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Corona in Baden-Württemberg: Ministerium ändert Masken-Regeln für Schulen

Das Coronavirus grassiert weiter in Baden-Württemberg. Jetzt wurde im Bundesland der kritische Warnwert überschritten. Droht jetzt der Lockdown? Alle Entwicklungen im News-Ticker:

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Stand 21. Oktober gibt es 63.118 (+1.438) bestätigte Fälle.
  • Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 53,4. (Stand 21. Oktober)
  • Es ist Alarmstufe Rot ausgerufen worden – was das bedeutet:

Update vom 22. Oktober: Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hat harte Kritik am Corona-Kurs des Kultusministeriums Baden-Württemberg geäußert. Dabei geht es um Teilungen von Schulklassen und kostenlose Tests für Lehrer. „Wir brauchen endlich einen Plan B und Maßnahmen, die Schulschließungen vermeiden“, betont die 65-Jährige.

Die Gewerkschaft habe seit Juni darauf gedrängt, dass Schulen zusätzliches Personal erhalten und viele Maßnahmen wie CO2-Messgeräte, FFP2-Masken für Risikogruppen oder Unterricht in kleineren Gruppen vorgeschlagen. „Warum erhalten Unternehmen in wenigen Wochen Rettungspakete und in Kitas und Schulen warten die Kinder, Jugendlichen und die pädagogischen Profis bis heute auf wirklich wirksame Maßnahmen?“, wundert sich Doro Moritz.

Auch heute noch spricht sich die Gewerkschaft für eine Teilung des Kurses ab der 7. Klasse aus. Während ein Teil der Schüler tageweise in Präsenz unterrichtet werde, erhalte der andere Teil Aufgaben für zu Hause. Zudem fordert Doro Moritz eine Verlängerung des Angebots für kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Erzieherinnen. Dieses soll Ende des Monats auslaufen. Dabei hätten gerade einmal ein füntel der Betroffenen das Angebot angenommen.

Corona in Baden-Württemberg: Ministerium passt Schulregeln an

Auch der Landeschef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, kritisiert die Entscheidung des Sozialministeriums. „Es ist nicht sehr schlüssig, dass bei steigenden Infektionszahlen die Testmöglichkeiten für Lehrkräfte und Erzieher auslaufen sollen - es sollte genau andersrum sein“, meint der 58-Jährige. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann fordert sogar, dass das Angebot bis Ende November verlängert und auf insgesamt drei Tests für jeden erhöht werden solle.

Unterdessen reagiert das Kultusministerium Baden-Württemberg auf „nachvollziehbare und berechtigte Rückmeldungen aus der schulischen Praxis.“ Das betrifft die Regelung zum Tragen von Masken während des Unterrichts. So müssen im Freien, wie zum Beispiel in der Pause, keine Masken mehr getragen werden – solange ein Abstand eingehalten wird. Auch während Zwischen- und Abschlussprüfungen kann darauf verzichtet werden. Dadurch sollen Beeinträchtigungen der Schüler verhindert werden. Schulräume dürfen zudem auch wieder für außerschuliche Aktivitäten genutzt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Wert steigt in Heilbronn auf 123,2

Update vom 21. Oktober: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Baden-Württemberg ist am Mittwoch um 1.438 auf insgesamt 63.118 gestiegen. Aktuell gelten laut Sozialministerium Baden-Württemberg 49.767 Menschen als genesen. Insgesamt 13.351 Fälle sind derzeit im Bundesland aktiv. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist innerhalb von 24 Stunden um 4 gestiegen. Mittlerweile hat die 7-Tages-Inzidenz im Bundesland die kritische 50er-Marke überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Mittwoch bei 53,4. Am höchsten war der Wert im Südwesten weiterhin in Heilbronn: Er kletterte auf inzwischen 123,2. 

Die Landesregierung hatte die Bürger in Baden-Württemberg eindringlich zur Vermeidung von Kontakten aufgerufen. Die Bürger müssten nun diszipliniert sein, sonst werde man auf einen Lockdown zurückgreifen müssen mit enormen Kollateralschäden, warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Man habe nicht mehr viele Dinge im Köcher bis zu dieser großen Maßnahme, sagte er mit Blick auf Beschränkungen.

Corona in Baden-Württemberg: Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot – Lage in Heilbronn immer schlimmer

Update vom 20. Oktober: Das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg bleibt weiter äußerst dynamisch. In 15 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen wurde der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Bewohner überschritten– Tendenz weiter steigend! Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn. Hier liegt der Wert inzwischen bei 115,3, wie das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte.

In Baden-Württemberg sind nach jüngsten Zahlen insgesamt 61.680 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - 972 mehr als am Vortag. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Dienstag mit. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg dabei um 10 auf 1.946. Als genesen gelten den Angaben zufolge 49.220 Menschen. Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 48,8 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt.

Alarmstufe Rot in Baden-Württemberg: Diese strengen Corona-Regeln gelten ab sofort

Update vom 18. Oktober: Ab Montag gilt in allen Landkreisen und Städten Alarmstufe Rot. Damit gibt es auch landesweit weitere Beschränkungen, die unabhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen gelten. „Wir müssen jetzt alles tun, um den kritischen Trend schnellstmöglich wieder zu stoppen und das Ruder herumzureißen“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und warnt vor einem weiteren Lockdown. In Baden-Württemberg sind zuletzt 42,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert worden (Stand: Samstag, 16 Uhr). Über der Marke von 50 liegt der Wert inzwischen in 12 der 44 Stadt- und Landkreise.

Das sind die neue Verschärfungen:

  • Maskenpflicht: Ab der 5. Klasse müssen Lehrer und Schüler auch im Unterricht Masken tragen. An Hochschulen
    soll eine weitreichende Maskenpflicht auch auf den Sitzplätzen gelten. In allen öffentlichen Einrichtungen und Bereichen, wie zum Beispiel Fußgängerzonen, muss ein Mundschutz getragen werden, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Private Treffen: Mit mehr als zehn Personen verboten - es sei denn, sie kommen aus maximal zwei Hausständen.
  • Versanstaltungen: Teilnehmer auf 100 begrenzt.
  • Kliniken: Sie sollen ihre Kapazitäten für Corona-Patienten stufenweise anpassen und nicht zwingend notwendige Behandlungen schrittweise reduzieren. Die Fieber-Ambulanzen und Corona-Teststellen in den besonders betroffenen Regionen werden wieder hochgefahren. Auch telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten werden ausgeweitet.

Das ursprüngliche Konzept der Landesregierung sah für die dritte Alarmstufe auch noch weitere Maßnahmen vor, etwa eine Einschränkung der Anzahl der Personen pro Verkaufsstelle im Einzelhandel und eine Einschränkung des Ausschanks von Alkohol in der Gastronomie. Davon ist nun aber vorerst keine Rede.

Kretschmann warnt die Bevölkerung vor einem erneuten Lockdown. Wenn die Einschränkungen der dritten Alarmstufe über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa die Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken, sagt der Grünen-Politiker.

Baden-Württemberg: Corona-Hotspots – alle Fallzahlen der Kommunen und Landkreise

Landkreis/KommuneInfizierte insgesamtTodesfälle7-Tage-Inzidenz
Alb-Donau-Kreis1.1152670,5
Biberach9743825,3
Böblingen2.5655054,7
Bodenseekreis636824,4
Breisgau-Hochschwarzwald1.7117245,52
Calw1.04328 46,48
Emmendingen8404450,48
Enzkreis1.0332937,08
Esslingen3.72012380
Freudenstadt7323941,44
Göppingen1.4484153,85
Heidenheim6814129,37
Heilbronn1.5774432,35
Hohenlohekreis9244727,52
Karlsruhe1.7409328,2
Konstanz9091721,66
Lörrach1.0116529,73
Ludwigsburg3.5317974,07
Main-Tauber-Kreis6801136,25
Neckar-Odenwald-Kreis6572347,34
Ortenaukreis2.02312741,77
Ostalbkreis2.0744541,4
Rastatt8711932,41
Ravensburg1.007718,92
Rems-Murr-Kreis2.7259947,51
Reutlingen2.2088248,43
Rhein-Neckar-Kreis1.9904130,27
Rottweil8412632,17
Schwäbisch Hall1.3436053,36
Schwarzwald-Baar-Kreis8973562,12
Sigmaringen9513624,46
Tübingen1.8056070,4
Tuttlingen7342541,91
Waldshut5113525,15
Zollernalbkreis1.4777818,48
Baden-Baden (Stadtkreis)2901965,4
Freiburg im Breisgau (Stadtkreis)1.4748043,69
Heidelberg (Stadtkreis)652740,25
Heilbronn (Stadtkreis)9091728,2
Karlsruhe (Stadtkreis)8851423,4
Mannheim (Stadtkreis)1.5151362,45
Pforzheim (Stadtkreis)7191026,2
Stuttgart3.8906979,73
Ulm (Stadtkreis)7211050,48
Summe60.039 Infizierte (+1.399)1.932 Todesfälle (+5)42,2

Quelle: Ministerium für Soziales und Integration, RKI-Dashboard, Stand: 18. Oktober)

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot – es drohen „sehr viel härtere Maßnahmen“

Update vom 17. Oktober, 16:55 Uhr: Ab Montag werden in Baden-Württemberg die Corona-Maßnahmen verschärft. Das hat die außerordentliche Kabinettssitzung am Samstag entschieden. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) anschließend mitteilt, sollen die Menschen auf unnötige Reisen und Kontakte verzichten. „Das ist das Gebot der Stunde, damit nicht alles aus dem Ruder läuft.“

Im September hat die Landesregierung Baden-Württemberg die drei Phasen definiert. Da nun die dritte, kritische Phase erreicht ist, werden noch weitere strengere Regeln folgen. Bis Montag sollen alle Maßnahmen erarbeitet und bekannt gegeben werden. Unter anderem könnten diese Vorschriften bald wieder gelten:

  • Einzelhandel: Einschränkung der Personen pro Verkausstelle
  • Gastronomie: Einschränkung des Ausschanks von Alkohol, Reservierungspflicht, Beschränkung der Außengastronomie
  • Veranstaltungen: Einschränkungen oder Absagen
  • Kontaktsperre: Einschränkung der Anzahl der Personen in privaten oder öffentlichen Räumen
  • Sanktionen bei Verstößen ausweiten
  • Krankenhaus: Nur die Patienten, die dringend behandelt werden müssen, werden versorgt

Fest steht: Verschärfungen werden kommen – und sie werden landesweit gelten. So herrscht in ganz Baden-Württemberg Alarmstufe Rot, egal wie in den einzelnen Kommunen und Landkreisen das Infektionsgeschehen aussieht. Der Sinn der Maßnahmen sei, „dass wir vor der Lage entscheiden und nicht erst reagieren, wenn es immer schlimmer wird“, zitiert der SWR den Ministerpräsidenten.

Winfried Kretschmann macht auch sehr deutlich: Wenn sich die Lage in sieben bis zehn Tagen nicht ändert, sind drastische Einschränkungen nicht auszuschließen. Diese „sehr viel härtere Maßnahmen“ könnten dann auch „tiefer ins Arbeitsleben eingreifen“, so der 72-Jährige.

Corona: Alarmstufe Rot – Baden-Württemberg ist jetzt ein Risikogebiet

Update vom 17. Oktober, 15:15 Uhr: Es ist beschlossen! Baden-Württemberg hat Alarmstufe 3 erreicht. Die außerordentliche Kabinettssitzung hat dies entschieden, wie der SWR berichtet. Ab Montag gilt die höchste Pandemie-Warnstufe. Welche Konsequenzen auf die Bevölkerung zukommen, ist noch nicht klar, wird aber im Laufe des Wochenendes sicherlich geklärt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Strengere Regeln drohen – heute wird Alarmstufe Rot ausgerufen

Meldung vom 17. Oktober, 11 Uhr: Nachdem in den Sommermonaten die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg endlich heruntergegangen sind, ist nun das genaue Gegenteil wieder der Fall: Kaum halten sich die Menschen wieder mehr drinnen auf, kommt die zweite Corona-Welle auf uns zu geschwappt.

Seit wenigen Wochen rasen die Fallzahlen in Baden-Württemberg nach oben. Mittlerweile haben sich (Stand: 16. Oktober) seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie 58.640 Menschen infiziert, davon sind 1.927 gestorben. Derzeit gibt es noch 1.927 aktive Fälle im Bundesland. Es existiert jedoch noch eine weitere Zahl, die derzeit für Bauchschmerzen sorgt: Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt aktuell in Baden-Württemberg bei 42,2. Damit hat sie bereits die zweite Pandemie-Warnstufe von 35 überschritten und ist sehr nah an der höchsten Alarmstufe dran.

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe rot noch diese Wochenende

Laut SWR-Informationen befinden sich auch die Politiker in höchster Alarmbereitschaft, weshalb am Samstag (17. Oktober) eine außerordentliche Kabinettssitzung stattfindet. Es wird besprochen, wie es in den nächsten Wochen in Baden-Württemberg weiter geht. Außerdem soll nach der Sitzung die Alarmstufe 3 ausgerufen werden. Man gehe davon aus, dass noch im Laufe des Wochenendes die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten wird.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann appelliert deshalb am Freitag erneut an die Bürger. Es komme jetzt auf Eigenverantwortung an. Der Grüne-Politiker macht auch klar: Bleibt der rasante Anstieg der Fallzahlen, wird es keine Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg geben. Der beliebte Weihnachtsmarkt in Heidelberg ist aufgrund der Corona-Krise bereits abgesagt.

Corona in Baden-Württemberg: Alarmstufe rot – welche Verschärfungen kommen

Wenn Alarmstufe rot ausgerufen wird, kann sich die Bevölkerung in Baden-Württemberg auf weitere Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus einstellen. Bereits seit wenigen Tagen ist die Teilnehmerzahl bei privaten Veranstaltungen auf maximal zehn beschränkt. In der Öffentlichkeit dürfen ebenfalls nur zehn Personen treffen. Falls diese Maßnahmen nicht greifen ist eine Begrenzung auf fünf Personen denkbar. Außerdem gilt seit dem 14. Oktober eine Sperrstunde ab 24 Uhr und eine ausgeweitete Maskenpflicht. Ab Montag (19. Oktober) müssen Lehrer und Schüler ab der 5. Klasse auch im Unterricht Masken tragen.

Mit der dritten Pandemie-Warnstufe können Landkreise und Kommunen auf noch strengere Regeln zurückgreifen. Möglich wäre wieder eine Beschränkung der Gäste beziehungsweise Kunden in Gastronomie oder Einzelhandel. Auch könnte die Reservierungspflicht in Restaurants zurückkehren und Krankenhäuser dürften sich nur noch auf Patienten konzentrieren, die dringen eine Behandlung brauchen. Ein Lockdown wie im Frühling wolle die Regierung in Baden-Württemberg aber auf jeden Fall vermeiden. Welche Maßnahmen am Ende wirklich greifen werden, ist noch unklar. jol

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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