verschärfungen:

  • Maskenpflicht: Ab der 5. Klasse müssen Lehrer und Schüler auch im Unterricht Masken tragen. An Hochschulen
    soll eine weitreichende Maskenpflicht auch auf den Sitzplätzen gelten. In allen öffentlichen Einrichtungen und Bereichen, wie zum Beispiel Fußgängerzonen, muss ein Mundschutz getragen werden, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Private Treffen: Mit mehr als zehn Personen verboten - es sei denn, sie kommen aus maximal zwei Hausständen.
  • Versanstaltungen: Teilnehmer auf 100 begrenzt.
  • Kliniken: Sie sollen ihre Kapazitäten für Corona-Patienten stufenweise anpassen und nicht zwingend notwendige Behandlungen schrittweise reduzieren. Die Fieber-Ambulanzen und Corona-Teststellen in den besonders betroffenen Regionen werden wieder hochgefahren. Auch telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten werden ausgeweitet.

Das ursprüngliche Konzept der Landesregierung sah für die dritte Alarmstufe auch noch weitere Maßnahmen vor, etwa eine Einschränkung der Anzahl der Personen pro Verkaufsstelle im Einzelhandel und eine Einschränkung des Ausschanks von Alkohol in der Gastronomie. Davon ist nun aber vorerst keine Rede.

Kretschmann warnt die Bevölkerung vor einem erneuten Lockdown. Wenn die Einschränkungen der dritten Alarmstufe über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa die Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken, sagt der Grünen-Politiker.

Baden-Württemberg: Corona-Hotspots – alle Fallzahlen der Kommunen und Landkreise

Landkreis/KommuneInfizierte insgesamtTodesfälle7-Tage-Inzidenz
Alb-Donau-Kreis1.1152670,5
Biberach9743825,3
Böblingen2.5655054,7
Bodenseekreis636824,4
Breisgau-Hochschwarzwald1.7117245,52
Calw1.04328 46,48
Emmendingen8404450,48
Enzkreis1.0332937,08
Esslingen3.72012380
Freudenstadt7323941,44
Göppingen1.4484153,85
Heidenheim6814129,37
Heilbronn1.5774432,35
Hohenlohekreis9244727,52
Karlsruhe1.7409328,2
Konstanz9091721,66
Lörrach1.0116529,73
Ludwigsburg3.5317974,07
Main-Tauber-Kreis6801136,25
Neckar-Odenwald-Kreis6572347,34
Ortenaukreis2.02312741,77
Ostalbkreis2.0744541,4
Rastatt8711932,41
Ravensburg1.007718,92
Rems-Murr-Kreis2.7259947,51
Reutlingen2.2088248,43
Rhein-Neckar-Kreis1.9904130,27
Rottweil8412632,17
Schwäbisch Hall1.3436053,36
Schwarzwald-Baar-Kreis8973562,12
Sigmaringen9513624,46
Tübingen1.8056070,4
Tuttlingen7342541,91
Waldshut5113525,15
Zollernalbkreis1.4777818,48
Baden-Baden (Stadtkreis)2901965,4
Freiburg im Breisgau (Stadtkreis)1.4748043,69
Heidelberg (Stadtkreis)652740,25
Heilbronn (Stadtkreis)9091728,2
Karlsruhe (Stadtkreis)8851423,4
Mannheim (Stadtkreis)1.5151362,45
Pforzheim (Stadtkreis)7191026,2
Stuttgart3.8906979,73
Ulm (Stadtkreis)7211050,48
Summe60.039 Infizierte (+1.399)1.932 Todesfälle (+5)42,2

Quelle: Ministerium für Soziales und Integration, RKI-Dashboard, Stand: 18. Oktober)

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot – es drohen „sehr viel härtere Maßnahmen“

Update vom 17. Oktober, 16:55 Uhr: Ab Montag werden in Baden-Württemberg die Corona-Maßnahmen verschärft. Das hat die außerordentliche Kabinettssitzung am Samstag entschieden. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) anschließend mitteilt, sollen die Menschen auf unnötige Reisen und Kontakte verzichten. „Das ist das Gebot der Stunde, damit nicht alles aus dem Ruder läuft.“

Im September hat die Landesregierung Baden-Württemberg die drei Phasen definiert. Da nun die dritte, kritische Phase erreicht ist, werden noch weitere strengere Regeln folgen. Bis Montag sollen alle Maßnahmen erarbeitet und bekannt gegeben werden. Unter anderem könnten diese Vorschriften bald wieder gelten:

  • Einzelhandel: Einschränkung der Personen pro Verkausstelle
  • Gastronomie: Einschränkung des Ausschanks von Alkohol, Reservierungspflicht, Beschränkung der Außengastronomie
  • Veranstaltungen: Einschränkungen oder Absagen
  • Kontaktsperre: Einschränkung der Anzahl der Personen in privaten oder öffentlichen Räumen
  • Sanktionen bei Verstößen ausweiten
  • Krankenhaus: Nur die Patienten, die dringend behandelt werden müssen, werden versorgt

Fest steht: Verschärfungen werden kommen – und sie werden landesweit gelten. So herrscht in ganz Baden-Württemberg Alarmstufe Rot, egal wie in den einzelnen Kommunen und Landkreisen das Infektionsgeschehen aussieht. Der Sinn der Maßnahmen sei, „dass wir vor der Lage entscheiden und nicht erst reagieren, wenn es immer schlimmer wird“, zitiert der SWR den Ministerpräsidenten.

Winfried Kretschmann macht auch sehr deutlich: Wenn sich die Lage in sieben bis zehn Tagen nicht ändert, sind drastische Einschränkungen nicht auszuschließen. Diese „sehr viel härtere Maßnahmen“ könnten dann auch „tiefer ins Arbeitsleben eingreifen“, so der 72-Jährige.

Corona: Alarmstufe Rot – Baden-Württemberg ist jetzt ein Risikogebiet

Update vom 17. Oktober, 15:15 Uhr: Es ist beschlossen! Baden-Württemberg hat Alarmstufe 3 erreicht. Die außerordentliche Kabinettssitzung hat dies entschieden, wie der SWR berichtet. Ab Montag gilt die höchste Pandemie-Warnstufe. Welche Konsequenzen auf die Bevölkerung zukommen, ist noch nicht klar, wird aber im Laufe des Wochenendes sicherlich geklärt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Strengere Regeln drohen – heute wird Alarmstufe Rot ausgerufen

Meldung vom 17. Oktober, 11 Uhr: Nachdem in den Sommermonaten die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg endlich heruntergegangen sind, ist nun das genaue Gegenteil wieder der Fall: Kaum halten sich die Menschen wieder mehr drinnen auf, kommt die zweite Corona-Welle auf uns zu geschwappt.

Seit wenigen Wochen rasen die Fallzahlen in Baden-Württemberg nach oben. Mittlerweile haben sich (Stand: 16. Oktober) seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie 58.640 Menschen infiziert, davon sind 1.927 gestorben. Derzeit gibt es noch 1.927 aktive Fälle im Bundesland. Es existiert jedoch noch eine weitere Zahl, die derzeit für Bauchschmerzen sorgt: Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt aktuell in Baden-Württemberg bei 42,2. Damit hat sie bereits die zweite Pandemie-Warnstufe von 35 überschritten und ist sehr nah an der höchsten Alarmstufe dran.

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe rot noch diese Wochenende

Laut SWR-Informationen befinden sich auch die Politiker in höchster Alarmbereitschaft, weshalb am Samstag (17. Oktober) eine außerordentliche Kabinettssitzung stattfindet. Es wird besprochen, wie es in den nächsten Wochen in Baden-Württemberg weiter geht. Außerdem soll nach der Sitzung die Alarmstufe 3 ausgerufen werden. Man gehe davon aus, dass noch im Laufe des Wochenendes die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten wird.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann appelliert deshalb am Freitag erneut an die Bürger. Es komme jetzt auf Eigenverantwortung an. Der Grüne-Politiker macht auch klar: Bleibt der rasante Anstieg der Fallzahlen, wird es keine Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg geben. Der beliebte Weihnachtsmarkt in Heidelberg ist aufgrund der Corona-Krise bereits abgesagt.

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe rot – welche Verschärfungen kommen

Wenn Alarmstufe rot ausgerufen wird, kann sich die Bevölkerung in Baden-Württemberg auf weitere Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus einstellen. Bereits seit wenigen Tagen ist die Teilnehmerzahl bei privaten Veranstaltungen auf maximal zehn beschränkt. In der Öffentlichkeit dürfen ebenfalls nur zehn Personen treffen. Falls diese Maßnahmen nicht greifen ist eine Begrenzung auf fünf Personen denkbar. Außerdem gilt seit dem 14. Oktober eine Sperrstunde ab 24 Uhr und eine ausgeweitete Maskenpflicht. Ab Montag (19. Oktober) müssen Lehrer und Schüler ab der 5. Klasse auch im Unterricht Masken tragen.

Mit der dritten Pandemie-Warnstufe können Landkreise und Kommunen auf noch strengere Regeln zurückgreifen. Möglich wäre wieder eine Beschränkung der Gäste beziehungsweise Kunden in Gastronomie oder Einzelhandel. Auch könnte die Reservierungspflicht in Restaurants zurückkehren und Krankenhäuser dürften sich nur noch auf Patienten konzentrieren, die dringen eine Behandlung brauchen. Ein Lockdown wie im Frühling wolle die Regierung in Baden-Württemberg aber auf jeden Fall vermeiden. Welche Maßnahmen am Ende wirklich greifen werden, ist noch unklar. (jol)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/picture-alliance/dpa

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