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Corona-App von SAP und Telekom: So wird sie aussehen

Walldorf - Mitte Juni soll die Corona-App von SAP und Telekom verfügbar sein. Jetzt haben die Entwickler ein erstes Konzept veröffentlicht 

  • Eine Corona-App könnte eine entscheidende Rolle in der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie spielen.
  • Die Regierung hat den Software-Konzern SAP und die Deutsche Telekom mit der Entwicklung einer App beauftragt.
  • Die Corona-App soll bereits im Juni zum Download zur Verfügung stehen.
  • Wie die Corona-Warn-App funktionieren soll:

Update vom 30. Mai: „Die Corona-Warn-App steht bald zum download bereit“, heißt es auf der offiziellen Internetseite des Projekts. Auch wenn ein genaues Datum noch nicht genannt werden kann, nimmt die Applikation so langsam Form an. Auf der Open-Source-Plattform Github sind bereits die ersten Bilder zu sehen. Die App soll nur in den Stores von Google und Apple zu erhalten sein und über Bluetooth funktionieren. Darüber werden „konstant wechselnde IDs versendet und von den Geräten gesammelt, die die App installiert haben“. 

Nach Angaben der Entwickler sollen keine Daten zum Abgleich das Handy verlassen. Das Smartphone kann aber lokal auswerten, ob Kontakt zu einem Infizierten bestanden hat. Sollte man selbst erkrankt sein, sollen die Daten der letzten zwei Wochen freigegeben werden, um andere zu warnen. Ein Test der aktuellen Software finde derzeit beim Projektteam und Partnern wie der Bundesregierung oder dem Robert-Koch-Institut statt. In Mannheim könnte es mit „Quarano“ schon bald eine weitere wichtige Corona-App geben. 

Corona-App von SAP und Telekom könnte es ab Mitte Juni geben. 

Update vom 14. Mai: Die Corona-App, die der Software-Konzern SAP und die Deutsche Telekom im Auftrag der Bundesregierung entwickeln, nimmt Formen an. Die Entwickler haben ein erstes Konzept veröffentlicht, aus dem hervorgeht, wie die Tracing-App zur Bekämpfung des Coronavirus funktionieren soll. Zu lesen ist das Konzept auf der Open-Source-Plattform Github. 

Die Corona-App von SAP und Telekom soll eine Warnung an ihre Nutzer schicken, wenn diese sich länger in der Nähe einer mit dem Coronavirus infizierten Person aufgehalten haben. Die dafür notwendigen Daten zu via Bluetooth registrierten Kontakten sollen nicht zentral gespeichert werden, sondern ausschließlich beim Nutzer selbst. Die App soll schon Mitte Juni zum Download zur Verfügung stehen. 

Die neue Corona-App könnte so ähnlich aussehen, wie die DP3T-App aus der Schweiz. 

Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Konzept zur Corona-App auf Github geht hervor, dass Nutzer auch darüber auch erfahren können, wann und ob das Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt. Ob man tatsächlich infiziert ist, soll die App jedoch nicht anzeigen. Wer positiv auf Corona getestet wurde, kann dies freiwillig in der App angeben, sodass andere Personen, die die App ebenfalls nutzen, auf ihrem Smartphone abgleichen können, ob sie mit dem infizierten App-Nutzer in Kontakt standen. Im Ruhezustand des Smartphones läuft die App im Hintergrund weiter und registriert in regelmäßigen Abständen, welche anderen App-Nutzer in der Nähe waren. Das Ganze läuft anonym und über sogenannte „Pseudo-IDs“ ab. Zur Unterstützung der Nutzer sollen Hotlines dienen, über die man sich alle Fragen zur Nutzung, Technik und Datenschutz beantworten lassen kann. 

Corona-App von SAP und Telekom: Debatte um Vorteile und Anreize für Nutzer

Die Nutzung der Corona-App ist freiwillig. Bundesinnenminister Horst Seehofer hält nichts davon, die Bürger mit Steuervorteilen oder anderen Vergünstigungen zur Nutzung der geplanten Corona-App zu bewegen. „Wenn der Bürger den Eindruck hat, da wird mit einem Speck gewedelt, dann werden nicht ausreichend viele mitmachen“, sagt der CSU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Das habe er auch im Kreise seiner Kabinettskollegen betont. Besser sei es, den Bürgern ganz nüchtern zu erklären, dass ein Teil der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für alle gelockert werden könnte, wenn eine große Anzahl von Menschen eine solche App nutzen würde. 

Die Nutzung der App müsse absolut freiwillig sein, betonte Seehofer. Er sagte: „Was ich nicht möchte, dass man von einer Freiwilligkeit spricht, aber so viele Anreize diskutiert, dass man nun von der Freiwilligkeit nicht mehr reden kann.“ Der EU-Politiker Axel Voss (CDU) hatte vorgeschlagen, Nutzer der Warn-App sollten mehr Freiheiten bekommen als diejenigen, die sie nicht herunterladen. App-Nutzer sollten etwa im grenznahen Bereich als erste wieder reisen dürfen. „Wer eine solche App hat, sollte auch zuerst wieder ins Restaurant, ins Kino, ins Theater und ins Freibad dürfen“, schlug er vor. 

Corona-App von SAP und Telekom: Erste Version geht im Juni an den Start

Update vom 12. Mai: Noch im Laufe dieser Woche wollen SAP und Telekom erste Informationen über Leistung, Umfang und Architektur der Corona-App preisgeben. Das berichtet die RNZ. Mitte Juni soll die erste Version dann an den Start gehen. 

Die Bundesregierung beauftragte die beiden Unternehmen mit der Entwicklung der Corona-App, unter anderem „weil sie sich auf Augenhöhe mit den US-Konzernen Google und Apple abstimmen können." Immerhin muss eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Betriebssystemen der Smartphones gefunden werden. 

Die App soll Corona-Ansteckungen nachverfolgen und den jeweiligen Handybesitzer „warnen“, wenn sich eine infizierte Person in der Nähe befindet. Die Corona-App ist jedoch sehr umstritten. Man geht davon aus, dass die App nur von der Bevölkerung akzeptiert werde, wenn sie ausreichend gesichert ist. Experten sind der Meinung, dass mindestens 60 Prozent der Bürger in Deutschland die App herunterladen müssen, damit sie etwas bringt. Um einen Anreiz zu schaffen, schlägt EU-Politiker Axel Voss (CDU) vor, dass diejenigen, die die Corona-App auf ihrem Handy haben, mehr Freiheiten bekommen. „Wer eine solche App hat, sollte auch zuerst wieder ins Restaurant, ins Kino, ins Theater und ins Freibad dürfen", so Voss. SPD-Chefin Saskia Esken findet diese Ansicht ein Unding. Die App sollte freiwillig sein. 

SAP und Telekom entwickeln Corona-App – was die bringen soll

Meldung vom 28. April: Die Bundesregierung macht nach einem Richtungsstreit nun Tempo bei der Entwicklung einer Corona-Warn-App. Die Deutsche Telekom und der Software-Konzern SAP mit Sitz in Walldorf bekommen den Auftrag, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Institut CISPA sollen bei der Entwicklung beraten, wie die Ministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Kanzleramt am Dienstag mitteilen. Sie bekräftigten den Fokus auf einen dezentralen Ansatz, was eine bessere Verknüpfung mit Apples iPhones und den Android-Smartphones erlauben wird. 

Corona-App: SAP und Telekom mit Entwicklung beauftragt

Noch ist unklar, wie Telekom und SAP die Aufgaben bei der Entwicklung der App verteilen - und ob sie auf eins der bereits vorliegenden technischen Konzepte zurückgreifen. Nach der Fertigstellung durch die Telekom und SAP soll die Corona-App durch das Robert-Koch-Institut herausgegeben werden, erklärten die Ministerien weiter. 

Telekom und SAP sollen Corona-App entwickeln

In einer zweiten Stufe sei dann auch geplant, einen Forschungsserver einzurichten, der auf Basis freiwilliger Datenspenden der Nutzer pseudonymisierte Daten zur qualitätssichernden Analyse der Corona-App nutzen kann. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sollen von Anfang an in die Entwicklung eingebunden werden, hieß es. Es solle auch darauf geachtet werden, dass die deutsche App mit anderen europäischen Lösungen kompatibel ist.

Eindämmung der Pandemie: So soll die Corona-App funktionieren

Die Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten. In der Entwicklung sind bereits mehrere Apps, dabei ist wichtig, dass möglichst viele Nutzer mitmachen. 

Die Bundesregierung hatte sich nach einem langen Streit zwischen Forschern am Wochenende auf den dezentralen Ansatz der Corona-App festgelegt. „Der Infizierte erfährt dabei nicht, welche seiner Kontakte informiert werden und die Kontaktierten erfahren nicht, wer der Infizierte ist“, betont die Regierung am Dienstag. Google und Apple als Entwickler der beiden einzigen relevanten Smartphone-Plattformen wollen im Mai Schnittstellen freischalten, auf die Entwickler von Corona-Apps aufsetzen können. 

Noch gibt es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch was passiert, wenn es mal so weit ist? Wird es in Deutschland eine Impfpflicht geben? Das sagen Politiker.

dpa/kab

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Screenshot Twitter Henning Tillmann

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