Concours d'Elegance Classic-Gala 2018

Old but gold! Oldtimer-Parade verzaubert Schwetzingen

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Liebhaber-Herzen schlagen am Wochenende im Schlosspark Schwetzingen höher. Der Grund: Concours d'Elegance Classic-Gala 2018!

Schwetzingen - Die schönsten Autos aus den vergangenen Jahrzehnten vor einer der schönsten Kulissen Europas: Das gibt‘s nur bei der Classic-Gala im Schwetzinger Schlossgarten...

Da stehen sie: über 180 Old- und Youngtimer und warten darauf, von den Besuchern – mit und ohne Fotoapparat – und den Juroren bestaunt und begutachtet zu werden. Die Juroren schauen da wohl etwas kritischer als die Fotografen hin, geht es doch darum, das Auto zu bewerten. Die Fotografen stehen eher dem Sachverhalt gegenüber, die Autos schön in Szene zu setzen, was oft zum Problem wird, da mit der Schönheit des Autos auch die Zahl der Fotografen und staunenden Besucher steigt. Etwas Geduld zu haben ist also von Vorteil.

Ein völlig unerwartetes Stück ist der „Maybach Säge“. „Wer lässt denn einen alten Maybach so, verkommen“, fragt man sich schnell – und die Antwort liegt fast auf der Hand: In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Maybach DSH von 1935 in eine mobile Säge umgebaut, um damit Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Bis in die 1980er Jahre war der Wagen so im Einsatz. Als Vergleich, wie der einstige Luxuswagen ausgesehen haben könnte, blitzt direkt daneben ein fein polierter Maybach Zeppelin.

Impressionen von der Concours d'Elegance Classic-Gala 2018 in Schwetzingen

Ein paar Schritte weiter, vorbei am Alfa Romeo 6C mit seinen roten Scheinwerfern, läuft man auf einen Nash Healey zu, ein wahres Schmuckstück. Keine Spiegel an den Seiten, keine Türgriffe und kein Blinker, absolut nichts, das die Linie stört. Schnell kommt man mit dem Besitzer Peter Laube ins Gespräch: „Der damalige Kaufpreis entspricht etwa dem, was heute ein teurer Porsche GT3 kostet“, so der stolze Besitzer, der seinen Wagen liebevoll restaurieren ließ. „Jedes Teil, auch der kleinste Knopf, ist original oder eine Spezialanfertigung“ – auch die Farbe entspricht dem originalen „Caribbean Blue Green“. 

Und noch eine Anekdote zu diesem Auto: Der Nash Healey war das Fahrzeug, mit dem Pininfarina den Sprung in die Serienproduktion geschafft hat. Zuvor hatte man nur kleine Aufträge bekommen.

Dass ein historisches Auto nicht einfach nur ein Hobby ist, sondern pure Leidenschaft, spürt man bei Armin und Elisabeth Wittemann und deren Rochet-Schneider 25 DV Doppelphaeton von 1910, der auch nach über 100 Jahren bei den beiden erst in dritter Hand ist. „Acht Jahre für Kaufverhandlungen, fünf Minuten für den Preis“, erzählt Armin Wittemann und verrät nur, dass der Wagen ursprünglich einer französischen Adelsfamilie gehört hat. 

Für die Classic-Gala haben sie sich extra in Schale geworfen und stehen gerne als Fotomotiv zur Verfügung: Er mit Klappzylinder, sie mit weißem Hut und Sonnenschirm. Da bekommt man schon Lust, sich zu gewanden und mit einem schicken alten Wagen dabei zu sein.

Und das alles bei bestem Schlossgartenwetter. Am Sonntag (2. September) werden die Schönsten der Schönen prämiert, und fahren dabei eins nach dem anderen auf die Ehrenbühne, wo die Zuschauer die eine oder andere Anekdote über die Autos erfahren werden.

chr

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