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Corona-Lockdown in Baden-Württemberg: Kitas und Schulen bald dicht – das müssen Eltern jetzt wissen

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Von: Josefine Lenz

Corona in Baden-Württemberg - Bund und Länder haben einen deutschlandweiten Lockdown ab dem 16. Dezember beschlossen. Diese Regeln gelten für Schule und Kitas im Bundesland: 

Update vom 13. Dezember, 15:40 Uhr: Nach dem Beschluss einen bundesweiten Lockdowns vom 16. Dezember bis zum 10. Januar sollen die Weihnachtsferien in Baden-Württemberg auf den 16. Dezember vorverlegt werden, um weitere Kontakte zu vermeiden. Für Schüler der Abschlussklassen soll es Fernunterreicht geben, für Eltern in systemrelevanten Berufen, wird eine Kinder-Notbetreuung organisiert. Auch für Kita-Kinder werde an den regulären Öffnungstagen eine Notbetreuung angeboten. Anspruch auf Notbetreuung hätten Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. Ein Überblick über die Corona-Maßnahmen und Knallhart-Regeln an Silvester in Baden-Württemberg im Überblick.

Corona in Baden-Württemberg: Weicht Kretschmann von Merkels Kurs ab?

Update vom 13. Dezember: Schon nach einer Stunde Beratungen haben sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen deutschlandweiten Lockdown vom 16. Dezember bis zum 10. Januar geeinigt. Der Einzelhandel, bis auf Läden des täglichen Bedarfs, Schulen, Kitas und körpernahe Dienstleistungsbetriebe wie Friseure und Massagesalons müssen in dieser Zeit schließen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will nach dem Corona-Gipfel mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) über die Regelungen für die Schulen im Land sprechen.

Dabei soll geklärt werden, ob Schulen und Kitas komplett geschlossen werden müssen und ob es Ausnahmen geben soll. Winfried Kretschmann will die Bevölkerung um 15:30 Uhr über die Regelungen in Baden-Württemberg informieren.

Corona-Lockdown in Baden-Württemberg: Ausgangssperre ab heute – das ist verboten

Erstmeldung vom 11. Dezember: Es ist offiziell: In Baden-Württemberg kommt der harte Lockdown, die ersten Verschärfungen im Land sind bereits beschlossen. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag (11. Dezember) in einer Corona-Konferenz erklärt, gelten ab Samstag (12. Dezember) schon neue Corona-Maßnahmen. Zuvor hat in Stuttgart eine Sondersitzung stattgefunden. „Wir haben gehofft, dass wir die zweite Welle der Pandemie vergleichsweise mild bewältigen“, so Kretschmann und fügt hinzu: „von dieser Hoffnung müssen wir uns nun verabschieden.“

Man müsse die Zahl der Inzidenz wieder auf 50 herunterdrücken. Aktuell liegt der Inzidenz-Wert in Baden-Württemberg bei 168,8. Warum die Maßnahmen notwendig sind, wird während der Konferenz deutlich: Bundesweit gibt es täglich fast 30.000 Corona-Neuinfektionen, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich weitaus höher, beherrschbar sei die Lage jedoch erst bei 2.000 Infektionen.

Corona-Lockdown in Baden-Württemberg: Nächtliche Ausgangssperre gilt landesweit

Ab Samstag gilt in ganz Baden-Württemberg die Ausgangssperre. Das Haus darf nur noch aus triftigem Grund verlassen werden, es gelten außerdem tagsüber und nachts unterschiedliche Regeln. Die Regeln während der Ausgangssperre auf einen Blick:

Tagsüber (von 5 bis 20 Uhr)Nachts (von 20 bis 5 Uhr)
Besuch von Einzelhandelsbetriebenerlaubtverboten
Ausübung beruflicher Tätigkeitenerlaubterlaubt
Inanspruchnahme medizinischer und veterinärmedizinischer Leistungenerlaubterlaubt
Begleitung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjährigererlaubterlaubt
Begleitung Sterbender und von Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständenerlaubterlaubt
Handlung zur Versorgung von Tierenerlaubterlaubt
Besuch von Schulen und Kindertagesstätten und des Studienbetriebserlaubterlaubt
Ansammlungen und private Veranstaltungen mit eigenem Haushalt oder maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sowie Verwandte in gerader Linie (Kinder bis 14 Jahre sind von der Regel ausgenommen)erlaubtverboten
Besuch von privaten Veranstaltungen (23. - 27. Dezember)erlaubterlaubt
Veranstaltung §10 Abs.4 CoVO (Aufrechterhaltung öffentliche Sicherheit und Daseinsvorsorge, Sitzung kommunale Gremien, Gerichtsmedizin) und Art. 8 GG (Demonstrationsfreiheit)erlaubtverboten
Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechtserlaubtverboten
Sport und Bewegung an der frischen Luft (alleine, mit einer weiteren Person eines anderen Haushalts oder mit Angehörigen des gleichen Haushalts)erlaubtverboten

Corona in Baden-Württemberg: Harter Lockdown kommt nach Weihnachten

Während der Corona-Konferenz erklärt Winfried Kretschmann, dass sich Baden-Württemberg nach Weihnachten auf einen harten Lockdown vorbereiten könne. Konkrete Regeln seien noch nicht vereinbart, man werde den Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Ministerpräsidenten am Sonntag (13. Dezember) abwarten. Klar ist aber: Auch wenn sich keine Einigung findet, wird es Baden-Württemberg trotzdem einen Total-Lockdown geben. Der Shutdown soll mindestens bis zum 10. Januar andauern.

Es ist denkbar, dass am Sonntag die Corona-Maßnahmen für Weihnachten nochmals angepasst werden. Aktuell ist es in Baden-Württemberg erlaubt, dass sich vom 23. bis 27. Dezember zehn Personen unterschiedlicher Haushalte treffen dürfen. Da sich jedoch 40 Prozent der Bevölkerung laut einer Umfrage nicht an die Vorschriften für Weihnachten halten wollen, könne sich Kretschmann vorstellen, entweder „die Tage noch weiter zu verkürzen“ oder die Lockerungen stärker auf Familienangehörige zu beschränken. Aber: Festlegen will sich der Ministerpräsident noch nicht. Die Entscheidung über die Weihnachtslockerungen solle man bundesweit gemeinsam beschließen. „Wenn wir sie ändern, sollten wir das auch wieder gemeinsam tun“. Möglich sei dann auch die Schließung von Geschäften und Schulen vor den Weihnachtsferien.

Corona in Baden-Württemberg: Appell an die Bürger – „Seien Sie bitte vernünftig“

Seien Sie bitte vernünftig, seien Sie diszipliniert. Reduzieren Sie die Kontakte auf das absolut notwendige Minimum. So schützen Sie sich selber, die Menschen, die sie lieben und alle anderen Menschen“, appelliert Innenminister Thomas Strobl. „Einschränkungen im Kampf gegen Corona gibt es nur, wenn sie notwendig sind“, sagt er weiter.

Die Polizei werde die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrollieren. Allein diese Woche haben bereits 18 Schwerpunktkontrollen stattgefunden, bei denen rund 16.500 Personen überprüft und 8.400 Verstöße festgestellt wurden. Ein „kleiner Teil der Bevölkerung, der sich unverantwortlich und unverschämt verhält“, urteilt Strobl.

Wir sind alle mittlerweile geschlaucht. Es ist aber wie bei einem Marathon, die letzten Meter sind immer die Härtesten“, meint Winfried Kretschmann. Da die Corona-Impfungen schon Ende Dezember starten könnten, hofft der Ministerpräsident, dass im Herbst die Pandemie „nicht mehr zurückkomme“. (jol)

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